Evangelische Christen feiern auf Burg Wilhelmstein

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
7957560.jpg
Sieben evangelische Gemeindenhatten eingeladen: Sommergottesdienst der Nordregion auf Burg Wilhelmstein. Foto: Woflgang Sevenich

Würselen. Einen etwas anderen als die üblichen Gottesdienste feierten evangelische Christen aus den sieben Nordkreisgemeinden zu Füßen des Frieds der Burg Wilhelmstein am Sonntag „Trinitatis“. Mit Fahrrädern und in Mitfahrgemeinschaften hatten über 200 Kinder und Erwachsene den Weg dorthin gefunden, auch aus der Gemeinde Setterich-Siersdorf.

Auf der Freilichtbühne der Burg mit seinen 800 Jahre alten Mauern hieß sie „Gastgeber“ Pfarrer Harry Haller herzlichwillkommen. Obwohl sich eine graue Wolkendecke über sie spannte und die Temperaturen nur schwer aus dem Keller kamen, herrschte eine gelöste und fröhliche Stimmung vor. So dass das eine oder andere Mal bei aller Religiosität herzhaft gelacht werden durfte. Passend zum Ambiente war das Leitwort „Eine feste Burg ist unser Gott“ ausgewählt worden.

Dass die Burg viele Jahrhunderte lang Menschen Sicherheit gegeben habe, rief Pfarrer Haller ins Bewusstsein. Zu allen Zeiten hätten sie Schutz und Geborgenheit gesucht, lud er ein, in diesem außergewöhnlichen Gottesdienst darüber nach zu denken, wo Menschen diese heute suchen und möglicherweise auch finden können. „Was beziehungsweise wer vermittelt uns Sicherheit?“, brachte der Würselener Pfarrer den Stein ins Rollen. Pfarrer Joachim Wehrenbrecht und „seine“ Kathi nahmen die Gottesdienstbesucher mit auf eine Reise in die Zeit Luthers.

Martin beklagt sich in einem heiteren Dialog darüber, dass jeder glaubt, was er will. Er vertreibt den Teufel, der in ihn gefahren schien, als er begreift, „dass eine feste Burg allein unser Gott ist“. Und: „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht, sondern der Liebe und der Besonnenheit gegeben.“ Es stärke den Glauben, „wenn wir miteinander beten und singen.“ Wozu er an diesem Morgen die Mitglieder aus den sieben unterschiedlichen Gemeinden nicht lange zu bitten brauchte.

In einem zweiten Dialog gingen Martin und „Kathi“ der Frage nach, warum heute so viele Menschen aus der Kirche austreten. Die selbstverständliche Akzeptanz sei nicht mehr gegeben. Es gebe Menschen, die nicht an Gott glaubten, aber dennoch nicht aus der Gemeinde austreten, konstatierte Martin (Joachim Wehrenbrecht). Er betonte, „dass Meinungs- und Glaubensfreiheit in unserer Zeit wichtig sind“. Sei doch die Kirche eine auf vielen Pfählen gegründete Glaubensgemeinschaft. Der Glaube an Gott sei deren gemeinsames Fundament. Im großen Kreis wurde in diesem außergewöhnlichen Gottesdienst das Abendmahl gefeiert.

Posaunen erklingen

Musikalisch gestaltet wurde er von einem aus mehreren Chören des Nordkreises gebildeten rund 40-köpfigen Projektchor unter Leitung von Kantorin Sabine Heinig-Michl. Was Pfarrer Haller als schönes Zeichen der Gemeinsamkeit über die Grenzen der Gemeinden hinweg wertete. Auch der Posaunenchor der Kirchengemeinde Hoengen-Broichweiden unter Leitung von Dr. Hartmut Engelbrecht wirkte mit. Über den Gottesdienst hinaus gab es eine Reihe von Begegnungen der Mitglieder der sieben Nordkreis-Gemeinden, die – so Haller – weit über den Tag hinaus Wirkung zeigen dürften.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert