Erster Kaiser in der Geschichte der Scherberger Schützen

Von: ehg
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Zum ersten Mal in der 123-jährigen Geschichte der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Würselen-Scherberg gab es mit Heinz Thunig einen Kaiser. Von rechts nach links: Brudermeister Karl-Jürgen Schmitz, Prinz Nils Weirauch, Kaiserpaar Heinz und Andrea Thunig sowie Schülerprinz Benedikt Bosch. Zu Gast beim Schießen: Bundesschützenkönig Nikolas Rosenstock. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Scherberg von 1894 hat zum ersten Mal in der langjährigen Geschichte einen Kaiser hochleben lassen: Heinz Thunig. Er machte in der elften Runde mit dem 120. Schuss wahr, was er sich im vergangenen Jahr gelobt hatte. Seit 36 Jahren Mitglied der Bruderschaft, schoss er um 19.12 Uhr zum fünften Mal den Vogel ab.

Nicht enden wollte die Reihe der Gratulanten. Unter ihnen auch der Bundeskönig des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Nikolas Rosenstock von den St.-Laurentius-Schützen in Aachen-Laurensberg. Die Scherberger „Spellsleute“ freuten sich darauf, mit ihm erstmalig ein Kaiserspiel in ihrem „Quartier“ aufziehen zu dürfen.

Bereits am Vortag hatten drei Schüler mit dem Luftgewehr auf einen Vogel geschossen. Ihn holte mit dem 83. Schuss Benedikt Bosch von der Stange. Er ist der neue Schülerprinz. Fünf Jugendliche läuteten mit ihrem Wettstreit den Königsvogelschuss am nächsten Tag auf der Anlage an der verlängerten Paulinenstraße ein. Sie feuerten 91 Schuss mit Kleinkalibergewehr auf das Holz auf der Stange ab.

Nils Weirauch ging als Prinz aus dem Wettbewerb hervor und wird damit genauso wie Benedikt Bosch die Scherberger Bruderschaft bei den anstehenden Wettkämpfen auf höherer Ebene vertreten. Ein letztes Mal genoss beim Umzug durch den Ortsteil unter den Klängen des Spielmannzuges Grün Weiß Eschweiler der amtierende König Hans-Günter Göttgens das Bad in der Menge.

Insgesamt marschierten mit ihm 37 Schützen auf und legten in der ersten Runde das Gewehr auf den Vogel an. Immer mehr Schaulustige bevölkerten die Schützenwiese.

Unter ihnen begrüßte Brudermeister Karl-Jürgen Schmitz neben dem Bürgermeister Abordnungen fast aller Würselener Schützenvereine. Bezirksbundesmeister Karl-Josef Offermanns ehrte er im Auftrage des Bundes in Anerkennung seiner Verdienste um das Schützenwesen mit einem Ehrenorden. Nach einem ersten kühlen „Blonden“ traten elf ambitionierte Schützen dann in der zweite Runde in den finalen Wettstreit um die Königswürde ein.

Runde um Runde stellten sie ihre Treffsicherheit zwar unter Beweis, der Vogel zeigte aber nur wenig Regung.

Kurz nach 19 Uhr schien sich ein baldiges Ende abzuzeichnen. Doch waren sich die „Gelehrten“ nicht ganz einig darüber, wie viele Schuss er noch einstecken werde. Umso größer war bei den meisten Protagonisten, als um 19.12 Uhr Heinz Thunig dem „Federvieh“ ein jähes Ende bereitete und Moderator Franz-Josef Offermann freudig verkündete: „Wir haben einen Kaiser!“ Alexandra Reiß und Markus Frölich von der Gemeinde St. Marien erbaten für die neuen Würdenträger Gottes Segen und segneten das Königssilber.

Da es – bis auf ein paar Tropfen – weitgehend trocken blieb, wurde noch lange unter freiem Himmel am Rande des Wurmtals auf den Kaiser angestoßen.

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