Europaschule: „Wissenschaftsnacht“ bietet Spaß für Jung und Alt

Von: yl
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„Das Seifenblasen-Gefängnis“: Die Organisatoren Daniel Küsters und Ramona Grauwinkel haben sichtlich Spaß mit dem Versuchsaufbau. Schülerin Mara Graf lässt sich bereitwillig „einsperren“. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Wenn schnöde Mathematik und komplizierte physikalische Phänomene bei den Schülern für große Begeisterung sorgen, dann ist das auch für das Lehrerkollegium etwas ganz Besonderes. Die Europaschule Herzogenrath präsentierte ihren Schülern und allen Interessierten nun schon zum zweiten Mal die überaus erfolgreiche „Wissenschaftsnacht“. Von 18 bis 22 Uhr waren die Türen der Schule geöffnet.

Das Kollegium hatte eine Vielzahl interessanter Experimente und Ausstellungen vorbereitet, die den Besuchern die Naturwissenschaften anschaulich näher brachten. Die sich über drei Stockwerke im Haupttrakt der Schule ausbreitende Erlebniswelt stand im Erdgeschoss ganz im Zeichen der Mathematik und Physik: In Kooperation mit dem Mathematikum Gießen wurde mit raffinierten Experimenten beispielsweise der „Satz des Pythagoras“ spielerisch erläutert. Das allgemein bekannte „a²+b²=c²“ löst noch heute bei vielen spontane Übelkeit aus. Mithilfe einer Waage und bunten Holzquadraten konnte jedoch jeder, der in der Schule den Stoff verschlafen hatte, noch einmal nachbessern.

Hochinteressant wurde es, als deutlich wurde, dass Pythagoras mitnichten nur auf langweilige Quadrate anzuwenden ist. Ausgeschnittene Hasen aus Holz dienen dem Pythagoras-Beweis ebenso, wie Sterne oder Herzen. Die einzige Bedingung ist, dass die jeweiligen Formen ähnlich sind, also aus jeweiliger Vergrößerung oder Verkleinerung auseinander hervorgehen.

Im Nachbarzimmer hatten vor allem die kleinen Besucher ihren großen Spaß. Mithilfe von Spülmittel und raffinierten Konstruktionen wurde die Physik von Seifenblasen erläutert. Wer mutig genug war, ließ sich sogar im „Seifenblasengefängnis“ vollständig in seine eigene Riesenblase einschließen. Die beiden Hauptorganisatoren Ramona Grauwinkel und Daniel Küsters freuten sich vor allem über die gelungene Kooperation mit dem Gießener Mathematikum: „Im letzten Jahr haben wir noch ausschließlich eigene Exponate präsentiert. Durch die Bereitschaft des Mathematikums, uns mit ihren Versuchsaufbauten zu unterstützen, können wir den Leuten in diesem Jahr noch weitaus mehr präsentieren“, berichtet Küsters. Grauwinkel ergänzte: „Wir konnten auch den Technologiepark Herzogenrath als Sponsor gewinnen. Dadurch standen uns noch weitaus mehr Möglichkeiten zur Verfügung als im vergangenen Jahr. Wir wollen Jung und Alt den Spaß an den Naturwissenschaften näher bringen und zeigen, dass Wissenschaft nicht nur graue Theorie ist.“

Im Obergeschoss hatte die kleine Sternwarte auf dem Balkon ihr Quartier bezogen. Trotz durchwachsener Wetterbedingungen konnten die Besucher mit den Teleskopen den Mond oder den Orion-Nebel unter die Lupe nehmen. Erst hier wurde vielen klar, wie faszinierend der Sternenhimmel sein kann. Die Biologie und Chemie hatte ihren Platz im ersten Stock gefunden.

Der Renner des Abends war sicherlich der Riesentausendfüßler von Biologielehrerin Barbara Diedrichs, der aus nächster Nähe betrachtet werden konnte. Das 30 Zentimeter lange Insekt machte leider schon zur Halbzeit Feierabend und ließ sich von seinen zahlreichen Fans nicht mehr beim wohlverdienten Nickerchen stören. Diedrichs präsentierte darüber hinaus noch viele andere interessante Ausstellungsstücke, die den kleinen Besuchern die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna erläuterten. Regenwürmer waren dabei genauso interessant wie eine faustgroße (aber glücklicherweise ausgestopfte) Vogelspinne.

Rainer Kuban, Lehrer für Chemie, hatte im Nachbarzimmer scheinbar das tausend Jahre alte Mysterium der Alchemie gelöst. Der sympathische „Druidenmeister“, wie er sich selbst scherzhaft nennt, verwandelte mit geheimen Zutaten Kupfermünzen in „pures“ Gold. Auf die Frage, warum er trotz seines immensen Reichtums denn noch immer arbeiten würde, sagte er verschmitzt: „Warum soll ich denn zu Hause bleiben? Ich möchte den Kindern doch weiterhin etwas beibringen. Außerdem musste ich schwören, dass geheime Rezept nie für eignen Reichtum zu nutzen.“ Ob es nun tatsächlich Gold war, wurde nicht mehr eigens geprüft.

Der sympathische Chemielehrer hatte jedoch alle Herzen gewonnen. Die Exponate aus Gießen blieben noch ein paar Tage in der Obhut der Europaschule. Die Lehrer konnten die Versuchsaufbauten in den täglichen Unterricht mit einbauen werden. Außerdem waren „Mini-Exkursionen“ in einigen Schulstunden angesetzt, in denen sich die Schüler nochmals mit den spannenden Experimenten auseinander setzen können.

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