Erfüllung eines Traums: Beim Royal Edinburgh Military Tattoo dabei

Von: mas
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Baesweiler. Manchmal träumt sich die 45-jährige Standesbeamtin im Aachener Rathaus, Marion Neumann, einfach weg. Ins schottische Edinburgh. Dort erfüllte sich für die Musikerin aus Loverich ein Traum: Zusammen mit ihrem Bruder Heinz Jungbluth (57) nahm sie am Royal Edinburgh Military Tattoo teil.

Nicht auf der Tribüne. Die Geschwister spielten aktiv mit. Und das hat eine gar nicht so lange, aber spannende Geschichte.

Marion Neumann interessiert sich seit Jahren fürs Spiel mit der Bag Pipe, dem Dudelsack, während es ihrem Bruder die Snare Drum angetan hat. Zusammen mit ihrer „Hauskapelle“, dem Trommler- und Pfeiferkorps Loverich, reichte es in jüngster Zeit auch zu einigen Soloauftritten. Aber das Geschwisterpaar suchte nach intensiverer Ausbildung, nachdem man die ersten Schritte beim Lovericher Fachmann Günter Markenstein, der einen guten Namen in der Highland-Musikszene hat, unternommen hatte.

Man traf auf die Formation „Crossed Swords Pipe and Drums“, eine Pipeband, die unter der Leitung der Britischen Armee steht. Gegründet wurde sie im Jahr 2007 auf Initiative des damaligen Befehlshabers der britischen Streitkräfte im Hauptquartier Mönchengladbach-Rheindalen. Dieses Ensemble besteht aus über 50 Musikern aus ganz Europa. „Wir trafen den musikalischen Leiter David Johnston, der unsere weitere Ausbildung übernahm“, erzählt Marion Neumann. Johnston zeigte sich beeindruckt von der Lernfähigkeit der Geschwister.

Dann kam der Tag, an dem das Aufgebot fürs „Tattoo“ 2015 zusammengestellt wurde. Das ist für die Musiker ungefähr so spannend wie die Benennung des Fußball-WM-Kaders für Fußballfans. „David fragte uns, ob wir möchten“ – da fiel Heinz Jungbluth fast die Kinnlade herunter. Sie, die „Junioren“ des „Crossed Swords“ bekamen das Angebot, den „Full-Dress“, die Galauniform der schottischen Highland-Regimenter tragen zu dürfen! Und dann gleich 24 Mal, denn so viele Auftritte hatte die Pipe-Band.

An jedem Abend dieses Welt-Musikfestivals, das im Oktober stattfand, säumten 9000 Fans die Musikzelebration im Edinburgh-Castle. „Das kann man einfach nicht beschreiben. Dreimal waren wir als Zuschauer in den vergangenen Jahren dabei und dann standen wir auf selbst hinter diesem Riesentor und wussten nicht, was uns dahinter erwartete“, erzählt Jungbluth.

Die Fanfare erklang – und dann ging das Tor auf. „Zuerst haben wir nur in die Nebelschwaden gesehen, aber als der sich verzog, war‘s der helle Wahnsinn“, berichtet Neumann immer noch sichtlich begeistert. „Die ersten drei Tage liefen die BBC-Kamerateams zwischen den Musikerreihen und man musste sehen, dass man auch Schritt hielt“, erzählt sie. Denn teilweise tummelten sich bis zu 210 Musiker gleichzeitig auf dem Innenhof des Castles.

Jetzt, mit einem bisschen Abstand zum Weltfest, sagen beide übereinstimmend: „Es war das Größte, was uns als Musiker passieren konnte.“ Selbst die Busfahrten vom Campus zum Castle bleiben ihnen unvergessen. „Wir sind immer singend nach Hause gefahren“, sagt Jungbluth und schmunzelt. Kräftige Mitsänger waren die Mitglieder der Ehrengarde Washington.

Wie populär das Festival ist, macht Marion Neumann an einer Zahl fest: „Es gibt Leute, die bezahlen für einen Besuch 500 Euro und mehr, und wir waren selbst dabei.“

Heute feiert Marion Neumann ihren Geburtstag. Nicht nur darauf wird sie anstoßen. Auch auf einen Traum, der vor ein paar Monaten wahr geworden ist.

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