Herzogenrath - „Erste europäische Stadt” in starker Festtagslaune

„Erste europäische Stadt” in starker Festtagslaune

Von: Lars Odenkirchen
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Hoch hinaus auf der Eurodemeile: Artistische Darbietungen gab es auf der Honéestraat zu bewundern. Foto: Lars Odenkirchen

Herzogenrath. Es ist ein Bild mit Symbolcharakter: Einträchtig schlendern ein deutscher und ein niederländischer Polizist nebeneinander her, der eine im bekannten grün-beige, der andere ganz in blau.

Sie unterhalten sich und halten ein Auge darauf, dass alles seinen ordentlichen Gang nimmt. Die beiden leben das, wovon so oft die Rede ist: Europa, das sind nicht nur merkwürdige Verordnungen zur Größe von Bananen, Europa ist eben auch Realität, gerade auch in der Grenzstadt Herzogenrath.

Zum großen Eurode Familien- und Begegnungsfest haben die beiden Nachbarstädte Herzogenrath und Kerkrade geladen. Da liegt es liegt auf der Hand, dass gerade die „Neustraße/Nieuwstraat”, die einst mit einem Mäuerchen die Länder und Städte teilte als Ort ausgewählt wurde. Vom Eurode Business Center aus zieht sich eine „Eurodemeile” entlang der Neustraße, an deren Kopf eine große Bühne Platz findet.

Auf ihr präsentieren sich den ganzen Tag lang vor allem Orchester und Chöre, zwischendurch sorgen ein Quiz, ein Kinderprogramm und die munteren Ankündigungen von Moderator Jack Schiffelers für Auflockerung. Ein bisschen rockiger geht es am anderen Ende der Meile zu: Links neben dem Business Center steht eine zweite Bühne, auf der vor allem E-Gitarren, satte Bässe und wummernde Schlagzeuge den Ton angeben.

Viel zu sehen gibt es aber nicht nur dort: Entlang der Meile haben zahlreiche Vereine und Organisationen aus beiden Städten Stände errichtet, um über ihr Tun zu informieren oder die Gäste einmal zum „Selbermachen” zu animieren, etwa bei einer Kunstwerkstatt. Auch zwei Parteien haben Posten bezogen: Sie werben um Stimmen, natürlich für die Europawahl.

Eben diese findet ja oft eher wenig Zuspruch, was wohl zeigt, dass trotz der Nähe die Bedeutung der Zusammenarbeit noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. Umso weniger wird Jos Som müde zu betonen, wie wichtig das gemeinsame Handeln der Partnerstädte ist. „Es ist für uns wichtig, dass wir Dinge zusammen tun. Wer an Eurode denkt, der denkt an Europa”, betont der langjährige Bürgermeister der Stadt Kerkrade, der gleichzeitig Vorsitzender des Zweckverbands Eurode ist. Eurode sei die „erste europäische Stadt”, meint Som, „Eurode, das sind wir.”

Tatsächlich wird heute an vielen Stellen klar, dass es zusammen ein bisschen besser klappt. Zum Beispiel, wenn es die Sicherheit angeht: Die Feuerwehren beider Städte arbeiten fast ein halbes Jahrhundert zusammen, wofür ihnen an diesem Tag auch eine Ehrenmedaille verliehen wird. Ins Gespräch kommen die Menschen aber auch über die Sportvereine, die ihr Angebot präsentieren oder aber über die Grünmetropole, die durch beide Länder läuft und sich heute noch einmal vorstellt.

Ganz entscheidend könnten aber vor allem die Begegnungen ein wenig abseits der Neustraße, auf der großen Wiese mit den Rutschen und Hüpfburgen sein - hier spielen Kinder beider Eurode-Stadtteile gemeinsam, und die haben für gewöhnlich noch die wenigsten Hemmungen, aufeinander zuzugehen.
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