Erziehungsstellenberatung: Kindern Halt und eine Familie bieten

Von: mas
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Sohn und Eltern möchten sich gegenseitig nie missen: Martin und Petra Eyckeler mit ihrem Sohn Marvin, der mit viereinhalb Jahren in die Pflegefamilie kam und sich seitdem glücklich fühlt. Foto: Sigi Malinowski
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20 Jahre kompetente Beratung in Sachen Erziehungsstelle und Pflegefamilien: Von links Ingrid Breuer (Herzogenrath), Mathilde Uhr (Eschweiler), Carla Steinbeck (Städteregion) und Sabine Weller (Alsdorf). Foto: Sigi Malinowski

Nordkreis. Sie waren die Ersten. Noch bevor es amtlich wurde und sich Erziehungsstellen bildeten. 1995 nahm die damals in Herzogenrath wohnende Familie Eyckeler den kleinen Marvin (viereinhalb Jahre alt) bei sich auf. Bei zwei leiblichen Kindern vergrößerte Marvin die Familie um das dritte Kind.

Petra und Martin Eyckeler zeigten noch mehr soziales Engagement und Liebe. Sie nahmen zwei weitere Kinder in ihren Kreis auf. Heute sagt der inzwischen 27-jährige Marvin Kapell: „Ich glaube, nein ich weiß, ich bin in die beste Familie hineingekommen, die ich hätte kriegen können.“

Später zogen die Eyckelers nach Nideggen-Abenden. Von dort kamen sie jetzt nochmals in die Rodastadt. Mit Marvin. Der Anlass war ein sehr freudiger. Denn vor 20 Jahren wurden die ersten Erziehungsstellen im damaligen Kreis Aachen gebildet. Das feierte man nun in der Burg Rode.

Die Beraterinnen von vier Erziehungsstellen hatten Familien mit ihren Pflegekindern oder auch Ehemalige aus allen Erziehungsfamilien zu einem großen Treffen anlässlich des 20. Geburtstags eingeladen. Für Alsdorf hatte das Sabine Weller übernommen, Herzogenrath präsentierte Ingrid Breuer, Mathilde Uhr kam aus Eschweiler dazu und die Städteregion vertrat Carla Steinbeck. Ingrid Breuer leitete bei Kaffee und Kuchen ein: „In den vergangenen 20 Jahren sind über 80 Kinder in mehr als 50 Erziehungsfamilien aufgenommen worden.“

Dringend neue Familien gesucht

So positiv diese Zahl auch erscheinen mag, es werden weiterhin dringend Familien gesucht, die Kinder zwischen null und 21 Jahren aufnehmen würden, appellierte Sabine Weller.

Einige Erziehungsstellenfamilien der ersten Stunde leben immer noch mit ihren Pflegekindern zusammen. Andere Erziehungsstellenkinder sind mittlerweile erwachsen, halten aber noch Kontakt zu ihren ehemaligen Familien.

Zur Begrüßung unterstrich der Erste Beigeordnete und Kämmerer der Stadt Herzogenrath, Hubert Philippengracht, unter anderem: „Diese Kooperation hat sich entwickelt.“ Und an die Familien und auch an die Betreuerinnen gerichtet sagte der Dezernent: „Ohne Sie würde das alles nicht gehen.“

Bei vielen Familienmitgliedern – ob Eltern oder Kinder – war auch immer wieder so etwas wie Dankbarkeit aus den Augen zu lesen. Auffallend aber nicht ungewöhnlich war auch die überaus heitere Atmosphäre, die das Treffen prägte. Ingrid Breuer: „In dieser Form machen wir das nur alle zehn Jahre.“ So ist anzunehmen, dass 2027 einige Enkel dazukommen werden. Sehr interessant empfanden Kinder und Eltern die Burgführung. Diese wurde von der Chefin höchstpersönlich in mehreren Rundgängen ausgerichtet: Denn auch Kuratoriumsvorsitzende Catharina Scholtens ist eine liebevolle Mutter, wie unschwer herauszuhören war.

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