Fachkräfte ausbilden und regionale Wirtschaft stärken

Von: Elisa Zander
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Er ist einer der künftigen Studierenden – wenn alles glatt geht: Jan Herwig. Nach seinem Abitur im nächsten Jahr möchte er ein duales Studium beginnen. Foto: Elisa Zander
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Sie sind überzeugt vom Erfolg: Nathalie Malekzadeh, Ingo Klein, Andreas Beumers und Dr. Tore Grünert (v.l.). Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie sich mancher junge Erwachsene für seine Berufslaufbahn wünscht. Jan Herwig steckt gerade mittendrin. Er ist in den letzten Zügen seiner Schullaufbahn, macht im nächsten Jahr sein Abitur. Schon jetzt baut er sich seine Ausbildung auf.

Während der Herbstferien jobbte er beim Herzogenrather Unternehmen GTS Systems und Consulting, das Softwareentwicklungen für große Unternehmen wie DHL und Easyjet erarbeitet. „Er ist sehr fleißig und fit“, sagt Chef Dr. Tore Grünert über den 19-Jährigen. Wenn alles gut läuft, beginnt der Schüler im nächsten Jahr mit seinem dualen Studium.

„Wir wussten gar nicht, dass das möglich ist“, sagt Tore Grünert. Im vergangenen Jahr ist er durch eine Veranstaltung der Stadt Herzogenrath, die in Kooperation mit der Fachhochschule (FH) Aachen und dem Amt für regionale Entwicklung der Städteregion stattfindet, auf die Option aufmerksam geworden: Duales Studium in Zusammenarbeit mit der FH – Ausbildung im eigenen Betrieb und Studium an der Fachhochschule.

Seit rund fünf Jahren arbeitet die Stadt Herzogenrath mit der FH zusammen, die seit 2011 im Technologiepark Herzogenrath (TPH) einen Standort hat. Seit dieser Kooperation hat sich die Zahl der Unternehmen in Herzogenrath, die duale Studiengänge anbieten, von vier auf zwölf verdreifacht. Aus diesem Erfolg heraus wiederholen die Partner die Veranstaltung „Helle Köpfe für die Region: Duales Studium – ein neuer Weg zur Fachkräftegewinnung?“.

Brisantes Thema

Der Fachkräftemangel sei ein brisantes Thema in vielen Firmen, sagt Ingo Klein von der Wirtschaftsförderung der Stadt. „Die Messe ist ein probates Mittel, dem entgegenzuwirken. Das wird von den Unternehmen, die sich beteiligen und anschließend duale Studiengänge anbieten, bestätigt.“

Interessierte suchen sich erst einen Ausbildungsplatz, der als dualer Studiengang angeboten wird. Jeder, der einen solchen Platz bei der FH vorweisen kann, bekommt einen Studienplatz garantiert, erläutert Andreas Beumers, Koordinator für duale Studiengänge der FH Aachen. „Es ist eine Investition der Unternehmen in die Zukunft. Man bildet qualifizierte Kräfte aus, teilweise schon mit dem Blick darauf, dass sie einmal leitende Positionen übernehmen sollen.“ 80 Prozent der Absolventen blieben anschließend in den Unternehmen – ein Gewinn für beide Seiten. Insgesamt sei die Abbrecherquote sehr gering, sagt Beumers, und läge im einstelligen Bereich. Er erklärt sich diesen Erfolg durch die Verbindung von Theorie und Praxis. „Man muss sich nicht von Klausur zu Klausur boxen, sondern hat sofort die Anwendung des Gelernten. Dadurch kann man sich viel schneller Dinge aneignen.“

Elementar ist aus Sicht von Nathalie Malekzadeh vom Amt für regionale Entwicklung der Städteregion, dass der Blick der künftigen Arbeitnehmer wieder mehr auf regionale Unternehmen gelenkt wird. „Viele wissen gar nicht, dass es für sie hier mögliche Arbeitgeber gibt.“ Viele hätten nur große Firmen im Kopf und würden darum die Region in Richtung Süddeutschland verlassen. Da sieht Ingo Klein aber auch einen Ansatz für die Firmen. „Wir müssen etwas an unserem Image arbeiten, um die Absolventen in der Region zu halten.“

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