Fachforum: Interkulturelle Aspekte in der Pflege

Von: mabie
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Gut vorbereitet: Claudia Liepertz (AWO), Karin Reisige (Nell-Breuning-Haus), Annette Groneberg (low-tec) und Gisela Bosle (v.l., DRK) freuen sich auf das Fachforum im Nell-Breuning-Haus. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Weil die Gesellschaft vielfältiger wird, werden Mitarbeitende mit Migrationshintergrund immer wichtiger“, weiß Annette Groneberg nur zu gut. Als Projektleiterin bei der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft „low-tec“, vertritt sie einen der fünf Projektpartner, die sich im so genannten „Xenos-Zirqel“ um die Kulturkompetenz in der Pflege sorgt.

Bei dem seit 2012 laufenden Projekts will man die Gegenwart gestalten und die Zukunft planen, was zugleich die Reaktion auf eine gesellschaftliche Anforderung darstellt, die immer wichtiger wird. Denn gerade in den Bereichen Pflege, Betreuung und im gesamten Gesundheitssektor begegnen sich immer häufiger Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen.

Hier setzt das Projekt „Xenos-Zirqel“ an, bietet gezielt kreative und multikulturelle Qualifizierungs- und Ausbildungsangebote für einen Gesundheitssektor im Wandel an und will diese auch umsetzen.

Mit dem dritten Fachforum am Dienstag, 21. Oktober, von 9.30 bis 16 Uhr im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath, will das „Zentrum für interkulturelle Kompetenzen und Qualifizierung im Gesundheitssektor mit dem Schwerpunkt Pflege und Betreuung in der ländlichen Grenzregion Aachen/Düren“, das hinter der Abkürzung „Zirqel“ steckt, Erfahrungen bündeln, Möglichkeiten aufzeigen und in die Zukunft blicken.

„Das Fachforum hat einen ganzheitlichen Ansatz, informiert beispielsweise über die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in der Pflege, bietet einen Infopool und gezielte Fachinformationen“, klärt Karin Reisige vom Kooperationspartner Nell-Breuning-Haus auf.

Dass Projekte innerhalb des „Zirqels“ bewusst niedrigschwellig gehalten sind, hat für Claudia Liepertz vom Kreisverband Aachen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) noch einen anderen Grund. So wurde im Projekt der AWO untersucht, welche Familien mit Zuwanderungshintergrund in Deutschland leben und wie sich das im Alltag, der natürlich auch Pflege und Gesundheit beinhaltet, auswirkt. Dieses Wissen nehmen die Mitarbeiter mit und können es in ihrer täglichen Praxis einsetzen. „Wir haben drei Auszubildende aus dem Projekt geschöpft“, so Liepertz, „und nun haben die Schüler ein anderes Bild von der Pflege bekommen.“

Einen Informationspool darüber, welche Anbieter es gibt, wer maßgeschneiderte Pflege für einen Menschen mit Migrationshintergrund bietet oder auch welche Mitarbeiter für Anbieter von Pflege es gibt, die das passende Profil mitbringen, hat das Deutsche Rote Kreuz erarbeitet.

Im dritten und zugleich letzten Fachforum innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit, die zum 31. Dezember 2014 endet, werden in verschiedenen Fachangeboten beispielsweise Qualifizierungsmöglichkeiten vorgestellt, Interkulturalität in Teamarbeit und Pflege beleuchtet, Schulungskonzepte erörtert oder anhand von Dialogmitschnitten Einblicke in die Vorstellungen und Wünsche von Menschen mit Migrationsgeschichte gewährt.

Dazu gibt es eine Menge Aktionen rund um das Thema, neben viel Informationsmaterial, einem Stand zum Blutdruckmessen, wird auch der so genannte „Ageman“-Anzug zur Alterssimulation dabei sein.

Mit einer Podiumsdiskussion, die hochrangige Vertreter vom Jobcenter der Städteregion Aachen, der Uniklinik Aachen sowie Pflegeexperten versammelt, wird abschließend noch ein Ausblick in die Zukunft gewährt. Klar ist schon jetzt, dass die fünf Projektbeteiligten auch nach Ende der Laufzeit ihre Einzelprojekte nicht aufgeben werden. „Die Träger haben sich verpflichtet, ihre Teilprojekte weiterzuführen“, schließt Annette Groneberg.

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