Erkennungsmarke erinnert an Peter Prepols

Von: mas
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Eine klare Sache: Das kann nur Peter Prepols aus Oidtweiler gehört haben, trägt doch der Rest der Erkennungsmarke des Soldaten eindeutige Hinweise. Fotos (2): Sigi Malinowski
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Ein bewegender Moment: Zur Präsentation der Erkennungsmarke von Peter Prepols, die etwa 100 Jahre alt ist, waren auch seine Söhne Gottfried (vorne l.)und Matthias (vorn, 2.v.l.) sowie Enkel Thomas (hinten, 3.v.l.) zugegen. Andreas Holz (l.) übergab die Marke dem Geschichtsverein Baesweiler, unter anderen vertreten durch die Vorsitzende Catharina Scholtens (vorne, 2.v.r.).

Baesweiler. Wenn es die Kraft noch zulässt, werden die Brüder Gottfried und Matthias Prepols vielleicht mal nach Frankreich reisen, um den Spuren ihres Vaters Peter zu folgen. Es würde dann nach La Boisette an der Somme gehen. Dort wurde Peter Prepols aus Oidtweiler schwer verwundet. Und dort blieb auch seine Erkennungsmarke in den Wirren des Ersten Weltkrieges liegen.

Der damals 24-jährige Soldat aus Oidtweiler, geboren am 30. April 1893, überlebte den Krieg. Aber seine Erkennungsmarke blieb verschollen. Bis zu dem Tag, als der Geschichtsverein Baesweiler einen Anruf des Vereins zur Bergung Gefallener in Osteuropa (VBGO) bekam. Andreas Kitz und Andreas Holz aus Jülich gehören beide diesem Verein an. Andreas Holz war es, der in Frankreich recherchierte und vom Fund der Marke erfuhr.

Im Garten ausgegraben

„Der Finder hatte sie im eigenen Garten ausgegraben. Wichtig war der Grundstücksbesitzerin das Zusammenarbeiten vieler Nationen nach dem Motto ‚Versöhnung über den Gräbern‘“, erzählte Andreas Holz nun als Gast beim Geschichtsverein. Dort hatte man das kleine Metallstück, das quasi als „Personalausweis“ diente, den Prepols-Brüdern präsentiert.

Außerdem warf auch der 48-jährige Prepols-Enkel Thomas einen Blick auf Opas Erkennungsmarke. Zudem präsentierte der Geschichtsverein auch noch ein Foto des tapferen Soldaten. „Als ich das sah, wusste ich sofort, dass ist Opa“, hatte Enkel Thomas den Großpapa ja noch selbst kennengelernt. Am 23. August 1973 ist Prepols, ein Oidtweiler Jung, im Alter von 80 Jahren gestorben. „Ich glaube, er wäre sehr gerührt gewesen, wenn er das noch miterlebt hätte, dass man seine Erkennungsmarke findet“, vermutet Thomas.

Der Enkelsohn erinnert sich an seine Kindertage, „als der Opa im Hause an der Schulstraße „oben neben dem Ofen saß“. Das Überleben des damaligen Soldaten war dann auch das Glück der Familie Peter und Maria Prepols, geborene Beemelmanns. Denn: „Wir hatten noch acht weitere Geschwister“, sagt Gottfried (78), der neben seinem Bruder Matthias (84) noch die gemeinsame Schwester Margarete (Maibaum) hat.

Selbst Enkel Thomas gesteht, „emotional sehr aufgewühlt zu sein“, schaut er sich immer wieder die Erkennungsmarke an. Der Familienname ist vom Metall abgebrochen, aber das noch sichtbare komplette Geburtsdatum und die Prägung „Oidtweiler“ sowie der Vorname geben 100-prozentige Sicherheit, dass es sich um diesen Soldaten handelt.

Ehrenplatz beim Geschichtsverein

Der Maurer und Familienvater Prepols wird nun über seine Erkennungsmarke einen Ehrenplatz in einer Vitrine des Geschichtsvereins bekommen. Gemeinsam hoffen der VBGO und der Baesweiler Geschichtsverein, weitere Schicksale aufklären zu können. Andreas Holz bittet „die Bewohner der Region, falls sie noch Informationen über mögliche Grablagen haben, teilen Sie uns diese bitte mit“.

Auch der Geschichtsverein wird sich verstärkt um das Thema „Erster Weltkrieg“ kümmern. Um Peter Kullick herum wurde ein neuer Arbeitskreis gebildet. Auch den stellte der Verein im Rahmen der Präsentation der Erkennungsmarke vor.

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