Baesweiler - Evangelische Gemeinde kann sich Platz nicht mehr leisten

Evangelische Gemeinde kann sich Platz nicht mehr leisten

Von: Stefan Schaum
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Schieflage: Was zunächst einmal die Finanzen betrifft, könnte in der evangelische Gemeinde Setterich-Siersdorf auch Auswirkungen auf den Erhalt der Gebäude haben. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Dass es finanziell eng wird, hat sich abgezeichnet. Die evangelische Kirchengemeinde Setterich-Siersdorf wird entweder neue Geldquellen auftun müssen – oder sich von Gebäuden trennen.

Über die Zukunftsperspektiven hat das Presbyterium jetzt die Gemeindemitglieder informiert. Bei einer Versammlung in der Settericher Gnadenkirche erfuhren rund 50 Besucher, wie es um die Immobilien bestellt ist.

Die Gebäude werden „auf absehbare Zeit“ nicht mehr mit Kirchensteuermitteln allein zu betreiben sein, heißt es in einer Stellungnahme, die die Gemeinde im Anschluss an die Versammlung veröffentlich hat. Schließungen oder Verkäufe seien auf Dauer nicht ausgeschlossen. Wobei diese Dauer so lang gar nicht sein muss – ein halbes Jahr lang will man schauen, ob sich mehr Geld akquirieren lässt, indem man den vorhandenen Raum anderen Mietern und Nutzern zur Verfügung stellt.

Am Platz mangelt es wahrlich nicht, und genau das ist das Problem: Die Gemeinde hat nämlich zu viel davon. Legt man die Richtlinie der Evangelischen Kirche im Rheinland zugrunde, dann übertrifft der Gebäudebestand in Setterich und Siersdorf diese um knapp das Vierfache. Der Platz war einmal passend, aber das war in den 1950er Jahren. Damals hatte die Gemeinde 3500 Mitglieder, aktuell sind es unter 2000. So viele Räume brauchen die nicht mehr, zumal deren Unterhalt kostspielig ist. Nicht bloß, was Energie- und Heizkosten betrifft. Seit drei Jahren müssen Gemeinden auch Geld für den Werterhalt und die Sanierung zurücklegen. Ein Prozent des Wertes werden dafür pro Jahr bei den Kirchen fällig, zwei Prozent für Gemeindezentren. Je mehr es gibt, desto teurer wird es unterm Strich.

Von jedem hat die Gemeinde derzeit zwei: Die Gnadenkirche in Setterich und die Erlöserkirche in Siersdorf, das große Gemeindezentrum in Setterich und einen kleineren Saal in Siersdorf. Muss das so bleiben? Das wird man sehen. Nicht zur Disposition stehe in jedem Fall das Familienzentrum in Setterich, das rechnerisch betrachtet „ein durchlaufender Posten, der sich selbst trägt“ sei. Und auch hierzu gab es klare Worte: Kündigungen soll es nicht geben. Sollte ein Stellenabbau nötig werden, ließe sich das „über planbare Abgänge“ regeln. Sprich: vorzeitiger Ruhestand oder ähnliche Lösungen.

Nun beginnt die Suche. Nach neuen Mietern, nach Helfern in der Not. Und zwar über die Baesweiler Stadtgrenzen hinaus. „Um für die Gemeindearbeit zukunftsfähige Perspektiven zu erarbeiten, werden derzeit mit mehreren Gemeinden des Nordkreises Gespräche über stärkere Kooperationen geführt.“

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