Fasziniert von der Kraft und Geometrie der Mandalas

Von: Elisa Zander
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Eine andere Sicht: Seit kurzem beschäftigt sich Anneliese Casteel neben Mandalas auch mit der Verbildlichung von Bibeltexten. Foto: Elisa Zander

Würselen. „Es ist eine Form der Konzentration, die einem sehr viel abverlangt, aber mich voll erfüllt.” Anneliese Casteel ist stolz auf ihre Ausstellung im Alten Rathaus. Dort sind zahlreiche ihrer Mandala-Bilder zu sehen.

Nur ein Bruchteil

Rund 60 ihrer Arbeiten hat die 85-Jährige, die eine Ausbildung zur Bildhauerin gemacht hat, für die Ausstellung ausgewählt. Dabei ist es nur ein Bruchteil ihrer Werke. Ein bis zwei Bilder stellt sie pro Woche fertig. Doch braucht sie für Mandalas auch mal vier Monate bis zur Vollendung.

Die kunstvolle Form der Geometrie fasziniert sie, insbesondere der Kreis. Der findet sich in jedem ihrer Mandalas wieder. Mal ist er klein, mal ist groß, steht im Zusammenhang mit anderen geometrischen Figuren oder bildet einen Rahmen. Auch ihre Begeisterung für den Kosmos ist in den Bildern spürbar. „Ich sehe mir die Sterne gerne bei Spaziergängen genauer an. Dann stellt man nach einer Weile fest, dass sich drumherum noch viele weitere, kleine Sterne befinden.”

Neben den Mandalas beschäftigt sich Anneliese Casteel in ihren Bildern seit kurzem auch mit biblischen Geschichten. Eine ganze Reihe hat sie schon fertig gestellt, darunter die Geschichte um Abraham und seine Frau Sara, die keine Kinder bekommen konnten. Um das zu ändern, ging Abraham mit der Magd der Familie ein Verhältnis ein. Er verliebte sich in die Magd, doch als Sara plötzlich schwanger wurde, zwang sie ihren Mann, die Magd in die Wüste zu schicken. „Daher stammt wohl auch die Redensart”, sagt Anneliese Casteel. Eine umfassende Erzählung, komprimiert auf einer Leinwand von 40mal30Zentimetern.

Die Begeisterung der Künstlerin für die Malerei ist ansteckend. Blau sei ihre absolute Lieblingsfarbe. So wie bei Picasso. Und eine kalte Farbe sei das Blau für die 85-Jährige nicht. „Sie ist so unglaublich variabel, lässt sich in die unterschiedlichsten Töne mischen. Das ist mit einer anderen Farbe in dieser Form überhaupt nicht möglich.”

Wie auf Seide gemalt

Die Bilder von Anneliese Casteel sind ein Blickfang. Aus der Distanz wirken die Werke wie auf Seide gemalt. Doch es sind Leinwände. Und je näher man diesen kommt, desto auffälliger sind die filigranen Unterschiede, die Farbspiele und Vielseitigkeiten, die sich dem Betrachter eröffnen.

Aufhören mit ihrem Hobby möchte Anneliese Casteel noch lange nicht. „Das hält mich fit”, sagt sie. Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 25. Oktober im Alten Rathaus. Dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr.
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