Familienpatin Gertrud Mainz ist Oma mit Leib und Seele

Von: Stefan Schaum
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Für Familien da sein: Projektkoordinatorin Lisa Trümper-Loogen (l.) wünscht sich noch mehr Ehrenamtler wie Gertrud Mainz. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Zwei erwachsene Söhne hat Gertrud Mainz zwar, aber Enkel sind nicht in Sicht. Kann ja noch kommen – und Oma ist sie ohnehin schon. „Ich hab‘ gleich sieben Adoptivenkel“, sagt die 52-Jährige. Weil sie eine Familienpatin ist.

Sie war vor drei Jahren die erste, die sich ehrenamtlich in diesem Betreuungsdienst des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Alsdorf engagierte. Und sie tut es heute noch gern. „Macht einfach Spaß – und ich kann helfen“, sagt sie. Genau so soll es sein.

Familienpaten sind gefragt, wenn es in Familien an Zeit fehlt. Wenn Alleinerziehende vielleicht Job und Kinder unter einen Hut bekommen müssen. Wenn beide Eltern beruflich zu sehr eingespannt sind. Wenn es Unsicherheiten im Alltag gibt oder die Familie von weit her nach Alsdorf gezogen ist und die eigenen Verwandten nicht in der Nähe wohnen und bei Bedarf betreuen können.

Hier können sich Ehrenamtler für ein paar Stunden pro Woche einbringen. Mit den Kindern spielen oder Hausaufgaben machen, oder die Mutter beim Arztbesuch oder Behördengang begleiten. „Wir suchen einfach Menschen, die Lebenserfahrung mitbringen und Spaß am Umgang mit Kinder haben“, sagt Lisa Trümper-Loogen, die das Projekt beim SkF betreut.

Das hat seine Heimat jetzt in der Luisenpassage, im Netzwerk der Alsdorfer Bildungs-, Begleitungs- und Beratungsangebote (ABBBA). Die Nachfrage könnte größer sein, sagt Trümper-Loogen. Und zwar auf beiden Seiten. „Viele Familien haben noch nicht erkannt, welche Vorteile ihnen ein Pate oder eine Patin bringen könnten“, sagt sie.

Gertrud Mainz kennt die Vorteile. Zu Beginn hat sie eine aus Afrika stammende Mutter betreut. Drei Kinder, ihr Lebensgefährte hatte sie gerade verlassen. „Da war viel Beistand nötig“, sagt sie. Sie war auch da, als die junge Frau sich dazu entschied, ihren Schulabschluss nachzuholen. Und heute? „Heute fallen mir Mutter und Kinder um den Hals, wenn ich zu Besuch komme.“

Aus der Patenschaft wurde eine Freundschaft. Im Grunde fast eine eigene Familie. Mit Oma Gertrud, na klar. Ans Herz gewachsen sind ihr auch die Kinder der zweiten Familie, die sie mittlerweile betreut. Als Frührentnerin sei das genau das Richtige für sie, sagt sie. „Ich bin noch viel zu jung, um die Hände in den Schoß zu legen.“ Dann lieber für andere da sein. Für Familien, die sie brauchen.

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