Es ist funky, es ist groovy, es hat Soul. Doch der Saal bleibt leer.

Von: mabie
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Soul, Funk und Rhythmus: Dafür sorgte das Sextett „Soultag“ aus Übach-Palenberg, das am Samstagabend im Herzogenrather „Klösterchen“ die altehrwürdigen Mauern mit feinsten Klängen erfüllte. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Ein wenig niedergeschlagen war Wilfried Hammers vom „Klösterchen“ am Samstagabend schon. „Da rackert man sich ab, bietet ein Top-Programm, doch der Besuch ist leider etwas mau“, sagte er am Rande des Abends mit Soul. Dabei war es das Sextett von „Soultag“, das sich ob des unvorhersehbaren Wetters lieber drinnen hinter den Mauern des Klösterchens mit einer allerbesten Mischung aus Blues, Funk und Soul präsentierte.

„Man muss ja nicht unbedingt nach Detroit oder Chicago reisen, um diese Musik zu erleben“, hatte Wilfried Hammers als organisatorischer Kopf des „Klösterchen“-Teams noch vor dem Startschuss gesagt. Er sollte recht behalten, denn das, was Anna Kurth am Mikrofon, Wolfgang Löchte an der Gitarre, Michael Blesken am Schlagzeug, Alwin Nagel am Bass, Udo Maaß mit Trompete und Tasteninstrumenten und Martin Bürsgens am Saxophon da an musikalischer Energie in ihre live eingespielten Stücke packten, war mehr als nur aller Ehren wert. Es war funky, es war groovy, es hatte Soul, und es zeigte beinahe exemplarisch die große Dynamik, die einer etwas größeren Besetzung mit Schlagwerk, Bläsern und einer passenden Stimme erzeugen kann.

Zwar waren nur wenige Gäste dem Lockruf des Souls gefolgt, die erlebten aber einen von Beginn an explosiven und exklusiven Streifzug durch Klassiker und Neuauflagen. Aretha Franklin, Otis Redding und Curtis Mayfield kamen ebenso zu Ehren wie die Motown-Hits der 70er Jahre. Schließlich warfen die Sechs auf der Bühne noch ein paar kecke klangliche Seitenblicke auf die kompositorische Kunst von Stevie Wonder. Und damit lag das mit vielen Pädagogen besetzte Sextett aus Übach-Palenberg goldrichtig, denn die Stimmung, die ihre scharfen Bläsersätze und funkigen Riffs erzeugten, übertrug sich gleich auch auf die Gäste.

Stichwort Übertragung: „Sicherlich hat uns das Deutschlandspiel ein paar Gäste geraubt“, meinte in einer Pause vom funkigen Soulsturm auf der Bühne auch Wilfried Hammers. Aber eigentlich war das auch kein richtiger Grund, sich nicht dem Genuss im „Klösterchen“ hinzugeben. Denn, so war in der Pause zu hören, die Musiker, von denen die Sängerin sogar mit Deutschland-Fanshirt auf der Bühne stand, spielte nicht einfach ihren Stiefel runter, um dann flott zum Private-Viewing aus den heiligen Mauern zu verschwinden.

Nein, sie hielten durch, unterhielten die Gäste und hielten am Ende des grandiosen Abends mit Seele in der Musik und mit Herz für den Fußball auch beim „Klösterchen“-eigenen Public Viewing auf der riesigen Leinwand Jogis Jungs die Daumen.

Am Ende war dann auch hier der erlösende Jubelschrei nach dem nervenfressenden Elfmeterschießen unüberhörbar.

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