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EU-Abgeordnete Verheyen: „Zäune sind keine Lösungen“

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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„Schwarz auf Weiß“ in St. Marien mit Sabine Verheyen: Das Mitglied des Europäischen Parlaments stellt sich den Fragen von Moderator Christoph Leisten. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Kein Geringerer als EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat ihr ein dickes Kompliment gemacht – und das über alle Parteigrenzen hinweg: „Sie macht eine gute, ordentliche Kulturpolitik“, hatte der prominenten Würselener und Sozialdemokrat die Arbeit der Christdemokratin Sabine Verheyen charakterisiert.

Die Politikerin aus Eilendorf, heute ein Stadtteil von Aachen, war jetzt Gast bei der Talkshow „Schwarz auf Weiß“ in der Scherberger Kirche St. Marien. Und der, der das Kompliment von Martin Schulz durch eine Mail ausgelöst hatte, war der Moderator: Christoph Leisten, Schriftsteller und Lehrer aus Würselen, der Düvelstadt, zu der auch Scherberg zählt.

Professionell hergerichtet mit Strahlern und einer Bühnen-Deko, die zugleich den Altarraum abschirmte, gab es in St. Marien nur noch an den beiden Seiten freie Sitzplätze, als Gast und Talkmaster und Gast in bequemen schwarzen Sesseln Platz nahmen. Das Interesse des Publikums war groß – vielleicht auch deshalb, weil Flüchtlinge und Euroskeptizismus derzeit zu Kernthemen des politischen Geschäftes von Sabine Verheyen und ihren Mitstreitern in Straßburg und Brüssel, den Sitzungsorten des EU-Parlaments, zählen und diese Themen vielen Würselenern unter den Nägeln brennen.

Unaufdringlich und doch zielgerichtet von Christoph Leisten befragt, ließ die profilierte Politikerin dieses Bedürfnis nach glaubwürdiger und direkter Information nicht ungesättigt und gab ihren Zuhörern und dem Gastgeber in einer ganz und gar nicht abgehobenen Sprache Auskunft.

Was denn „das Gute, das Vorzügliche“ an der Europäischen Union (EU) sei, wollte der Moderator, der sich seit 2007 bei „Schwarz auf Weiß“ engagiert, eingangs wissen und musste dabei nicht lange auf eine plausible Antwort warten: „Dass wir seit 70 Jahren in Frieden leben“, sagte Verheyen wie um Europa, dessen Verfechter sich in jüngster Zeit vermehrt Anwürfen von Rechts ausgesetzt sehen, dagegen in helles Licht zu tauchen.

Nicht minder rhetorisch geschickt und überzeugend wirkte die Parlamentarierin bei der Frage, ob denn der Islam nach Europa gehöre: „Grundvoraussetzung ist der Respekt vor unseren Grundwerten.“ Worauf es ankommt, wenn es gilt, unter den über der Flüchtlingskrise entzweiten Staaten eine Einigung herbei zu führen, erfuhren die aufmerksam lauschenden Menschen in Scherberg ohne große Umschweife: „Wir müssen konkrete, handhabbare Lösungen finden.“ Denn: „Zäune sind keine Lösung.“

Immer wieder polierte Christoph Leisten bei aller Tagesaktualität den Menschen Sabine Verheyen heraus. Dem Rechtsruck in der politischen Landschaft dadurch begegnen, zentrale Werte wie Nächstenliebe und Toleranz stärker zu betonen. Ihren (potenziellen) Wählern begegnet die Eilendorferin verständnisvoll und auf gleicher Augenhöhe: „Die Ängste – die sind bei den Menschen real.“

Sehr am Herzen liegt Verheyen dabei „der Kontakt mit den Leuten“. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Ich erfahre bei diesen Besuchen so viel darüber, was die Menschen wirklich denken.“ Eines sei aber auch bei ihrer gesamten Arbeit sicher: „Das Privatleben gerät kräftig ins Hintertreffen – das muss man schon wissen“, sagt Verheyen.

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