Herzogenrath - Familienbündnis ist seit zehn Jahren aktiv

Familienbündnis ist seit zehn Jahren aktiv

Von: mabie
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Ihr Schreibtisch ist noch voller als sonst: Birgit Kuballa sichtet die eingereichten Malwettbewerbsbeiträge. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Ein voller Schreibtisch ist für Birgit Kuballa nichts Ungewöhnliches. Denn die Gleichstellungsbeauftragte im Herzogenrather Rathaus hat vor zehn Jahren auch die Koordination des damals neu in Roda eingeführten „Bündnisse für Familien“ übernommen.

Seinerzeit gehörte Roda zu den 100 ersten Kommunen, die sich überhaupt beteiligten. Inzwischen ist bundesweit und vor allem lokal ein großes Netzwerk erwachsen, das Kompetenzen und Hilfen bündelt und eine echte Hilfe für Familien sein soll. Zehn Jahre Bündnis für Familien in Herzogenrath – das ist eine Dekade, an die sich Birgit Kuballa gerne zurückerinnert.

Nicht nur, weil das Ganze am 26. September gefeiert wird und die Zeit des Bündnisses für Familie damit natürlich nicht enden soll. „Wir sind es immer ganz praxisnah angegangen“, erinnert sich Kuballa. So gab es beispielsweise eine Befragung, bei der die Familien im Stadtgebiet gezielt angesprochen wurden. Akquise in Kindergärten und bei Familienzentren brachte einen guten Rücklauf von mehr als 720 Fragebögen, viel mehr als in der ebenfalls teilnehmenden Stadt Aachen. „Wir haben viel Energie investiert, um auch zu einem echten Ergebnis zu kommen.“

Zwischenzeitlich wurde Birgit Kuballa zur Bündnis-Mentorin und sorgt dafür, dass Leute in die lokalen Bündnisse für Familien kommen und so ein Netzwerk von Hilfen und gegenseitiger Unterstützung weben können. „Dabei berücksichtigen wir viele Punkte“, sagt sie, wozu unbedingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört. „Für uns ist auch die Frage wichtig, inwiefern man Männer mit einbeziehen kann“, sagt sie. Das Herausfinden und Einbinden von Unterstützungsmöglichkeiten vor allem finanzieller, aber auch terminlicher Art ist Aufgabe der lokalen Mentoren.

Natürlich zählt auch die Unterstützung der Menschen vor Ort, und hier erinnert sich Birgit Kuballa gern an die Gründungsveranstaltung zurück. „136 Teilnehmer hatten wir damals, das war schon toll.“ Workshops widmeten sich von Beginn an der Frage, wo der Schuh drückt. Im Laufe der Zeit kam so nicht nur eine Studie zustande, sondern auch viele der heute selbstverständlichen Themen wurden schon früh angegangen. „2005 fragten wir, inwiefern eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren sinnvoll ist“, erinnert sich die Mentorin – und so wurde schon weit vor dem erst 2013 festgeschriebenen Anspruch der Eltern auf eine Betreuung so junger Kinder der Bedarf auch in Roda festgestellt.

Tagesmütter, eine Elternschule, das Müttercafé, der Arbeitskreis „Frühe Hilfen“, eine eigene Homepage, unzählige Daten und nicht zuletzt ein Familienatlas sind Ergebnisse kontinuierlicher Arbeit. „Auch das Baby-Begrüßungspaket ist als Konzept aus dem Bündnis für Familien entstanden“, sagt Birgit Kuballa. Besonders freute sie, als im Juni beim Zukunftskongress in Berlin das Pilotprojekt „Kommunale Familienzeitpolitik“ von Bundesministerin Manuela Schwesig besonders gelobt wurde. Doch lobende Worte sind es nicht, auf die Birgit Kuballa bauen will, vielmehr freut sie sich über die 36.000 Euro Förderung, die wieder ein Stück mehr Möglichkeiten für das lokale Bündnis bedeuten. „Das hilft bei unserer Familienarbeit“, sagt sie, „denn Familien müssen das Gefühl haben, willkommen zu sein, das bringt eine Zukunftsperspektive für die Stadt.“

Was für Kuballa auch für das bürgerschaftliche Engagement gilt. „Es geht gar nicht, dass eine Institution das ganz alleine macht.“ Und so freut sie sich mindestens genauso über die Arbeit der Ehrenamtsbörse in Herzogenrath, die das Gemeinwohl mindestens so trägt wie das Bündnis für Familien. Aber das ist eine andere Geschichte, die irgendwo einen Platz auf dem vollen Schreibtisch von Birgit Kuballa hat.

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