Enormes Interesse an Schaffrath-Museum

Von: mas
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Als wenn der Meister sein Atelier noch nutze: Viele Besucher wurden am Tag der Offenen Tür im Ofdener Schaffrath-Haus fachkundig geführt. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Eine Stunde nach Öffnung der Haustür rutschte es aus Hausherrin Renate Rinkens ganz salopp heraus. „Das ist ja gigantisch“, murmelte sie. Zum Tag der Offenen Tür des Schaffrath-Hauses an der Ofdener Theodor-Seipp-Straße hatten die Ausrichter mit 20 bis 50 Besuchern ganz vorsichtig gerechnet. Doch diese Schätzung wurde weit, weit übertroffen.

Was natürlich allseits erfreute, auch wenn das Programm der Führungen kräftig umgebaut werden musste, denn die Räumlichkeiten, in denen der Alsdorfer Künstler Professor Ludwig Schaffrath einst gewirkt hatte, waren schnell „zugestellt“.

Wie hat er gelebt? Woher nahm Ludwig Schaffrath die Kraft für sein Schaffen? Nach welchen Intentionen lebte der Alsdorfer seine Kunst? Fragen über Fragen, die Schaffraths Tochter Ursula Schaffrath-Busch gerne beantwortete und dabei das Publikum an vielen der 500 Exponate vorbeiführte. Dazu erläuterte auch Dr. Dirk Toelke zur Einführung: „Ludwig Schaffrath hat als Glasmaler internationalen Einfluss gewonnen.“

Toelke legte Wert auf die Feststellung „er hat stets mit Glas gemalt und nicht auf Glas“. Schaffrath nutzte die lineare Kraft unterschiedlich breiter Bleiruten und die Leuchtkraft von Farbe, blickdichtem Opakglas, Prismen und Verspiegelungen. Seine innovative abstrakte Gestaltung hat der architekturbezogenen Glasmalerei in den vielen neugestalteten Kirchenbauten im Rheinland der Nachkriegszeit zunächst europäischen Ruhm gebracht.

„Würdigungsstätte“ bewahren

Als international gefragter Lehrer nahm Schaffrath seit den 1970er Jahren Einfluss auf die moderne Glasmalerei in England, Amerika, Japan und Australien. Durch eine noch spät erfolgte Berufung an die Stuttgarter Akademie (1985-93) entstand auch in Deutschland eine Schülerschaft, die von seinem reichen Schaffen in Glasmalerei, Mosaik und vielen anderen Gewerken lernte.

Schließlich beförderte er noch die Eigenständigkeit der Glasmalerei als Kunstform durch seine autonomen Glasarbeiten wie etwa die Stelen des Zyklus „Schwanengesang“.

Stets blieb er dabei seiner Heimatstadt Alsdorf verbunden, in der sich seit 1962 sein Atelierhaus befand. Toelke: „Dass hier nun sein Werk gezeigt werden kann und durch bürgerliches Engagement eine kulturell belebte Würdigungsstätte für ihren Ehrenbürger entsteht, ist ein Glücksfall, der jede Unterstützung verdient.“

Um diese Unterstützung warben dann auch unter anderen Ursula Schaffrath-Busch, Renate Rinkens (Vorstandsmitglied des Alsdorfer Kunstvereins) – sie kaufte das Haus – und Marion Moretti als Sprecherin des „Fördervereins Schaffrath-Haus“. Ursula Schaffrath-Busch: „Wir sind ja noch ganz am Anfang“, sollen möglichst viele Spender dazu beitragen, dass „wir das hier erhalten und weiter einrichten können“.

Die offizielle Eröffnung soll nun „wahrscheinlich im Juli 2014“ erfolgen. Am 13. Juli wäre Ludwig Schaffrath 90 Jahre alt geworden. „Ob wir die Eröffnung aber auf den Tag genau hinkriegen, wissen wir noch nicht“, erklärte Schaffrath-Busch.

Dass die Kunst des Vaters viele neue Freunde gewonnen hat, war an dem Tag aber mehr als ersichtlich.

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