Alsdorf - Entgegen dem Plan mehr Bäume in Ofden gefällt

Entgegen dem Plan mehr Bäume in Ofden gefällt

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
9994755.jpg
Abgeräumt: Die ehemaligen Gebäude des Vereins für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) in Ofden sind Geschichte. Zudem wurden mehr Bäume gefällt als geplant. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Der Grüne Horst-Dieter Heidenreich ist sauer – und es geht um Grün. „Im Zuge des Abrisses der bis vor kurzem vom Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) genutzten Schulgebäude an der Alfred-Brehm-Straße wurde auch der umgebende Grünbereich mit altem Baumbestand weitgehend dem Erdboden gleichgemacht“, schreibt der Ratsherr der Grünen zürnend an Bürgermeister Alfred Sonders.

Das Thema dürfte neben den Grünen auch viele Ofdener interessieren, die im Zuge der Diskussion um den Bebauungsplan um das Grün dort und im Umfeld bangten. Der geplanten Nachfolgenutzung des nun freigeräumten Areals, also dem Bau von Wohnhäusern, liegt der sogenannte Masterplan für Ofden zugrunde. Zu diesem Konzept der weiteren städtebaulichen Entwicklung von und in Ofden hatte unsere Zeitung in Kooperation mit der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing auch ein Stadtgespräch in der Sport- bzw. Bürgerhalle organisiert, die auf genau diesem Areal erhalten bleibt. Titel der Veranstaltung, an der viele Ofdener teilnahmen und intensiv mit Vertretern der Kommune diskutierten, lautete „Mein Ofden“.

Zum (vermeintlichen) Kahlschlag erinnert Ratsmitglied Heidenreich an die Vorgeschichte und führt aus, die ursprünglichen Planungen hätten den Erhalt einer ganzen Reihe von Bäumen vorgesehen. Er bezieht sich hierbei auf den „ersten, noch etwas unspezifischen städtebaulichen Entwurf zum Bebauungsplan“ aus dem Jahre 2012.

Im „Städtebaulichen Konzept“ vom Januar 2013 seien es dann schon weniger Bäume (vier im Innenbereich des Geländes) gewesen, die weichen sollten. Dieses Planungskonzept sei auch in Anlage dem Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung im September und des Stadtrates im Oktober 2013 beigefügt worden, so dass diese städtebauliche Planung Teil dieses Satzungsbeschlusses gewesen sei und man davon ausgehen müsste, dass diese auch umgesetzt wird.

Und Heidenreich weiter: „Im Februar dieses Jahres war das Gelände dann nochmals Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung:. Hier ging es um die Erschließung des Geländes durch die Bauland GmbH. Hinzugefügt war ein Lageplan zur Erschließung, auf dem nur noch ein Baum den ‚Punkt‘ für Erhaltung aufweist, andere nur einen kleinen Kreis, der ‚Anpflanzung‘ bedeutet.“

„Entsprechend ist an Ort und Stelle von dem seinerzeitigen Parkcharakter des ehemaligen VabW-Geländes (ein Flügel des in den 1950er Jahren bewusst gestalteten Ofdener Grünkreuzes) auch nichts mehr zu sehen“, lautet der Vorwurf des Grünen. Heidenreich will nun von Bürgermeister Sonders wissen, warum das dem Beschluss zum Bebauungsplan zugrunde liegende städtebauliche Konzept nicht umgesetzt wurde. Er fragt, inwieweit „weitreichende Änderungen“ des Beschlusses nachträglich rechtlich zulässig seien. Er argwöhnt: „Inwiefern wurden hier etwaige Forderungen des Investors aufgegriffen, die eine weitere Reduzierung des Baumbestands über das städtebauliche Konzept vom Januar 2013 hinaus zur Folge hatten?“ Zudem geht es ihm um Kompensation des Grünverlusts und um die Frage, in wieweit damit zu rechnen sei, „dass auch in den anderen Bereichen im Stadtteil Ofden, in denen Bebauungspläne aufgestellt werden (Gymnasium-, Realschulgelände, Festwiese etc.), vorhandene Grünbereiche im städtebaulichen Konzept nach Satzungsbeschluss nachträglich weiter reduziert werden“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte in einer ersten Reaktion Bürgermeister Alfred Sonders, es gehe im wesentlichen um zwei große Bäume, die entgegen der Planung hätten weichen müssen. „Sachliche Gründe“ hätten dies leider notwendig gemacht. Das habe mit dem weit ausladendem Wurzelwerk zu tun (entsprechend der Baumkrone). Selbstverständlich werde der Grünverlust kompensiert. Zudem seien ohnehin weitere Anpflanzungen geplant. Wie vom Grünen Heidenreich gewünscht, werde die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag, 7. Mai, detailliert Stellung beziehen. Beginn der Sitzung ist um 17.30 Uhr. Dem Hauptausschuss folgt die Sitzung des Stadtrates.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert