Euro-Toques-Preisträger Jeroen Rumpen kreiert gesunde Schulmenüs

Von: Elisa Zander
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Da werden die Augen groß: Ein Spieß mit Drachenfrucht, Ananas und Kiwi. Dazu garniert Euro-Toques-Sternekoch Jeroen Rumpen eine Schokoladensoße mit Erdbeer- und Mangofruchtspiegel. Foto: Elisa Zander

Alsdorf. Es riecht nach Knoblauch, Ingwer und frischen Kräutern. Auf dem Herd köchelt eine duftende Kürbissuppe, daneben stehen Kessel mit Bio-Mais-Hühnchen und Nudeln mit Ratatouille-Gemüse.

„Doch das haben die Kinder schon in Villa-Kunterbunt-Gemüse umbenannt”, lacht Jeroen Rumpen, Küchenchef des Hotels Pullman Aachen Quellenhof. Doch bevor die jungen Köche aus der Gemeinschaftsgrundschule Broicher Siedlung sich ans Schneiden von Gemüse und Obst machen, gibt es eine Unterweisung in Küchenhygiene und eine kleine Produktlehre.

Ingwer, Zwiebeln, Zitronengras, Drachen- und Sternfrucht sowie frische Ananas sind die teils exotischen Zutaten, die die Kinder verarbeiten sollen.

Der Euro-Toques-Schulkochclub gastiert in der Schule. Die Euro-Toques-Stiftung setzt sich auf breiter Ebene für die natürliche Produktion von Lebensmitteln und die Wahrung der Natur- und Kulturlandschaft, die Pflege heimischer Erzeugnisse und die Entwicklung eines entsprechenden Verbraucherbewusstseins ein.

Der Schulkochclub will Kindern ein selbstständiges und kreatives Zubereiten von Speisen ohne Geschmacksverstärker als Alternative zu Fast-Food vermitteln. Finanziert wird das Projekt durch Spenden. Dennoch ist die Grundschule Broicher Siedlung nur eine von vier im Postleitzahlenbereich fünf, die sich an dem Angebot erfreuen.

Einfach, aber ausgefallen

Euro-Toques-Sternekoch Jeroen Rumpen hat Rezepte ausgewählt, die einfach in der Zubereitung und dennoch ausgefallen sind. „Eine Kürbissuppe gibt es bei den Kindern zu Hause eher selten”, vermutet der 31-Jährige. In anderen Kursen hat er mit Kindern Tomatensuppe gekocht - mit negativem Ergebnis.

„Die Kinder kennen nur das Fertigprodukt, und das schmeckt ihnen aufgrund von Gewohnheit und Geschmacksverstärkern besser.” Doch an diesem Tag gibt es nur ein paar, denen die Kürbissuppe nicht schmeckt. „Sehr lecker”, findet der sechsjährige Matthias. Einen Nachschlag will er aber nicht - „sonst ist kein Platz für Hühnchen und Nudeln”.

Auch das ist der Renner bei den Sechs- bis Neunjährigen, die fast ausnahmslos leere Teller zurückbringen. Zum Abschluss wartet noch ein exotischer Fruchtspieß mit selbst gemachter Schokoladensoße auf die Leckermäuler.

Jeroen Rumpen ist überrascht, dass die Kinder alles essen: „Ich glaube, dass 70 Prozent der Kinder zu Hause nicht mehr frisch bekocht werden.” Umso mehr freut er sich, dass das Experiment so gut gelingt, schließlich sei gute und gesunde Ernährung enorm wichtig, vor allem für Kinder.

Und nicht nur der Sternekoch ist begeistert, auch die Schülerinnen und Schüler singen ein Loblied: „So würde ich gerne jeden Tag essen”, sagt der sechsjährige Luca. Das finden auch die achtjährigen Jasmin und Melanie. Einige Kinder sind so begeistert von dem, was Jeroen Rumpen und sein Auszubildender Edgar zaubern, dass sie Visitenkarten verlangt haben und später ein Praktikum in der Küche machen wollen. Ein großes Kompliment, das die Köche auf ihre Philosophie und ihre Überzeugung, gesund und verantwortungsbewusst zu kochen, zurückführen.

Einfluss auf die Eltern

Bis zu den Sommerferien wird Jeroen Rumpen einmal im Monat in die Grundschule in der Broicher Siedlung kommen und mit und für die Kinder kochen: „Wenn Kinder bei mir lernen, dass die Ananas nicht in einer Dose wächst, sondern eine frische Frucht ist, ist das zwar traurig, aber besser sie lernen es hier als gar nicht. Außerdem sprechen sie ihre Eltern darauf an, die dann hoffentlich ihre Koch- und Ernährungsweise ändern.”
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