Nordkreis - Euregiobahn soll größere Kreise ziehen

Euregiobahn soll größere Kreise ziehen

Von: Karl Stüber
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Wendepunkt Poststraße in Mariadorf: Bis Dezember 2014 soll dieser Haltepunkt Endstation für die Züge der Euregiobahn sein, dann soll endlich der Ringschluss Richtung Stolberg erfolgen. Foto: Karl Stüber

Nordkreis. Die Euregiobahn fährt seit Dezember 2011 von Herzogenrath bis zum Haltepunkt Poststraße in Alsdorf. Ab Dezember 2014 ist die Weiterfahrt bis Stolberg vorgesehen, glaubt jedenfalls die Stadt Alsdorf. Noch markiert ein Prellbock das Ende der sanierten Bahnstrecke jenseits der Aachener Straße, vom Haltepunkt Poststraße aus gut einzusehen.

Wann wird die Lücke wirklich geschlossen? Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), sagte auf Nachfrage, dass interessierte Firmen beim EVS relevante Unterlagen für die Ertüchtigung des Teilstücks Begau-St. Jöris anfordern würden. Aber wann rollt der Zug bis Stolberg? Laut Fürpeil muss erst die sogenannte „Standardisierte Bewertung“ bezüglich der allseits gewünschten Elektrifizierung der Euregiobahn in Gänze abgewartet werden. Dieses Gutachten habe der Nahverkehr Rheinland (NVR) in Auftrag gegeben.

EVS will Stadtrat informieren

Dabei gehe es um die Klärung der Frage, ob das Projekt förderungsfähig ist. Dann stelle sich die Frage, ob es Sinn macht, vorab eine Strecke zu bauen, die nachträglich elektrifiziert werden muss, oder ob man nicht alles in einem Zug erledigt. Das klingt doch nach weiterer Verzögerung und Ringschluss nur „unter Strom“!? Hier will Fürpeil dem NVR nicht vorgreifen. Klar sei aber, dass der EVS bald den Alsdorfer Stadtrat über den weiteren Zeitplan unterrichten will.

Zwischenzeitlich liegen Erfahrungswerte vor, wie es denn um die fünf Haltepunkte im Alsdorfer Stadtgebiet bestellt ist: Busch, Annapark, Kellersberg, Mariadorf und eben Poststraße. Die Stadt will darauf aufbauend „kommunale Begleitmaßnahmen zur Fortführung der Euregiobahn“ ergreifen. Im Wesentlichen geht es hierbei um Park&Ride- sowie Bike&Ride-Anlagen, also Möglichkeiten, das Auto und das Fahrrad möglichst sicher und das Wohnumfeld nicht beeinträchtigend abzustellen.

Bund: Herzogenrath beispielhaft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) – hier die Kreisgruppe Aachen-Land – zählt zu den Befürwortern des Ausbaus dieser Angebote und schwärmt von mittlerweile täglich gut 12.000 Nutzern der Euregiobahn. Diese ließe sich noch weiter steigern. So hat der Bund der Stadt Alsdorf bereits im vergangenen Jahr eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen unterbreitet. Aus Sicht des Bundes ist die Euregiobahn nicht nur ein Mittel, wie „Verkehrspolitik sinnvoll und vernünftig gesteuert werden kann“, sondern auch ein wichtiger Faktor der Stadtentwicklung.

„Diesen Standortvorteil könnte die Stadt Alsdorf noch erheblich ausbauen“, schrieb Bund-Sprecher Franz-Josef Emundts. Die Einzugsbereiche der Bahnhaltepunkte ließen sich mit recht geringem Aufwand erheblich vergrößern. „Die Stadt Herzogenrath hat es bereits vorgemacht: An den Haltepunkten müssen Park&Ride- bzw. Bike&Ride-Möglichkeiten geschaffen werden!“

Auch der Aachener Verkehrsverbund (AVV) setzt auf „Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur“. Neben dem Einsatz moderner Fahrzeuge (Umstellung auf Oberleitung), Beschleunigungsmaßnahmen, benutzerfreundlicher Gestaltung der Verkehrsanlagen geht es dem AVV ebenfalls um den Ausbau von Abstellmöglichkeiten für Autos und Fahrräder.

Gesagt, getan. Die Stadt will zur Ertüchtigung der Haltepunkte 568.000 Euro investieren. Hierfür werden indes 534.000 Euro Zuschüsse erwartet, so dass die klamme Kommune „nur“ 87.400 Euro aufbringen müsste (siehe Info). Der Eigenanteil soll im Zuge der laufenden Haushaltsberatungen berücksichtigt werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung will für die Aufrüstung der Haltepunkte in seiner Sitzung am Donnerstag die Weichen stellen, Beginn um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses (1. Etage). Zu diesem Tagesordnungspunkt dürfen Einwohner Fragen stellen. Gute Gelegenheit, weitere Anregungen auf die Schiene zu setzen.

Die Verwaltung hat eine Vorschlagsliste erarbeitet. Am Haltepunkt Busch ist keine P&R-Anlage. Das Parkraumangebot im öffentlichen Straßenraum wird von der Stadt als hinreichend angesehen. Die B&R-Anlage für sechs Fahrräder decke den Bedarf ab. Am Haltepunkt Annapark wurde auf dem ehemaligen Werksparkplatz des EBV ein P&R-Angebot mit 90 Stellplätzen geschaffen, eine Abstellmöglichkeit für 26 Drahtesel ist montiert. Diese ist zeitweise ausgelastet.

Die Stadt hat erkannt, dass bei Verlängerung der Euregiobahn bis Stolberg mit zusätzlichem Bedarf zu rechnen ist. Die Verwaltung schlägt der Kommunalpolitik hier die Verdopplung auf 52 Radstellplätze vor. Im Umfeld des Haltepunkts Kellersberg, also Bahn-, Friedens- und Lassallestraße, sieht die Stadt genügend Parkmöglichkeiten – kein Handlungsbedarf. Dagegen soll eine überdachte Abstellmöglichkeit für 25 Räder geschaffen werden.

An der Station Mariadorf, die von der Blumenrather und der Straßburger Straße aus zugänglich ist, ist das Parkraumangebot laut Analyse erschöpft. Bahnpendler, die per Pkw die Euregiobahn erreichen wollen, benötigen zusätzlichen Platz. Eine Abstellmöglichkeit für Radler ist nicht vorhanden. Deshalb will die Stadt 16 Stellplätze für Autos anlegen, in der zur Straßburger Straße hin angrenzenden Parkanlage – und zwar in „naturbelassener Form“ mit Kalksteinschotter/-split nebst Beleuchtung. 25 Räder sollen unter einem Dach Platz finden.

Busbuchten und Wartehäuschen

Dem Haltepunkt Poststraße wird besondere Bedeutung für den Bereich Mariadorf beigemessen, zumal im Umfeld die Buslinien AL1 bzw. 11 stoppen. Die Haltestellen liegen jedoch ungünstig. Deshalb hat der Aachener Verkehrsverbund (AVV) angeregt, zwei Busbuchten nahe dem Haltepunkt anzulegen. Dies soll inklusive zweier Wartehäuschen umgesetzt werden, meint die Verwaltung. Zudem soll eine B&R-Anlage entstehen. 20 Pkw sollen in Verlängerung der Zufahrt zum Aldi an der Aachener Straße abgestellt werden können.

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