Herzogenrath - Familien profitieren von „Zeittagebuch“

Familien profitieren von „Zeittagebuch“

Von: mabie
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Bloß nicht „verheddern“: Wie beim Klettern in den Netzen im „Gaia-Zoo“ gilt es auch im Zeitmanagement in den Familien stets den Überblick zu behalten. Birgit Kuballa (Mitte) koordiniert das passende Projekt in Herzogenrath. Foto: Markus Bienwald
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Iris Arth und Steffen Knodt führten ein Zeittagebuch und trugen so dazu bei, die Familienzeitpolitik in Roda fortzuentwickeln. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Versprochen ist versprochen: Die teilnehmenden Familien des Pilotprojekts „Familienzeitpolitik“ konnten einen schönen Ausflug in den Gaia-Zoo im niederländischen Kerkrade genießen. Als Belohnung dafür, dass sie fleißig ein Zeittagebuch geführt hatten.

Auch Iris Arth und Steffen Knodt waren bei der Aktion gerne mit von der Partie. Sie waren eines der Paare, die den Fokus auf die richtige Zeitpolitik, die gerade in einer Familie eine immer größere Rolle spielt, gelegt hatten. „Es gibt genügend Zeit, aber die Einteilung ist schwierig“, machte Iris Arth klar. „Ich fahre eigentlich gerne mit dem Rad zur Arbeit, aber durch die ganzen Zwischendurch-Erledigungen ist das Leben total getaktet“, bedauerte sie. Steffen Knodt ergänzte, dass immer auch ein Babysitter mit in die zeitlichen Überlegungen eingebracht werden muss, um beispielsweise den abendlichen Sport nicht zu vernachlässigen.

So kommen Lösungen, die den möglichen Stressfaktor Zeit mindern oder zumindest nicht immer in das zentrale Blickfeld wandern lassen, dem jungen Paar entgegen. „Der ‚Laufbus‘ ist für mich eine sehr interessante Einrichtung, weil die Kinder dann selbst zu einem Treffpunkt gehen und zusammen zur Schule laufen“, unterstrich Iris Arth. Und ihr Mann Steffen ergänzte, dass er vorher nicht gedacht habe, dass es so viele kleine Dinge sind, die sich zu einem wichtigen Faktor summieren können.

Hohe Rücklaufquote

Wie wichtig ein durchdachtes Zeitmanagement ist, zeigte auch Birgit Kuballa auf, die für die Stadtverwaltung Herzogenrath das Projekt koordiniert. Nach der Auftaktveranstaltung im Juni 2012 gab es eine Familienbefragung mit einem hohen Rücklauf von 728 Fragebögen. Hauptsächlich Frauen Ende 30 – mit durchschnittlich zwei Kindern unter 14 Jahren – nahmen daran teil. Dort zeigte sich, dass die „klassische“ Rollenverteilung in Herzogenrath – zumindest bei den Einsendern der Fragebögen – noch existiert. „Überwiegend in fester Partnerschaft lebend, arbeiten nur 18 Prozent der Mütter Vollzeit oder 30 Stunden und mehr pro Woche“, so Kuballa. Über die Hälfte der Frauen in festen Partnerschaften arbeiten in Teilzeit. „Regelmäßigem Zeitstress sind dabei mehr als 50 Prozent der Frauen ausgesetzt“, machte sie deutlich. „Stress empfinden sie bei Krankheitsfällen in der Familie, Staus, Überstunden, den vielfältigen Freizeitaktivitäten ihrer Kinder, in den Ferien, bei langen Wegen, unpassenden Öffnungszeiten oder schlecht abgestimmten Betreuungszeiten.“

Das Zeittagebuch, das neben Iris Arth und Steffen Knodt noch 24 weitere Familien geführt hatten, brachte dann die entscheidenden Impulse, um gemeinsam Lösungsansätze zur „richtigen Zeit“ zu entwickeln. Zum Beispiel im Bereich der Kitas: Flexiblere Bring- und Abholzeiten, längere Öffnungszeiten, die bessere Ausnutzung so genannter „Randzeiten“, bessere Abstimmung der einzelnen Einrichtungen untereinander, Tagesmütter in Betrieben oder auch eine nachbarschaftliche Hilfe bei der Kinderbetreuung standen am Ende bei den Lösungsvorschlägen.

Sicherheit im Verkehr

Auch das Kennenlernen anderer Länder oder Sicherheit im Verkehr in Herzogenrath waren ein Thema. Mit dem Projekt ist Birigt Kuballa sehr zufrieden. „Unter dem Strich wurde deutlich, dass viele gute Dinge bereits vorhanden sind, aber durch fehlende Informationen nicht bekannt waren.“

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