Familien mit Kindern sind gern gesehen

Von: ger
Letzte Aktualisierung:
Der junge Apfelbaum trägt sch
Der junge Apfelbaum trägt schon Früchte: Das begutachten (v.l.) Helmut Herten, 1. Vorsitzender des Baesweiler Obst-, Gartenbau- und Verschönerungsvereins, Geschäftsführerin Renate Herten, und Angelika Wilke, 2. Vorsitzende. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Das nasse Wetter der vergangenen Wochen hat viele Gärten zu wahren Schneckenparadiesen gemacht. Das ist ärgerlich für den Hobbygärtner. Aber was tun? Die gefräßigen Kriechtiere einsammeln oder Schneckenkorn streuen.

„Das ist ziemlich grausam. Aber die Schnecken fressen wirklich unglaubliche Mengen Nutz- und Zierpflanzen”, erklärt Helmut Herten, 1. Vorsitzender des Baesweiler Obst-, Gartenbau- und Verschönerungsvereins.

Doch das kuriose Wetter dieses Jahres, mit viel früher Sonne und Hitze und Regen im Hochsommer, hatte auch Vorteile für den Garten. Die Kirschfruchtfliege konnte den süßen roten Früchten nicht so stark zusetzen, wie in vergangenen Jahren. „Das Insekt sticht die Kirschen an, wenn sie gerade rot werden. Wenn die Fruchtfärbung schon weiter ist, gehen sie nicht mehr ran”, sagt Herten. Dadurch können die Hobbygärtner auf weniger Süßkirschmaden - also auf eine gute Ernte - hoffen.

Der Garten als Kraftquelle

Die Mitglieder des Gartenbauvereins haben sich eine Menge Fachwissen angeeignet. Herten liest viel über Obstbäume, belegte Kurse bei der Landwirtschaftskammer und machte eine Ausbildung zum Obstbaumwart. Wichtig sei allerdings auch die Weitergabe des Wissens unter den Vereinsmitgliedern. Der Rat der ehemaligen, verdienten Vorstandsmitglieder ist dabei stets willkommen. Zu den Obstschnittseminaren kommen heute viele Interessierte und auch sonst wird Herten seiner Expertise wegen angesprochen.

Durch solche Kontakte gelingt es dem Verein neue Mitglieder zu gewinnen. Mit rund 230 Personen im Verein ist die Mitgliederzahl derzeit stabil. „Trotzdem haben wir ein Nachwuchsproblem. Viele Mitglieder sind schon sehr alt. Es wäre schön auch Familien mit Kindern im Verein zu haben”, erklärt Herten.

Kurz nach seiner Gründung im Jahr 1947 hatte der Verein knapp 1000 Mitglieder. „Das war eine Zeit, in der Not herrschte. Die Leute waren darauf angewiesen von den Erträgen ihrer Gärten zu leben”, erklärt Herten. Damals habe man Parzellen bei örtlichen Landwirten angemietet und dort Kartoffeln, Kohl und anderes Gemüse angepflanzt. Samen und Pflanzgut beschaffte man gemeinsam. „Damals konnte man ja nicht einfach in den Baumarkt oder die Gärtnerei gehen”, sagt Herten.

Heute hat der Garten für seine Besitzer in erster Linie Erholungswert. „Viele Leute sind sehr stark belastet. In vielen Berufen herrscht großer Druck”, sagt Herten. In der Ruhe des Gartens könne man hingegen Energie tanken. „In der Natur und dem Garten ändert sich nicht viel. Und was sich ändert geht langsam. Das macht den Garten zur echten Kraftquelle.”

Neben dem Engagement in den heimischen Gärten hat sich der Verein mit geführten Wanderungen ein weiteres Betätigungsfeld gesucht. 24-mal jährlich wandern die Gartenfreunde durch die Region. „Vielen älteren Leuten wird der Garten mit der Zeit zu viel. Das hätten sie sich vor ein paar Jahren nicht träumen lassen”, erklärt Angelika Wilke, 2. Vorsitzende des Vereins. Trotzdem zieht es die Mitglieder raus in die Natur. „Die Wanderungen halten die Leute lebendig. Und dabei kann man sich noch austauschen”, sagt Wilke.

Neben der Arbeit in den heimischen Gärten, engagieren sich die Mitglieder des Gartenbauvereins auch bei der Verschönerung der Stadt. Der Verein stiftete die Platanen am Reyplatz, Helmut Herten kümmert sich um städtische Obstwiesen und Resi Dahmen pflegt das Kapellchen.

„Sonnenblumenkönig”

Lange gab es auch beim Baesweiler Gartenbauverein Wettbewerbe, bei denen der schönste Garten gekürt wurde. Um das Interesse an solchen Vergleichen wiederzubeleben, sucht der Verein in diesem Jahr Baesweilers „Sonnenblumenkönig”. Dafür zogen Herten und Co. rund 300 kleine Sonnenblumen heran. Die wurden an Privatleute, Kindergärten und Schulen verteilt. Wer diesen Sommer die höchste Blume heranzieht, gewinnt den Wettbewerb.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert