Aachen/Alsdorf - Ex-Partnerin mit Messer getötet: 40-Jähriger vor Gericht

Ex-Partnerin mit Messer getötet: 40-Jähriger vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Justizangestellte führen den angeklagten 40-Jährigen (Mitte) in den Gerichtssaal. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Alsdorf. Vor dem Aachener Schwurgericht muss sich seit Mittwochmorgen der 40-jährige Ramazan A. aus Alsdorf wegen Totschlags an seiner Ex-Lebensgefährtin verantworten. A. hatte am 8. Mai dieses Jahres die von im getrennt lebende Mutter von vier Kindern mit einem Küchenmesser auf dem Parkplatz vor dem Alsdorfer Job-Center niedergestochen.

Das Beziehungsdrama ereignete sich morgens. Der Täter musste seit Wochen ein Annäherungsverbot einhalten und durfte somit auch seine zwei eigenen Kinder nicht mehr sehen. Auch seine Familie habe nicht zu dem anstehenden Geburtstag eines der Kinder kommen dürfen, hatte der Mann bei der Vernehmung durch die Polizei als Grund für seine Tat angegeben. Diese Vernehmung wurde vom Vorsitzenden Richter Arno Bormann anstelle eines wörtlichen Geständnisses und mit Einverständnis der Anwälte des Angeklagten verlesen.

Danach folgte A. am 8. Mai morgens auf seinem Motorroller dem Wagen seiner Ex-Gefährtin. Er hatte zuvor aus dem Haushalt seiner Schwester ein etwa 18 Zentimeter langes Küchenmesser mitgenommen. Als die 38-Jährige mit ihrem elfjährigen Sohn, der aus einer früheren Beziehung stammte, auf dem Arge-Parkplatz aus ihrem Wagen stieg, stellte sich der Angeklagte den beiden in den Weg.

Der Elfjährige habe versucht, sich schützend vor die Mutter zu stellen, hieß es in dem Geständnis. Doch A. habe den Jungen mit Drohungen weggeschickt. So musste dieser hilflos mit ansehen, wie Ramazan A. vier Mal auf die Mutter einstach, auch, als sie bereits am Boden lag. Der Angeklagte fuhr dann auf seinem Roller unmittelbar zur Polizei und stellte sich.

Die schwerverletzte Frau wurde sofort ins Würselener Krankenhaus gebracht. Doch eine der Stichverletzungen in Brust, Hals, Bauch und den Oberschenkel war so schwer, dass die 38-Jährige noch kurz vor Mittag verstarb.

Bei der Polizei hatte A. angeben, er habe sie nicht töten wollen. Warum er das Messer am Morgen des Tattages mitnahm, wisse er nicht. Auf dem Parkplatz habe er es aus dem Helmfach seines Rollers genommen und in dem Ärmel seiner Jacke verborgen gehalten.

Zu den persönlichen Verhältnissen ließ A. eine Einlassung durch seinen Anwalt Thomas Koll verlesen. Er sei zu Hause oftmals verprügelt worden, hieß es da. Er gab auch selbst an, bereits des öfteren mit dem Gesetz in Konflikt gekommen zu sein.

Doch als er seine spätere Partnerin kennenlernte, habe das alles aufgehört, auch sein Drogenkonsum. Die zwei eigenen Kinder und auch die Kinder aus der Beziehung vor ihm habe er abgöttisch geliebt. Nur zu dem Elfjährigen habe er nicht so einen guten Zugang gehabt. Die Geburt der eigenen Kinder sei schwierig gewesen, weil sie eine Spezialbehandlung wegen einer „Rhesus-Unverträglichkeit“, wie es vor Gericht hieß, gehabt hätten. Sie seien beide beinahe verstorben. Das habe die Beziehung stark belastet. Das Opfer habe ständig versucht, ihn „runterzumachen“ und ihn zu diffamieren. Weil er gewalttätig wurde, musste er auf Anordnung der Polizei die gemeinsame Wohnung verlassen.

Nach Zeugenvernehmungen am ersten Tag wird der Prozess wird am zweiten Verhandlungstag, 14. Oktober, mit Fragen an den Angeklagten fortgesetzt. A. hatte sich auf Fragen des Richters bereit erklärt, weitere Angaben zu machen.

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