Herzogenrath - Europaschule: Junge Erwachsene zeigen, was sie beschäftigt

Europaschule: Junge Erwachsene zeigen, was sie beschäftigt

Von: Anne-Christine Müller
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Teils sehr anschauliche Versuchsaufbauten hatten die Europaschüler organisiert: So durften die Besucher zum Testmelken antreten – natürlich an einem künstlichen Exemplar von Kuh. Der junge Mark Mertens machte vor, wie es geht. Foto: Anne-Christine Müller
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Mit dem Thema Sucht und ihren Folgen hatten sich indes Julia Dzemajlji, Janine Wetzel, Sarah Ellerbrock, Anna Berezin und Valentina Gashi (Bild r., v.l.) auseinandergesetzt und dabei auch Mark Krznaric von der Suchthilfe Aachen interviewt. Foto: Anne-Christine Müller

Herzogenrath. Wie funktioniert Liebe? Was macht das Leben aus? Und wie gestaltet sich das Leben von und mit Flüchtlingen in der Region? Auf diese und eine Vielzahl anderer Fragen versuchten die angehenden Abiturienten der Europaschule Herzogenrath im Rahmen des Literaturkurses Antworten zu finden.

Die Schüler und ihre Lehrer Jens Klein und Nicole Jacobi luden schließlich zur Präsentation der Ergebnisse ein. „Wir forderten in diesem Jahr einmal Eigeninitiative von den Schülern. Anstatt ein Thema vorzugeben, wollten wir wissen was sie beschäftigt und welche Themen sie für wichtig halten. Mit bemerkenswerten Ergebnissen“, erklärten die Pädagogen.

Emotionale Einblicke

Zum Auftakt des Präsentationsnachmittages wurde dem Publikum das Ergebnis des Flüchtlingsprojekts präsentiert. Die Projektgruppe um die Schüler Patrick Rosen und Jan Pütz hatte den Kurzfilm „Fremd im neuen Land(?)“ gedreht, der die Arbeit der Flüchtlingshilfe in der Region thematisierte. Unterstützt wurden sie dabei, wie auch in der anschließenden Diskussionsrunde, von ehrenamtlichen Helfern sowie der Tafel in Herzogenrath, von Bürgermeister Christoph von den Driesch und Vize-Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein, dem Café Zuflucht aus Aachen und Flüchtling Ibrahim Ataia.

Der aus Syrien stammende Rentner gab emotionale Einblicke in seine und die Geschichte seiner Familie, was für große Nachdenklichkeit im Publikum sorgte. Die beeindruckende Rundumbetrachtung der Thematik machte dieses Projekt zu Recht zum Höhepunkt der Veranstaltung. Neben Projekten, die sich mit den langwährenden Sinnfragen des Lebens befassten – etwa „Was ist Glück?“, „Wie funktionieren Liebesbeziehungen?“ –, arbeiteten die Schüler zu den Themen Obdachlosigkeit in der Region und was Leben innerhalb einer Konsumgesellschaft bedeutet.

Drogen gehen jeden an

Dem nach wie vor heiklem Thema Alkohol- und Drogensucht näherten sich die Schülerinnen Anne Berezin, Janine Wetzel, Sarah Ellerbrock, Valentina Gashi und Julia Dzemajlji. Zusammen mit den Anonymen Alkoholikern sowie Mark Krznaric, Mitarbeiter der niedrigschwelligen Suchthilfe Aachen, gingen sie diversen Fragen nach. Es sei ein Thema, das beinahe jeden aus der Bevölkerung betreffe, schließlich trinken die meisten zumindest hin und wieder Alkohol. Und auch in ihrem jetzigen Alter seien Alkohol und Drogen ein aktuelles Thema, erläuterten die Schülerinnen.

Beeindruckt waren sie von den Gesprächen mit den Anonymen Alkoholikern, der Offenheit mit denen diese ihnen begegneten und bereitwillig Aussagen auf Tonband aufnehmen ließen, die den Projekttags-Besuchern in einer Art Dunkelkammer vorgespielt wurden. Die Präsentation unterstützte Mark Krznaric, der über die Arbeit der Drogenhilfe informierte sowie Fragen der Jugendlichen rund um das Thema Drogen mit viel Anschauungsmaterial beantwortete.

Eine Premiere erlebte die Europaschule mit dem Besuch der Kuh Belle, die im Rahmen des Projekts zur fairen Landwirtschaft der Schülerinnen Katja Mertens und Anke Schneider einmal den Mertens‘schen Hof verließ und von begeisterten Kindern bewundert wurde. Den ganzen Tag über verlegten Klassen den Unterricht auf den Schulhof, um Belle einmal live zu sehen und sich über die Probleme der Landwirte in der heutigen Zeit zu informieren.

Als Melker(in) durfte sich auch versucht werden, allerdings nur an einer Holzkuh, um die Nerven von Lehrern, Eltern und natürlich Belle zu schonen.

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