Feierliche Eröffnung: Das Kubiz erwacht endlich zum Leben

Von: Katrin Fuhrmann und Karl Stüber
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Gute Technik und Akustik: Die Klassenräume des Kultur- und Bildungszentrums sind lichtdurchflutet und lärmgeschützt. Alle Räume verfügen zudem über einen Computer. Das Gymnasium hat zusätzlich einen eigenen Computerraum. Foto: Katrin Fuhrmann, Helena Mertens, Karl Stüber
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Intensives Gespräch am Rande: Christina Rau und Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders auf dem Gelände des Energeticons. Foto: Katrin Fuhrmann, Helena Mertens, Karl Stüber
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Schulleiter des Gymnasiums, Wilfried Bock, ist zufrieden mit dem neuen Gebäude. Foto: Katrin Fuhrmann, Helena Mertens, Karl Stüber
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Auch Schulleiterin der Realschule, Reinhild Behr-Bennemann, ist zufrieden mit dem neuen Gebäude. Foto: Katrin Fuhrmann, Helena Mertens, Karl Stüber

Alsdorf. Es ist gut drei Wochen her, da bezogen die Schüler der Realschule und des Gymnasiums ihr neues Gebäude – das Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) an der Konrad-Adenauer-Allee. Der erste Schultag, der den Schülern eigentlich in guter Erinnerung bleiben sollte, wurde von einem Unfall überschattet. Eine Schülerin stürzte aus dem Fenster. Ihr geht es mittlerweile den Umständen entsprechend besser.

Ein Jahr mussten die Schüler auf ihr neues Gebäude warten. Wegen eines erheblichen Wasserschadens kurz vor dem Schulstart im vergangenen Jahr hatte sich der Bezug des neuen Gebäudes um ein Jahr verzögert. „Auf die Entstehungsgeschichte schaut man besser nicht zurück. Das ist ein dunkles Kapitel“, sagt der Schulleiter des Gymnasiums Wilfried Bock.

Am Mittwochabend wurde das Gebäude feierlich eröffnet. Und Christina Rau, Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten und Ministerpräsidenten von NRW, kam extra aus Berlin, um als „Taufpatin“ zu fungieren. Beinahe wäre es ihr gelungen, unbemerkt in das Fördermaschinenhaus des Energeticons zu gelangen, in dem die Eröffnungsfeier stattfand. Wenn da nicht Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) am Eingang gestanden hätte.

„Das hätte meinen Mann gefreut“, sagte sie zu der Entscheidung des Stadtrates, die neue Bildungs- und Begegnungsstätte nach ihrem Mann zu benennen. Ohne dessen Einsatz für Alsdorf beim Strukturwandel würde sich das ehemalige Gruben- und Kokereigelände nicht zu einem neuen Zentrum für Alsdorf entwickeln, wie Sonders bei der Feier nochmals deutlich machte.

Im Vorfeld hatte es zur Namensgebung eine hitzige Debatte gegeben. Gymnasiums-Schulleiter Wilfried Bock hatte im Namen seiner Schule den Antrag zur Namensnennung gestellt und in seiner Begründung formuliert: „Die Entwicklung der Stadt Alsdorf nach dem Ende des Steinkohlebergbaus im Aachener Revier ist untrennbar mit dem Namen Johannes Rau verbunden.“

Dem pflichteten die Sozialdemokraten im Stadtrat sofort bei, die CDU hätte sich aber einen politisch neutraleren Namen gewünscht. Ebenso wie die Grünen monierten sie zudem, „Johannes-Rau-Kultur- und Bildungszentrum der Stadt Alsdorf“ sei einfach zu sperrig. Im Mai des vergangenen Jahres war diese Betitelung aber bei sieben Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen worden – die SPD hat die Mehrheit im Rat.

Detlef Loosz, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Grund- und Stadtentwicklungsgesellschaft, die den Neubau stemmte, gab den Schülern von Realschule und Gymnasium mit auf den Weg, ihre neuen Schulen pfleglich zu behandeln, auf dass der Name Johannes Rau ein Ansporn für viele künftige Generationen von Schülern sein möge, „die Weichen ihrer eigenen Entwicklung ebenfalls richtig und bestmöglich zu stellen“.

Kürzerer Schulweg

Für die Schüler bedeutet das neue Gebäude vor allem eine neue Ausstattung, eine ungewohnte Umgebung und einem neuen Schulweg. Manche Schüler brauchen jetzt länger zur Schule, andere haben einen kürzeren Anreiseweg.

