Fastenbrechen als Fest der Begegnung

Von: Elisa Zander
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Interkultureller Dialog: Beim Fastenbrechen in der Alsdorfer Stadthalle stehen die Bemühungen um die Integration im Blickpunkt. Foto: Elisa Zander

Alsdorf. Khadija Offermann nimmt einen Schluck Mineralwasser zu sich, beißt dann genussvoll in eine Dattel. Die Marokkanerin schließt die Augen und lächelt. Langsam kaut sie die süße Frucht, die das erste ist, was sie seit 13 Stunden zu sich nimmt.

Khadija Offermann ist eine von gut 120 Gästen in der Stadthalle, die der Einladung des Integrationsvereins Alsdorf, dem deutsch-türkischen Kulturverein und der türkischen Gemeinde Alsdorf zu einem gemeinsamen Fastenbrechen gefolgt war. Doch der Abend sollte mehr sein, als der Abschluss eines Fastentages, die während des islamischen Fastenmonat Ramadan allabendlich veranstaltet werden.

Ein Begegnungsfest wollte Selahattin Doganci, Vorsitzender des Integrationsvereins, initiieren und möglichst viele in Alsdorf lebende Muslime mit nicht-muslimischen Deutschen zusammenbringen - zu einem Essen mit interreligiösem Austausch. Dazu gehört für ihn auch, die Vereine mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen und die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern.

Den Initiatoren gelang diese Gratwanderung auch durch das kleine Programm, das in die Bedeutung und Hintergründe des Ramadan einführte. Margarete Kim war eine der Deutschen, die sich voller gespannter Erwartungen auf den etwas anderen Abend einließ. „Ich interessiere mich sehr für die Kultur und den muslimischen Glauben”, erzählt sie.

Sie ist Mitglied der Marokkanischen Frauenvereinigung Alsdorf und setzt sich intensiv für eine bessere Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere für Frauen ein. „Man muss die Menschen so aufnehmen, wie sie kommen”, findet Margarete Kim.

Nur Kinder fehlten an diesem Abend gänzlich. „Vielleicht beim nächsten Mal”, überlegt Selahattin Doganci. Das wünscht sich auch Khadija Offermann. Denn die Vorsitzende der Marokkanischen Frauenvereinigung vermutet in dem fehlendem Kinderbetreuungsangebot auch eine Erklärung für die wenigen Frauen, die an diesem Abend dabei waren.

Hinzu komme, dass zu Veranstaltungen wie dieser die Männer meistens ohne ihre Gattinnen kommen würden, bemängelt Khadija Offermann. Doch sie würde dafür kämpfen, dass es von Mal zu Mal mehr werden würden. Vielleicht schon im nächsten Jahr, wenn die Vereine, die das Fastenbrechen in der Stadthalle organisierten, eine Neuauflage initiieren.
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