Erinnerung an Mitbürger Erich Zwiebel

Von: dag
Letzte Aktualisierung:
10063150.jpg
Mahnung: Bürgermeister Alfred Sonders verlegte den Stolperstein für Erich Zwiebel. Foto: D. Meyer-Roeger

Alsdorf. Zum 70. Mal jährt sich das Kriegsende. Anlass, auch in Alsdorf der millionenfachen Opfer der Terrorherrschaft des Nazi-Regimes zu gedenken. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Wider das Vergessen“ wurde an der Ecke Broicher Straße/Grenzweg auf dem Gehweg ein weiterer von insgesamt 36 Stolpersteinen verlegt.

Im Haus Nummer 11 an der Broicher Straße hatte Erich Zwiebel sein Möbelgeschäft „Westfalia“. Damals habe er als jüdischer Bürger inmitten nicht-jüdischer Nachbarn unauffällig und friedlich gelebt. Bis die Rassengesetze kamen und schließlich die Deportationen. Im Oktober 1938 wurde Erich Zwiebel nach Polen verschleppt und später in Mauthausen ermordet – weil er Jude war.

Name wird wieder lebendig

Im Beisein von Vertretern des Stadtrates und der Verwaltung, des Alsdorfer Geschichtsvereins, des Arbeitskreises „Wider das Vergessen“ um Sprecher Stephan Saffer sowie anteilnehmenden Bürgern verlegte Bürgermeister Alfred Sonders den Stolperstein, der an Erich Zwiebel und seine Bedeutung für Alsdorf erinnern soll. „Die Verlegung von Stolpersteinen in unserer Stadt ist inzwischen nicht mehr so ungewöhnlich. Wir haben mit dem Arbeitskreis zusammen bisher schon einige verlegt“, unterstrich der Erste Bürger der Stadt.

Durch die Verlegung des Stolpersteins werde Zwiebels Name wieder lebendig und bleibe Zeuge eines verbrecherischen Systems, sagte Geschichtsvereins-Mitglied Dr. Franz Schneider, der Ahnenforscher ist und sich besonders der Geschichte der jüdischen Mitbürger in Alsdorf angenommen hat.

Schneider betonte, wie wichtig es sei, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus aufrechtzuerhalten. „Wir brauchen keine Marktschreier“, sagte er, sondern man brauche Bürger – auch Vertreter der jüngeren Generation –, die „die Würde in Recht und Freiheit“ tragen. Nur so könne Frieden wachsen, appellierte Schneider.

Gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer Konrad Dreeßen und Pastor Paul Schnapp von der evangelischen Kirchengemeinde wurde das „Vater unser“ gebetet. Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier von Kindern der Familie Grunewald.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert