Evangelische Kirchengemeinden streben Zusammenschluss an

Von: Nina Krüsmann
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Baustelle Kirche: Eingerüstet präsentiert sich der Glockentrum der evangelischen Kirche in Würselen an der Bahnhofstraße. Alle Kirchenstandorte sollen erhalten bleiben. Foto: Georg Pinzek
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Setzen sich für den Zusammenschluss ein: Pfarrer Harry Haller (Würselen/v.l.), Pfarrerin Petra Hartmann (Broichweiden), Pfarrer Andreas Hinze (Alsdorf). Foto: Nina Krüsmann

Nordkreis. Die beabsichtigte Fusion ist für die evangelische Kirche im Nordkreis werten die Verantwortlichen als ein positives Signal für die Zukunft. Im Vergleich zu Zusammenlegungen andernorts sehen sie hier eine Chance, Synergieeffekte zu nutzen und von den Kindern bis zu den Senioren in allen Bereichen des Gemeindealltags verstärkt zu kooperieren und dabei voneinander zu profitieren.

Nun haben Vertreter der drei evangelischen Kirchengemeinden Alsdorf, Hoengen-Broichweiden und Würselen darüber informiert, dass sie die Fusion anstreben. Die Gespräche über den geplanten Zusammenschluss zu einer neuen Gemeinde haben bereits begonnen. Der Zusammenschluss ist zum 1. Januar 2017 geplant.

Über die Hintergründe des Entschlusses informierten im Gemeindezentrum Broichweiden die beiden Presbyteriumsvorsitzenden Pfarrer Harry Haller aus Würselen und Pfarrerin Petra Hartmann aus Hoengen-Broichweiden sowie Pfarrer Andreas Hinze, stellvertretender Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses der Kirchengemeinde Alsdorf, der derzeit dort die Gemeinde leitet.

Arbeitsplätze bleiben erhalten

„Wir sind davon überzeugt, dass die geplante Fusion uns allen neue Chancen eröffnet und uns für die Zukunft fit macht“, erklären Pfarrer Haller, Pfarrerin Hartmann und Pfarrer Hinze. „Die ersten Gespräche im April und Mai sind sehr offen, hoffnungsvoll und vielversprechend verlaufen.“ Alle Kirchen und Arbeitsplätze sollen auch nach dem Zusammenschluss bestehen bleiben, betonten sie.

Die hinzugezogene Gemeindeberatung der Landeskirche hat einen genauen Zeitplan für die nächsten Schritte erstellt: Über den Fortgang der Gespräche zwischen den Presbyterien werden die Gemeindeglieder in Gemeindeversammlungen informiert. Das nächste Gespräch zwischen den drei Leitungsgremien ist für Mitte September festgelegt. Bei einem internen „Zukunftstag“ sollen die Schwerpunktthemen im Detail diskutiert werden.

„Vor zwei Wochen hatten wir eine erste Informationsveranstaltung in Alsdorf, die Reaktionen waren sehr positiv“, freut sich Pfarrer Andreas Hinze. Er sieht Vorteile nicht nur bei Amtshandlungen und Gottesdiensten, sondern auch für die Bereiche Bildung, Familien, Kindergärten und Senioren.

Die Leitungsgremien der drei Kirchengemeinden im Norden der Städteregion Aachen haben die Absicht zum Zusammenschluss jeweils einstimmig beschlossen. Alle drei Gemeinden sind, gemessen an der Gemeindegliederzahl, etwa gleich groß, mit aktuell rund 3660 Evangelischen in Alsdorf, 3720 in Hoengen-Broichweiden und 3510 in Würselen. Ein Ziel der Fusion ist es, die pfarramtliche Versorgung der evangelischen Christen und die finanzielle Zukunft der Gemeinden bestmöglich zu gestalten. In einer zusammengeschlossenen Gemeinde kann es zum Beispiel besser als bisher gelingen, freie Pfarrstellen oder eine freie Jugendleiterstelle zu besetzen.

Unterdeckung festgestellt

Da in den Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland das presbyterialsynodale Prinzip gilt, können die Gemeinden eigenständig über ihre Belange entscheiden, auch darüber, ob oder wann sie sich mit anderen Gemeinden zusammenschließen und welche dies sind. „Bereits vor sechs Jahren war eine Unterdeckung festgestellt worden.

Die Schließung zweier Kirchen in Alsdorf und die dortige vakante Pfarrstelle haben uns veranlasst, aufeinander zuzugehen und umzudenken“, erklärt Haller. Entscheidend sei, dass dieser Veränderungsprozess aus eigenem Willen geschehe und von der Basis getragen wird.

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