Alsdorf/Würselen - Fahrer überlebt in völlig zertrümmertem Lkw auf A44

Fahrer überlebt in völlig zertrümmertem Lkw auf A44

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
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Der Tanklastzug war am Abend von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinabgerast, wo er umstürzte. Die Fahrerkabine wurde unter dem Auflieger begraben und völlig zerquetscht. Foto: Ralf Roeger
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Der Tanklastzug war am Abend von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinabgerast, wo er umstürzte. Die Fahrerkabine wurde unter dem Auflieger begraben und völlig zerquetscht. Foto: Ralf Roeger
A44 Lkw Unfall
Der Tanklastzug war am Abend von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinabgerast, wo er umstürzte. Die Fahrerkabine wurde unter dem Auflieger begraben und völlig zerquetscht. Foto: Thomas Thelen

Alsdorf/Würselen. Dieser Fahrer hatte einen Schutzengel: Beim Unfall eines Silo-Tanklastwagens auf der Autobahn 44 bei Alsdorf am Donnerstagabend hat der Lkw-Fahrer im völlig zertrümmerten Führerhaus überlebt - wenn auch schwer verletzt. Der Silo-Auflieger hatte die Zugmaschine unter sich begraben, als der Sattelschlepper eine Böschung hinabstürzte. Auf der A44 kam es bis zum Freitag gegen 17 Uhr zu Staus.

Der Unfall ereignete sich kurz vor 19 Uhr. Ursache war nach Angaben der zuständigen Autobahnpolizei Köln offenbar ein geplatzer Reifen. Das aus den Niederlanden stammende, mit Mehl beladene Fahrzeug geriet außer Kontrolle, durchbrach die rechte Leitplanke, stürzte die Böschung hinab und blieb an einer Baumgruppe stecken, wo er umkippte. Dabei löste sich der Auflieger vom Führerhaus und begrub dieses unter sich. Die Fahrerkabine wurde völlig flachgequetscht.

Unglaubliches Glück hatte dabei der 47-jährige Niederländer, der am Steuer des Fahrzeugs saß: „Wie durch ein Wunder konnte der verletzte Fahrer eigenständig durch die Dachluke das völlig demolierte Führerhaus eigenständig verlassen“, heißt es im Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Würselen. Auch der stellvertretender Leiter der Wehr, Ralf Jüsgens, sagte unserer Zeitung: „So etwas habe ich in all meinen Dienstjahren noch nicht gesehen.“ Der Mann hatte allerdings schwere Verletzungen erlitten.

Die Einsatzkräfte der Wehr mussten dennoch erst mehrere Äste eines Baumes mit einer Kettensäge entfernen, um dem Rettungsdienst den Zugang zu dem hilflosen Fahrer zu ermöglichen. Nach der ersten Untersuchung des Notarztes brachten die Wehrleute den Verletzten mit einem „Rettungsbrett“ den Hang hinauf zum bereitstehenden Rettungswagen. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gefahren.

Die Freiwillige Feuerwehr stellte den Brandschutz an der Unfallstelle sicher. Durch den Aufprall war der Kraftstofftank des Lastwagens aufgerissen worden. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte war Dieselkraftstoff ins Erdreich gelangt. Die Wehrleute nahmen den Rest auf. Mit einem Dichtkissen sicherten sie zudem ein nahe gelegenes Regenrückhaltebecken. Die 28 Kräfte des Löschzuges Broichweiden der Freiwilligen Feuerwehr Würselen und der hauptamtlichen Wache waren mehrere Stunden lang im Einsatz.

Die Bergung des havarierten Gefährts zog sich bis weit in den Freitag hin, auf der Autobahn kam es zu erheblichen Staus. Da am Donnerstagabend kein Gerät zu beschaffen war, um die Mehlladung abzupumpen, konnte der eigentliche Bergungseinsatz erst gegen 8 Uhr am Freitagmorgen starten. Die rechte Fahrspur in Richtung Mönchengladbach blieb dauerhaft gesperrt. Anschließend sollte das Wrack des Sattelschleppers vom Feld aus abtransportiert werden.

Die Autofahrer, die auf der A44 in Richtung Mönchengladbach und Düsseldorf ins Wochenende starten wollten, mussten sich in Geduld üben. Erst gegen 17 Uhr hatten sich die letzten Staus aufgelöst.

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