Eva Hermans polarisierte bei Herzogenrather „Montagsgespräch“

Von: Nina Krüsmann
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Autogrammwünsche erfüllt: Eva Herman beim „Montagsgespräch“ in Herzogenrath. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Sie ist eine Frau die gerne polarisiert, die kompromisslos ihren Weg geht und dafür auch Buhrufe und Rückschläge einsteckt. Mit Eva Herman hatten die „Herzogenrather Montagsgespräche“ einen prominenten Gast.

Schon lange vor Beginn füllte sich der Saal des Pfarrzentrums St. Gertrud. Rund 200 interessierte Zuhörer lauschten dem Plädoyer der Referentin für eine „naturgemäße Familienpolitik“. Mit ihrem Buch „Das Eva-Prinzip” stellte Herman ihre ganz eigene Betrachtungsweise über die Frau von heute vor – kontrovers zum klassischen Feminismus. Herman sagte: „Frauen ist von der Natur die Rolle als Mutter vorgegeben, und die meisten Frauen wünschen sich auch, dies auszuleben. Stattdessen sind aber die meisten spätgebärend und können ihrer Mutterrolle aufgrund der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht richtig gerecht werden.“

Mit Feststellungen wie diesen hatte Herman nicht nur die linksfeministische Szene gegen sich auf gebracht. Sie selbst ist indes überzeugt: „Meine Meinung wird zwar von mehr als zwei Dritteln der Bürger geteilt, stimmt aber nicht mit der derzeitigen politischen und medialen Situation überein.“ Eine „beispiellose Hetzkampagne“ habe schließlich dazu geführt, dass sie ihren Job als Nachrichtensprecherin der Tagesschau verlor, sagt sie. Auch mit ihrer Talkshow „Herman und Tietjen“ sei es aus gewesen. „Meine damaligen Kollegen haben sich bis heute nicht bei mir gemeldet“, stellt Herman fest.

In der Talkshow „Kerner“ kam es sogar zum Eklat, Herman wurde der Sendung verwiesen. „Das war von den anderen so abgesprochen“, ist Herman überzeugt, die heute für „alternative Medien“ arbeitet und immer wieder Bücher verfasst, die Diskussionen provozieren. Auch ihre politischen Ansichten stoßen zum Teil auf harsche Kritik, etwa wenn es um die Beteiligung an den Wahlen geht. „Das Parteiensystem, wie wir es derzeit haben, hat für mich keine Zukunft“, stellt sie fest.

Eva Herman, geboren 1958 in Emden, war 17 Jahre ARD-Tagesschausprecherin. Seit 1997 moderierte sie zudem die monatliche Talkshow „Herman & Tietjen“ und seit 2001 die Quizsendung „Wer hat‘s gesehen?“ Herman wurde mehrmals zur beliebtesten Moderatorin Deutschlands gekürt und veröffentlichte ab 2003 Bücher wie „Vom Glück des Stillens“ und „Mein Kind schläft durch“.

In Herzogenrath erschien sie betont weiblich auf der Bühne, mit rosa Strickjacke und einem geblümten Rock. Sie sprach von „rücksichtslosen Mechanismen einer fast unmenschlichen Medienwelt“, die ein „ungeahntes Maß an mangelnder journalistischer Sorgfalt offenbaren“ und die Züge einer „regelrechten Meinungsdiktatur“ in sich trügen. In ihrem Buch „Die Wahrheit und ihr Preis“ beschreibt Herman ihren Blickwinkel von Meinung, Macht und Medien.

Beim „Montagsgespräch“ diskutierten Pastor Dr. Guido Rodheudt und die Zuhörer im Anschluss an ihren Vortrag noch lange mit der Referentin, die zudem viele Autogrammwünsche erfüllte.

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