Feine Kunst im Doppelpack serviert

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Beinahe psychedelisch: Seine Landschaftsfotografien verfremdet Willi Lemke mit kräftigen Farbfeldern und einem schwarzen Liniengeflecht.

Alsdorf. Die Künstler Veronika Kropidlowski und Willi Lemke stellen unter dem Titel „Ein-Blicke – Aus-Blicke“ ihre Werke in der Galerie der Stadtbücherei Alsdorf in der Stadthalle am Denkmalplatz aus. Die Vernissage findet dort am Freitag, 4. April, 19 Uhr, statt.

Auf Einladung des Alsdorfer Kunstvereins und der Stadt Alsdorf ist die Gemeinschaftsausstellung zu sehen. Veronika Kropidlowski zeichnete schon eine Weile in einem Kurs zur Erwachsenenbildung bei der bekannten Aachener Künstlerin Gerlinde Zantis, als sie sich die Frage stellte, warum ihr der Blick ins Auge eines anderen so schwerfiel. Sie hatte bereits mehrere Zeichentechniken wie Pastell-, Kohle- und Bleistiftzeichnungen ausprobiert.

Thematisch hatte sie bereits klassische Stillleben, Landschafts-, Porträt- und Tierdarstellungen gezeichnet. Doch dann griff sie zum Fotoapparat und fing einen Blick ein. Das Foto des Auges in der Größe 10 mal 13 Zentimeter diente ihr als Vorlage für eine Farbstiftzeichnung. Die Augen vieler verschiedener Menschen hat sie anschließend mit Farbstiften auf Papier gebracht. Die detailreiche Darstellung ermöglicht einen faszinierenden Blick auf Augapfel, Iris und Pupille. Aber auch die Spiegelung, meist mit der Künstlerin selbst, zeigt sich im Auge. Seltsam verzerrt und spiegelverkehrt zeigt sich, was das gezeichnete Auge gerade sieht.

Im nächsten Schritt befasste sich Veronika Kropidlowski mit der Tierwelt. Wiederholt zeigt sich auch dabei die Spiegelung in den Tieraugen. Die das Auge umgebende Färbung der Haut, des Fells bzw. des Gefieders lassen das porträtierte Tier erahnen. Eine genaue Bestimmung erweist sich aber meist schwierig, weil nicht zuletzt die Größendimension fehlt. Auch Zeichnungen von Bäumen sind entstanden – schließlich werden die Astlöcher im Volksmund auch die Augen der Bäume genannt.

Willi Lemke ist ebenfalls ein vielseitiger Künstler. Er malt, zeichnet, radiert, fotografiert, collagiert, er schafft Wandobjekte, Skulpturen, Plastiken und ganze Rauminstallationen. Nicht nur die Art und Weise und die Technik seiner Kunstwerke sind variabel, sondern auch deren Inhalte.

Neben surrealistischen Kreidebildern finden sich abstrakte, oft monochrome Ölgemälde, aus Metall und Holz zusammengefügte Tiere und selbst das menschliche Ohr ist für ihn interessant genug, um es zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen Beschäftigung zu erwählen. Willi Lemke wurde 1950 in Würselen geboren und absolvierte neben dem Lehramtsstudium ein Kunststudium. Seit 2011 gewinnt die Zeichnung in seinem Werk zunehmend an Bedeutung.

Zwar sind besonders die realistischen und surrealistischen Gemälde der siebziger und achtziger Jahre sowie die sich daran anschließenden Pastellbilder sehr von der Zeichnung geprägt, doch nun tritt ein ganz eigener Werkkomplex in das Zentrum seiner Arbeit: die Transformationsbilder. Den Ausgangspunkt der Beschäftigung bildet jeweils ein Landschaftsfoto. Dann wird die Landschaft abstrahiert, in der Form vereinfacht und in flächige Farbfelder eingeteilt, die von einem Netz kräftig schwarzer Linien umrandet sind.

Die Ausstellung ist bis zum 25. April zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei Alsdorf – dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 13 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr – zu sehen.

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