Experimentelle Fotobilder: Spiel mit Licht, Form, Farben und Linien

Von: ehg
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Individuelle Wahrnehmung: Vladimir Shvemmer schlägt dem Betrachter neue Perspektiven vor. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Unter dem Titel „Shvemmer in Form“ gewährt eine Ausstellung von 80 Exponaten im Alten Rathaus an der Kaiserstraße 37 tiefe Einblicke in Leben und Werk des 1946 in Tscheljabinsk am Rande des Urals geborenen Fotografen. Zur Vernissage begrüßte Gertraude Dörre, Mitglied seines 2009 gegründeten Fotoclubs, viele bekannte und neue Gesichter.

Seit einem Jahrzehnt, so würdigte sie, sei er mit wachem Auge und fotografischem Equipment in seiner zweiten Heimatstadt unterwegs.

Schon auf den ersten Blick von der Experimentalfotografie beeindruckt, gratulierte Erster Beigeordneter Werner Birmanns dem Meister seines Faches zu einer bemerkenswerten Ausstellung.

Die Einführung hielt Shvemmers Sohn, Dr. Vladimir Shikhman. Im Alter von 13 Jahren, so berichtete dieser, habe Shvemmer von seinem Vater die erste Fotokamera geschenkt bekommen. Parallel zum Studium durchlief er ab 1966 eine Fotoausbildung an der Tscheljabinsker Pädagogischen Universität.

Damals habe sich der junge Fotograf mit dem sozialistischen Realismus, der alleinigen vorherrschenden Stilrichtung der Sowjetunion, auseinandersetzen müssen. Schon bald habe er eine künstlerische Antwort gefunden, indem er dem Sozialismus eine Absage erteilt habe. Spiegelten die Fotos doch die menschliche Betroffenheit mit Blick auf das Alltägliche wider – was 1982 zum Ausschluss aus dem Tscheljabinsker Fotoclub führte. Und das Ende seiner ersten Schaffensphase markierte.

Bis 2005, als Vladimir Shvemmer nach Deutschland kam, dauerte die schöpferische Pause an. Erst in Würselen nahm er das Fotografieren wieder auf. Es folgte eine intensive Beschäftigung mit der modernen Kunst. Die Ausstellung mit Fotobildern zu verschiedenen Stilrichtungen – etwa Impressionismus, Konstruktivismus und Symbolismus – legt Zeugnis dafür ab. Dabei wird der künstlerische Blick auf das Thema „Wahrnehmung“ gelenkt.

Die verschiedensten Fragen kunstvoller Fotografie werden in der Ausstellung auf den zweiten Blick beantwortet. Die gewählte Methode ist das Experiment mit Licht, Form, Farbe, Schatten und Linie. Die Exponate ziehen den Betrachter in ihren Bann, sie verzaubern ihn und sprechen sein Sehvermögen so an, dass sich Seele und Gefühle regen.

Vladimir Shvemmer bedankte sich bei allen, die ihm bei der Vorbereitung geholfen haben, vor allem bei Sigrid Kerinnis vom Kulturbüro der Stadt, und bei der Gleichstellungsbeauftragten, Silke Tamm-Kanj. Die spannende Ausstellung kann bis 24. April dienstags bis freitags, 15 bis 18 Uhr, und samstags, 10 bis 13 Uhr, besichtigt werden.

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