Herzogenrath - Exorzismus: Zwischen Kino und Wirklichkeit

Exorzismus: Zwischen Kino und Wirklichkeit

Von: Nina Krüsmann
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Beim Herzogenrather Montagsgespräch über die Grundlagen des Exorzismus: Pfarrer Dr. Guido Rodheudt und Referentin Dr. Alexandra von Teuffenbach. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Die jahrhundertealte Praxis, Besessene zu befreien – der Exorzismus – war jetzt das spannende Thema beim Herzogenrather Montagsgespräch im Pfarrzentrum St. Gertrud. Mit rund 100 Zuhörern war der Vortrag sehr gut besucht.

Dr. Alexandra von Teuffenbach gilt als Fachfrau für die Thematik und kam auf Einladung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt eigens aus Rom nach Herzogenrath. „Die meisten Menschen fragen mich immer nach dem Ablauf eines Exorzismus, viel weniger nach den Grundlagen. Und sie wollen wissen, woher das Böse eigentlich kommt“, erklärte die Referentin, die mit ihrem aufgeklärten Vortrag begeisterte.

Die Deutsch-Italienerin wurde 1971 in Padua geboren, hat Philosophie, Theologie und Kirchengeschichte an der Päpstlichen Universität Gregoriana und Archivistik an der Schule für Paläografie, Diplomatik und Archivkunde im Vatikan studiert. Nach der Promotion in dogmatischer Theologie forschte sie in verschiedenen europäischen Archiven und veröffentlichte Artikel und Bücher zu einzelnen Themen der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Heute lehrt sie am Institut Ecclesia Mater der Lateranuniversität und ist mit der Erforschung mehrerer Projekte zu den ökumenischen Konzilien im Vatikanischen Archiv beschäftigt. Das Thema Exorzismus beschäftigt sie seit zehn Jahren, nachdem sie einen Kurs über Exorzismus und Befreiungsgebet in Rom besucht hat.

„Exorzismus ist kein Sakrament, es ist die Beschwörung des Teufels im Namen Gottes um einen Menschen vom Bösen zu befreien, damit er wieder als Christ leben und die Sakramente empfangen kann“, erklärte Dr. Alexandra von Teuffenbach. Die Dämonen auszutreiben, sei Priestern vorbehalten. Schlüssel zur Befreiung des Bösen sei die Beichte als Bekenntnis aller Sünden und wirklicher Reue.

„Trotz aller Vorkehrungen kann man besessen werden“, betonte die Referentin, die nach ihren Ausführungen mehr als eine halbe Stunde Fragen der interessierten Besucher beantworten musste. Dr. Alexandra von Teuffenbach stellte klar: „Man muss von Fall zu Fall klären, ob eine psychische Störung oder Besessenheit vorliegt.“

Nicht zuletzt der Hollywood-Film „Der Exorzist“ habe für viel Wirbel gesorgt und auch Papst Franziskus spreche oft vom Teufel. Deshalb sei ein zeitgemäßes Verständnis des Rituals des Exorzismus wichtig, wie Dr. Alexandra von Teuffenbach betont. Das nächste Montagsgespräch findet am 16. Oktober um 19.30 Uhr mit Dr. Wolfgang und Dorothea Koch aus Bonn statt. Sie referieren im über „Fatima – Eine Prophetie und ihre Wirkungen“.

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