Evangelische Frauenhilfe in Würselen feiert 85-Jähriges

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
10063906.jpg
Ausgezeichnet: Die Leiterin, Ingeborg Buddrus, ehrte Elke Büchner (3.v.l.) für 25-jährige Treue. Es gratulierte Pfarrer Harry Haller (l.). Foto: W. Sevenich

Würselen. Festliches Glockengeläute zu ungewohnter Stunde in der Evangelischen Kirchengemeinde Würselen. Es kündete vom Turm der Martin-Luther-Kirche an der Bahnhofstraße vom 85-jährigen Bestehen der Frauenhilfe, die sich offiziell „Frauen der evangelischen Kirche“ nennt.

Mit einer von Pfarrer Harry Haller gestalteten Andacht wurde in die Festivität eingestimmt. Anschließend ließ die Leiterin, Ingeborg Buddrus, bei Kaffee und Kuchen im Gemeindesaal deren Geschichte Revue passieren. Sie drehte dabei das Rad der Geschichte zurück ins Jahr 1899. Damals rief Kaiserin Auguste Victoria zur Gründung von „Frauen-Hülfsvereinen“ auf, „um in Berlin und Potsdam erwerbslosen notleidenden Familien in tätiger Nächstenliebe zu helfen“.

Was Frauen denken und fühlen

Schnell breiteten sich die Vereine aus. Endlich gab es einen Ort, wo Frauen sich besprechen konnten. Wo die Männer doch meinten, dass sie wüssten, „was Frauen denken, fühlen und brauchen“. Im Jahre 1930 ergriff der damalige Pfarrer von Würselen die Initiative zur Gründung der dortigen „Frauenhilfe“.

Er habe das für eine gute Idee gehalten, sagte Ingeborg Buddrus, mit dem Hintergedanken, die Frauen in der Gemeinde „einspannen‘“ zu können. Neben Bibellesen sollten sie sich diakonisch in der Kirchengemeinde betätigen. Was auch künftig geschah. Es wurden aber auch Sorgen und Nöte geteilt. „Die Frauen machten sich zu denen auf, die die praktischen Seiten der Liebe brauchten“, sagte Buddrus, „sie sorgten dafür, dass keine und keiner vergessen wurde.“

Für Ingeborg Buddrus, die mittlerweile 33 Jahre die Würselener Gruppe leitet, bestand kein Zweifel daran, „dass die Frauenhilfen in dieser langen Zeit viel bewegt haben in Kirche und Gesellschaft. Und es immer noch tun!“ Tragen doch rund 70 Prozent Frauen dazu bei, dass die Gemeinden lebendig bleiben. Frauenhilfe sei gut vernetzt, sie brauchten keine „Cyberattacken“ zu fürchten. Sie mahnte aber auch: „Kirchliche Frauenräume dürfen nicht verloren gehen.“

Über den Namen nachdenken

Nur so bleibe der Raum um neue frauengerechte Liturgien zu entwickeln, Liedtexte zu schreiben, sich weiter zu bilden. Man werde über den Namen „Frauenhilfe“ zwar nachdenken müssen, weil er heute einen anderen Klang habe als in vergangenen Jahrzehnten. „Aber Nächstenliebe wird immer noch – vielleicht mehr denn je – gebraucht“, sagte die Leiterin mit Blick auf die Zukunft der Gesellschaft. Dass die Würselener das Jubiläum feiern konnten, dazu gratulierte auch der Kreisverband herzlich.

Ihren weiteren Höhepunkt erlebte die Feier durch Zauberers „Tullius“, einem Mitglied der Gemeinde. Er bezog die Frauen in seine magischen Spielchen mit ein, zu deren Erheiterung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert