Feine Kirchenmusik erklingt im „Dom“

Von: ehg
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Auch optisch imposant: Im Altarraum des Würselener „Doms“ boten die vielen Sänger reihenweise Hörgenüsse. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Das rund einstündige Chor- und Orchesterkonzert, zu dem der Kirchenchor St. Sebastian in den Dom eingeladen hatte, war für die rund 200 Besucher, die Pfarrer Karl-Josef Pütz herzlich begrüßte, ein wunderbares kirchenmusikalisches Erlebnis.

Dass es das wurde, ist den Mitgliedern des Sinfonieorchesters Aachen und den vier Solisten genauso zu verdanken wie dem mehr als 60-köpfigen, durch Mitglieder des Schulchores des Städtischen Gymnasiums verstärkten Chor. Souverän leitete Kantorin Ulrike Botzet die Aufführung der mit viel Engagement einstudierten beiden Werke.

Kantate von Bach

Zunächst wurde die von Johann Sebastian Bach für den Ostermontag komponierte Kantate „Bleib‘ bei uns, denn es will Abend werden“ einfühlsam dargeboten. Auf den Eingangschor folgten die Alt-Arie mit Silke Schimkat und der Choral mit der Sopranistin Heike Scholl-Braun. „Es hat die Dunkelheit an vielen Ort überhand genommen“, meldete sich im Rezitativ der Bassist Christian Brülls zu „Wort“. Mit „Jeus lass uns auf dich sehen“ bot der Tenor Robert Reichinik einen Hörgenuss, bevor der Chor in einem vierstimmigen Choralsatz mit der zweiten Strophe des Liedes von Martin Luther „Erhalt uns, Herr, bei dem Wort“ die Kantate beendete. Obwohl Bach auf Trompeten und Pauken verzichtete, entpuppte sich sein Werk als eine besondere Perle in dessen Kantatenschaffen.

Beim „Requiem in c-Moll“ machten die Konzertbesucher Bekanntschaft mit einem der wichtigsten Kirchenmusiker seiner Zeit, mit dem Salzburger Komponisten Johann Michael Haydn, dem fünf Jahre jüngeren Bruder von Joseph Haydn. Uraufgeführt wurde sein Werk 1771 anlässlich des Todes des salzburgischen Erzbischofs Sigismund Graf von Schrattenbach.

Lateinisches Original

In lateinischer Originalsprache setzten sich Solisten und Chor als ein voluminöser Klangkörper ausgewogen in Szene. Begleitet vor allem von Blechbläsern, die in diesem Requiem mehr als einmal gefordert waren. Da hallte das Gotteshaus wider vom „Sanctus, sanctus, sanctus Dominus Sabaoth“. Bei aller Trauer verbreitete Haydns Requiem die Hoffnung, dass den Verstorbenen das ewige Licht leuchten möge. Solisten, Instrumentalisten und Chor wurden ob des tiefen religiösen Erlebnisses mit reichlich Beifall bedacht. Nicht zuletzt war das Konzert eine Werbung für das Singen in einem Chor.

Zu erwähnen bleibt noch, dass Dirk Beyer die Mitglieder des Schulchores auf ihren Auftritt vorbereitet hatte. Ein guter Ansatz, für weitere kirchenmusikalische Konzerte in St. Sebastian.

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