Ersatz-Dreigestirn schiebt Bürgermeister ins närrische Abseits

Von: Christina Vedar
Letzte Aktualisierung:
4939166.jpg
Es half alles nichts: Ersatzprinz Gerhard Römer (l.), Ersatzbauer Achim Mallmann (2.v.l.) und Ersatzjungfrau Karl-Erich Crumbach (r.) nehmen zusammen mit Renate Worms (3.v.l.), Geschäftsführerin des Komitees Würselener Karneval, Bürgermeister Arno Nelles den Stadtschlüssel ab.

Würselen. Engelchen und Bengelchen soweit das Auge reicht ... Das Düvelstädter Rathaus ist dicht besiedelt von fröhlich umher schwirrenden rot-schwarzen Gestalten und mittendrin ein tanzender Tiroler, der auch bekannt ist als Bürgermeister Arno Nelles.

Um 11.11 Uhr und ein paar jecke Sekündchen später marschieren die Karnevalsvereine der Stadt – KG Au Ülle, der 1. Würselener Karnevalsverein (WKV) und die KG Burggrafen – zum Rathaus, natürlich samt Kapelle und Kanone im Gepäck. Auch wenn in diesem Jahr kein Karnevalsprinz dabei war, den Würselener Narren hat er nicht unbedingt gefehlt, jedenfalls am Donnerstag nicht.

Denn es gab dennoch ein zu allem entschlossenes Dreigestirn: Gerhard Römer, Präsident des 1. WKV, fungierte als Prinz, als Jungfrau Karola Erika (vom Prinzen auch liebevoll Karola Erotica genannt) brillierte Karl Erich Crumbach, der Präsident der Burggrafen, und als Bauer machte Achim Mallmann, Präsident der Au Ülle, diesem Posten alle Ehre.

Närrische Übermacht

Mit lautem Kanonengeknalle wurde das Rathaus am Morlaixplatz aufs Heftigste bestürmt. Bürgermeister Nelles und seine Engelchen und Bengelchen verteidigten die Stadtverwaltung zwar tapfer. Doch letzten Endes konnten sie der närrischen Übermacht nichts mehr entgegenhalten. Aber ganz so einfach wurde es dem Ersatz-Dreigestirn dann doch nicht gemacht: Im gefallenen Rathaus war der Bürgermeister nämlich nirgendwo zu finden.

Der Mut der blondgezopften schönen Jungfrau war ungebrochen, und so fand sie das Stadtoberhaupt schließlich, als tapferen Tiroler verkleidet. Sein Schicksal war schnell besiegelt: Der Schlüssel wurde ihm kurzerhand abgenommen. In einereinfach bereiften, von einem Mann betriebenen, silbernen Edelkarosse, auch Schubkarre genannt, wurde der Bürgermeister schließlich abgefahren – bis am Mittwoch die Jeckerei vorbei ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert