Herzogenrath - Eurode-Nachtansichten sind echte Blickfänge

Eurode-Nachtansichten sind echte Blickfänge

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Stellt ihre Bilder im Foyer de
Stellt ihre Bilder im Foyer des Herzogenrather Rathauses aus: Ilona Rütten-Sieben. Foto: im Foyer des Herzogenrather Rathauses aus: Ilona Rütten-Sieben.

Herzogenrath. Wie schwer und zeitaufwendig es war, die Aufnahme am Aachener Bahnhof in den Kasten zu bekommen, daran erinnert sich Ilona Rütten-Sieben noch ganz genau: „Die ersten Züge verschwanden schon, während meine Kamera noch belichtete. Bei weiteren Versuchen lief mir jemand durch das Bild oder ein entgegenkommender Zug veränderte die Lichtverhältnisse. Das war ganz schön nervig”, erzählt sie.

Fast eineinhalb Stunden dauerte die Fotosession an den zugigen Gleisen, bis die Fotografin mit dem Ergebnis zufrieden war. Neben steifgefrorenen Fingern brachte dies auch eine Erkältung am folgenden Tag mit sich. High Dynamic Range (HDR) heißt die Technik, mit der viele ihrer Bilder erstellt wurden. Dabei wird eine Belichtungsreihe mittels Computerbearbeitung übereinander gelegt, so die perfekte Ausleuchtung einer Szenerie erreicht. Wichtig ist dabei, dass sich das Motiv während der einzelnen Aufnahmen nicht verändert oder bewegt.

Ein Jahr lang zog es die Würselenerin alleine oder gemeinsam mit ihrem Mann an die unterschiedlichsten Schauplätze - immer nachts, wenn die Straßen relativ leer, die Kulissen beleuchtet waren. „Nachtansichten” ist der Titel der Ausstellung, in der ihre besten Aufnahmen zu sehen sein werden. Die Burtscheider Brücke aus der Froschperspektive ist ein weiteres Bild aus Aachen aber auch Wahrzeichen oder Sehenswürdigkeiten aus Herzogenrath und Kerkrade werden neben nächtlicher Stimmung aus Brügge, Maastricht, Gent oder Irland präsentiert.

„Nachts mit der Kamera auf Streifzug zu gehen, hat schon einen besonderen Reiz”, meint Ilona Rütten-Sieben. Und manchmal, muss sie zugeben, war es auch ein wenig gruselig, etwa auf dem Gelände des ehemaligen und jetzt verlassenen Bahnhofs in Montzen. „Ich hockte gerade zwischen den Gleisen vor meinem Ministativ, um eine möglichst gute Perspektive auszumachen. Als ich plötzlich scheppernde Geräusche hörte und jemand mit einer Lampe auf mich zu schlurfte, wurde mir schon etwas mulmig”, muss sie im Nachhinein über ihre Ängstlichkeit lachen, denn die unheimliche Gestalt war nur ein Wachmann, der nach dem Rechten sah.

Mit sehr viel Geduld

Das besondere an ihren Bildern ist die starke Dynamik. Durch die langen Belichtungszeiten werden Wolkenhimmel dramatisch, Lichter erscheinen in breitem Farbspektrum, die Fotografien sind gestochen scharf. Diese Technik auch auf Personenfotografie anzuwenden, diese Idee ließ die Würselenerin nicht los. Sie arrangierte Bildaufbauten, die zum Thema passten, lichtete ihre Modelle wieder und wieder ab. Minimale Bewegungen zwischen den einzelnen Langzeitbelichtungen ließen das Ergebnis jedoch unbrauchbar werden. „Es hat lange gedauert und vor allem meinen Modellen sehr viel Geduld abgefordert, bis endlich ein gutes Bild aus den ganzen Aktionen hervorkam”, meint die Fotografin.

Seit über 20 Jahren fotografiert Ilona Rütten-Sieben, wagt sich an immer neue Techniken und Themen heran. Neben ihren Lichtbildern wird sie auch Fotoübermalungen präsentieren. Die großen Leinwände, auf die als Untergrund eines ihrer Bilder gedruckt wurde, hat sie in vielen Stunden Arbeit mit Ölkreiden und Künstlerstiften detailgetreu übermalt.

„Dass die erste Übermalung entstand, war eher ein Zufall.” Ein Fotoabzug auf Leinwand gefiel ihr überhaupt nicht. „Da schnappte ich mir irgendwann ein paar Ölkreiden und Künstlerstifte und zeichnete den Abzug nach. Das Ergebnis fand ich so erstaunlich, dass ich in den letzten beiden Jahren noch einige weitere Bilder auf diese Art und Weise fertigte”, erzählt sie. So entstanden unter anderem zwei Gemälde von Burg Rode. „Ich freue mich schon sehr darauf, diese Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren”, so Ilona Rütten-Sieben.

Die Ausstellung wird bis zum 25. Januar 2013 im Foyer des Herzogenrather Rathauses zu sehen sein. Vernissage ist am Donnerstag, 29. November 2012, um 18 Uhr.
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