Bis sich die Schüler daran gewöhnt haben, braucht es noch etwas Zeit. In den vergangenen Wochen waren die Schüler neben dem Lernen beinah genauso viel damit beschäftigt, sich in den Räumen der Schule zurechtzufinden. „Aber mittlerweile fühlen sich alle hier sehr wohl. Sie sind sozusagen zu Hause angekommen“, sagt Schulleiterin der Realschule, Reinhild Behr-Bennemann. Schulleiter des Gymnasiums Wilfried Bock, stimmt dem zu.

Das Gymnasium wirbt vor allem damit, jetzt auf dem neusten Stand und somit hochmodern zu sein. Beamer, eine gute Tonanlage und Akustik, Computer in jedem Klassenraum, Entspannungsecken, Lernnischen und vor allem W-Lan – das ist laut Bock Standard.

Zur Ernüchterung vieler Schüler hatte es mit dem W-Lan einige Tage gedauert, bis das richtig funktionierte. Das mag dem Trubel und dem Stress der ersten Tage im neuen Gebäude geschuldet gewesen sein. „Jetzt funktioniert es ohne Probleme“, sagt Schulleiter Bock und ergänzt: „Wer Unfug damit treibt, wird gesperrt“.

Auch die Realschule verfügt über W-Lan und eine genauso gute Technik und Akustik wie das Gymnasium. Schulleiterin Behr-Bennemann ist von dem Konzept des neuen Gebäudes überzeugt und verfällt sogar ins Schwärmen: „Mir gefallen die lichtdurchfluteten Klassenräumen, auch wenn die kleiner sind als in der anderen Schule, das sehr elegante und helle Treppenhaus und die lärmgeschützten Räume“, sagt sie.

Es gäbe noch ein paar Kleinigkeiten, die optimiert werden müssten. Konkret meint sie damit zum Beispiel die Türklinken. Die Schließsysteme funktionierten noch nicht richtig. Einige Kartons seien immer noch nicht ausgeräumt und auch die Lüftung funktioniere, genauso wie beim Gymnasium (wir berichteten) noch nicht optimal. Außerdem müsste die neue Schulordnung noch einmal überdacht werden.

Man ist sich laut Behr-Bennemann noch nicht ganz sicher, wie man mit den Pausen bei Regen umgehen soll. Einige Eltern hatten angeregt, dass die Schüler im Herbst/Winter, wenn das Wetter in den Pausen zu schlecht ist, im Gebäude bleiben können. Wie sinnvoll das ist und ob dann genügend Aufenthaltsflächen vorhanden wären, geht es in den kommenden Wochen herauszufinden. Behr-Bennemann ist optimistisch, dass sich das alles klären wird.

Sie sieht vor allem die Vorteile, die der neue Standort und die direkte Anbindung an das Gymnasium mit sich bringt. Auch, wenn die Schulen immer schon nebeneinander gelegen waren, ändert sich mit dem neuen Konzept und der gemeinsamen Nutzung einiger Räume, wie bald der Mensa, die Zusammenarbeit. „Wir haben mehr Berührungspunkte und wollen Arbeitsgemeinschaften bilden und gemeinsame Projekte fördern“, sagt sie.

Zudem werde ein Vermittler eingesetzt, der bei Schulwechsel-Fragen, Problemen und Ideen zwischen den beiden Schulen behilflich sein soll. Stichwort gute Nachbarschaft. Behr-Bennemann weiß die Zusammenarbeit mit dem Energeticon zu schätzen. Die Schüler könnten bei Referaten zum Thema Energie, einfach nach nebenan gehen und da recherchieren. Ein weiter Vorzug am neuen Standort

Auch, wenn die Schulen viele Berührungspunkte haben, läuft doch vieles anders. Zum Beispiel die Toilettennutzung. Bei der Realschule ist die, wie bei den meisten Schulen, kostenlos. Am Gymnasium müssen Schüler und Lehrer dafür bezahlen – zehn Cent pro Toilettengang. Das war allerdings schon immer so und stand auch nicht zur Debatte, abgeschafft zu werden.

„Das funktioniert bei uns sehr gut“, sagt Bock. Die Toiletten seien immer sauber. Beide Schulen beschäftigen jeweils zwei Servicekräfte. Schließlich, so heißt es, werde Sauberkeit und Hygiene an den Schulen groß geschrieben.

Der erste Schritt, die Eröffnung des Kubiz‘ ist jetzt getan. Nun warten beide Schulen sehnsüchtig auf die Fertigstellung des Langhauses. Bislang kann dort nur ein Bereich genutzt werden.

Spätestens im kommenden Jahr haben Schüler und Lehrer die Möglichkeit, sich weiter anzunähern. Denn dann wird die Mensa eröffnet, die für Gymnasium und Realschule gedacht ist.

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