Alsdorf - „Et jeht widder“: Jürgen Beckers ist zurück auf der Bühne

„Et jeht widder“: Jürgen Beckers ist zurück auf der Bühne

Von: mabie
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Auch zur Freude des Publikums: Wieder obenauf, doch vielleicht anders drauf ist Jürgen Beckers. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Na klar, aufgeregt war er. Und die ersten Momente waren sehr spannend für ihn. Doch wer Jürgen Beckers als Jürgen B. Hausmann im Alsdorfer Schaffrath-Haus bei seinem ersten Auftritt nach der Zwangspause erlebt hat, der sah ihn wieder, den „Jung“ wie der sympathische Alsdorfer sich gerne auch nennt.

Und der „Jung“ ist wieder da, wie er in einem kleinen Gespräch gleich nach der Premiere seines neuen Programms selbst sagt. „Et jeht widder“, lässt Beckers durchblicken, und das ist für einen, dem die Bretter, die ihm zumindest beruflich die Welt bedeuten, bei seinem Zusammenbruch förmlich unter den Füßen weggezogen wurden, schon richtig was.

Am 4. März war das, ein Tag, der sich im sonst so fröhlichen Blick des selbst ernannten Hausmanns eingebrannt hat. Aber über diesen Tag direkt spricht er heute nicht. Schon gar nicht direkt auf der Bühne, wo er natürlich weiß, dass die Menschen von seinem Zusammenbruch wissen. Wo er sich aber am Ende bedankt, bei allen, die ihn aufgefangen haben. Auf der Bühne macht Beckers den Hausmann zum Herrn über die Jahrzehnte, der mit manchmal etwas schrägem Blick, wenigen, aber völlig ausreichenden Requisiten und herrlichem Humor überzeugt.

Im neuen Programm spinnt er mächtige Fäden von internationaler und nationaler, populärer Musik der vergangenen Jahrzehnte zu den lokalen Ereignissen. Er singt was aus den 70er Jahren, Hits der 80er, doch selbst weiß er am besten, wie es war, hoch oben auf der Leiter zu stehen und zu fallen. Dass der Zusammenbruch kommen würde, das hat er damals geahnt, nicht gewusst.

Dass ihm seine Familie, seine Freunde, das Management, sein Freund und Bühnenkollege Harald Claßen, Meyer-Konzerte und das gesamte Team so viel Unterstützung in den vergangenen Monaten seit dem beinahe unvermeidlich scheinenden Zusammenbruch gaben und geben, konnte er zumindest hoffen. Und diese Hoffnung hat sich erfüllt. „Ich danke allen, vor allem meiner Familie, die alles mittragen musste“, sagt Beckers.

„Gut geschlafen“

Natürlich hat er sich am Abend vor dem Premieren-Sonntag im restlos ausgebuchten Schaffrath-Haus auch schlafen gelegt. „Ich habe gut geschlafen“, sagt er, auch wenn ihn nach dieser vom Körper verordneten Zwangspause eine wie er sagt „deutliche Anspannung“ plagte. „Man fragt sich doch, ob es klappt, ob man noch die alte Spannkraft, die alte Gelassenheit hat“, sagt er offen und ehrlich.

Offen, ehrlich und manchmal sprachlich sehr deutlich ist auch sein Alter Ego auf der Bühne, Jürgen B. Hausmann. Der freute sich an alten Schulgeschichten, an die Sachen im Turnbeutel, die meist erst mit Schuljahresende wieder den Weg nach Hause fanden. Oder an den Fahrten zu viert im Käfer nach Rimini, wo spätestens auf Höhe Eschweiler die alles entscheidende Urlaubsfrage gestellt wurde: „Sind wir schon da?“

Er ist wieder da, daran gibt es keinen Zweifel. Und er wirkt aufgeräumt, gelassen, in stillen Momenten vielleicht ein bisschen stiller, in schrillen Momenten dafür nicht gebremster, sondern vielleicht gereifter. Ohnehin ein Muster an Bühnendisziplin – wenn er sich gerade mal nicht mit seinem Publikum über gelungene Pointen freut – ist er spielfreudig wie eh und je, der Hausmann.

Im Wald spazieren

Und der Beckers? Der ist nach der gelungenen Premiere mit Zugabe froh, dass der Hausmann mehr als nur funktioniert hat. „Es ist natürlich spannend, zu sehen und zu fühlen, ob dem Publikum das neue Programm auch gefällt“, sagt Beckers. Und während sich der Hausmann früher vielleicht genüsslich den einst so beliebten Süßigkeiten-Etageren auf gekacheltem Couchtisch mit zehenunfreundlichem Eisengestell darunter gewidmet hätte, geht der Beckers jetzt ganz ruhig die kommende Zeit an. Zumindest die Zeit zwischen den Auftritten. „Ich gehe jetzt im Wald etwas spazieren“, sagt er über seine Pläne direkt nach der Premiere.

Etwas verschwitzt ist er, kein Wunder bei den tropischen Temperaturen auf der Bühne. Aber auch verschmitzt – und das bleibt er, selbst wenn der Jürgen in ihm vielleicht nun öfter auch den Beckers macht.

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