Es fehlt an Angeboten: Schüler wandern aus Würselen ab

Von: ehg
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Schüler
Konzentriert lernen: Aber an welcher Schule? Symbolbild: dpa

Würselen. Zur geplanten Errichtung einer Gesamtschule in der Stadt waren Anfang des Jahres 77 Schüler angemeldet worden. 100 wären nötig gewesen, um das Vorhaben zu realisieren. Den Ausschuss für Bildung interessierte jetzt, welche Alternative die 77 angemeldeten Kinder gewählt haben.

Wie Fachbereichsleiter Herbert Zierden darlegte, wechseln 42 zu einer Gesamtschule außerhalb der Stadt, 25 haben sich für die Realschule Würselen entschieden, sechs meldeten sich am Städtischen Gymnasium an, je ein Schüler besucht die Förderschule beziehungsweise eine Realschule außerhalb der Stadt. Für zwei liegt noch keine Rückmeldung vor. Insgesamt wechseln 360 Viertklässler zu den weiterführenden Schulen der Stadt, zwölf kommen von außerhalb.

Der Ausschuss hielt sich in der Bewertung der vorgelegten Zahlen zurück. Erteilte er doch der Verwaltung den Auftrag, zur Weiterentwicklung der Schullandschaft in Würselen einen Runden Tisch unter Beteiligung von Vertretern aller in Würselen vorhandenen Schulformen, aller im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen und der Verwaltung einzusetzen. Mit seiner Moderation soll das Bildungsbüro der Städteregion beauftragt werden. Die hohe Zahl von Schülerinnen und Schülern, die ihr gewünschtes Schulangebot in Würselen nicht finden, lasse – so die Verwaltung – grundsätzliche Überlegungen zur Weiterentwicklung der Schullandschaft notwendig erscheinen.

„Es ist eine Katastrophe, dass so viele Kinder keine schulische Heimat innerhalb der Stadt finden“, bezog SPD-Sprecher Ulf Dreßen kurz Stellung. Darunter litten auch die Vereine. CDU-Sprecher Peter Havers kann nicht verstehen, dass so viele Viertklässler auspendeln, obwohl es zwei Gymnasien und eine Realschule gibt. „Wir müssen unsere Schulen noch besser aufstellen“, forderte er. Darin pflichtete die Leiterin des Städtischen Gymnasiums, Lydia Becker-Jax, ihm bei: „Wir müssen den Ganztag vernünftig umsetzen und darin investieren.“ Die Schulen müssten besser gemacht werden, damit sie der Konkurrenz gewachsenen seien. Dazu der UWG-Sprecher Walter Quadflieg: „Wir müssen ein differenziertes schulisches Angebot unterbreiten.“

Den Grund dafür, dass so viele Schüler auspendeln, sah Eva-Maria Voigt-Küppers (MdL) darin, dass Würselen nicht mehr alle Bildungsangebote vorhalte. Sie plädierte, dass wieder alle realisiert werden. An die Gestaltung der schulischen Landschaft müsse behutsam herangegangen werden. Dass die Hauptschule „tot getrampelt“ worden sei, bedauerte FDP-Sprecherin Barbara Breuer.

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