Baesweiler - Familienzentrum „Sonnenschein”: Erfolgreiche Vater-Kind-Veranstaltung

Familienzentrum „Sonnenschein”: Erfolgreiche Vater-Kind-Veranstaltung

Von: tv
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Stolz sind sie alle: die Väter und ihre Kinder mit den selbst bemalten Vogelhäusern. Timur Bozkir (r.) von der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) ist froh über das rege Interesse an dem Projekt. Foto: Thomas Vogel

Baesweiler. Das Gezwitscher wird wohl künftig auf dem Spielplatz des Familienzentrum Im Kirchwinkel etwas lauter werden. Denn wenn den Vogeljungen in den jetzt installierten, bunt bemalten Nistkästen der Magen knurrt, werden sie ihre Eltern bestimmt lauthals davon wissen lassen.

Die Vogelhäuschen aufzuhängen wurde von Maria Görtz, der Leiterin des Familienzentrums Sonnenschein, zur Männersache erklärt. Zusammen mit Timur Bozkir hat sie Väter mit ihren Schützlingen dazu eingeladen. Bozkir ist stellvertretender Leiter der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) im Kreis Aachen.

In seinem Arbeitsschwerpunkt, der Sprach- und Sozialisationsförderung, hatte er meist mit Müttern zu tun. „Wir haben festgestellt, dass Väter viel Potenzial haben, es aber kaum ausgeschöpft wird. Gerade während des Heranwachsens ist es für Kinder enorm wichtig, auch Zeit mit dem Papa zu verbringen”, sagt er.

Es ist jedoch nicht nur wichtig, sondern auch schwierig, die Väter in die Erziehung mit einzubeziehen. Oft herrscht die Angst vor, mit dem Kind nicht klarzukommen. Väter wie Mehmet Özcan, der nicht nur heute mit seiner Tochter Betül (5) Zeit verbringt, sind da keineswegs immer die Regel.

Darum engagiert sich Timur Bozkir verstärkt in Väterprojekten und hat mit Maria Görtz diesen Projekttag angeregt. Die Väter sollen sensibilisiert werden. Mit der Resonanz sind die beiden durchaus zufrieden: Zwölf Väter haben sich mit ihren Kindern angemeldet, um die von der Seniorenwerkstatt in Baesweiler gebauten Nistkästen anzubringen.

„Eine gute Gelegenheit, das Familienzentrum mal besser kennenzulernen und sich mit den anderen Vätern zu unterhalten”, meint Andreas Dahmen, der mit seinem vierjährigen Sohn Lorenz da ist. Sonst haben die Männer kaum Gelegenheit dazu. Meistens fehlt die Zeit, die Kleinen in den Kindergarten zu bringen oder sie abzuholen.

Aber auch ein gewisser Respekt ist manchmal vorhanden, besonders bei Vätern aus Migrantenfamilien. Dass an diesem Tag dennoch auch von ihnen einige gekommen sind, ist mitunter der Tatsache zu verdanken, dass der Projektverantwortliche türkischer Abstammung ist. „Die Hemmschwelle, trotz sprachlicher Schwierigkeiten hierher zu kommen, bricht. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Integration”, sagt Görtz.

Denn waren die Väter einmal da, kommen sie meist auch wieder. Und Integration hat sich das Familienzentrum Im Kirchwinkel besonders auf seine Fahnen geschrieben. Von Anfang an kommen nicht nur Kinder verschiedenster Herkunft in den Krabbelgruppen auch mit türkischen Erzieherinnen zusammen. Auch die Eltern lernen auf diese Weise sich und ihre kulturellen Hintergründe gegenseitig kennen.

Nachfolgeprojekte geplant

An diesem Tag jedoch sollen die Väter sich mit ihren Sprösslingen auseinandersetzen. Görtz und Bozkir verstehen sich dabei keinesfalls als Animateure. Die braucht es aber auch gar nicht, wie die Türmchen aus Bauklötzchen und halbfertige Puzzles auf den kleinen Tischen beweisen. Väter und Kinder waren fleißig.

Die vierjährige Sude Yirmibes freut sich besonders, dass ihre Schwester Miray und Papa Celal dabei sind. Der findet es gut, dass die Aktion an einem Samstag stattfindet. „Da hat fast jeder Zeit”, sagt er.

Diese Vater-Kind-Veranstaltung ist übrigens keine Eintagsfliege. Im Familienzentrum gab es sie schon in der Vergangenheit, und auch Ideen für Nachfolgeprojekte haben die Verantwortlichen schon im Kopf.
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