Ennio Carapezza: Mit Fleiß, Mut und Können zum Erfolg

Von: Daniel Gerhards
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Mit viel Kraft und Technik an den Ringen: Ennio Carapezza zeigt, welche kraftintensiven Ubungen er drauf hat. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Jetzt hat es geklappt. „Felge vor links” heißt die Übung die Ennio Carapezza gerade einstudiert hat. „Das Element sieht gar nicht so schwierig aus, ist aber technisch ziemlich anspruchsvoll”, erklärt der 13-jährige Nachwuchsturner.

Einstudiert hat er das Vorwärtselement am Reck für die NRW-Mehrkampfmeisterschaft. Doch als er bei den Titelkämpfen an das Gerät ging, fühlte er sich doch zu unsicher. Er turnte das Element nicht. Den Abgang wollte er einfach nicht riskieren.

Trotzdem zeigte Ennio Carapezza bei dem Mehrkampf mit drei Turn- und drei Leichtathletik-Übungen eine starke Leistung. Er holte sich den zweiten Platz. Spitzenplatzierungen wie diese hat der junge Würselener schon eine Menge gesammelt.

Viermal war er Gaumeister im Einzel, mit der Mannschaft holte er sechsmal den Gautitel, auf Landesebene gewann er einmal und wurde zweimal Zweiter. Zweimal siegte er bei den Regionalmeisterschaften. Dazu kommen viele weitere Titel, Pokale und gute Platzierungen.

Um so erfolgreich zu werden, braucht man schon eine gehörige Portion Talent. Das allein reicht aber nicht. Wer im Turnen etwas erreichen will, muss hart trainieren. „Man muss eine Menge üben, das ist wirklich viel Arbeit”, sagt Ennio Carapezza.

Denn es kommt beim Turnen auf Kraft, Beweglichkeit und Technik an. Und das kommt nicht von ungefähr. Dreimal pro Woche trainiert Ennio beim Würselener Turnerverein. Ab und zu fährt er auch zum Training nach Kerkrade. „Die Übungen zu trainieren, machte mir sehr viel Spaß. Wir trainieren mindestens genauso viel Kraft und Dehnung.”

Und die Dehnübungen, die „machen mir ganz sicher keinen Spaß”. Aber ohne Beweglichkeit geht es nicht. Und so versucht er sich trotzdem am Spagat.

Auch wenn der junge Turner am liebsten an den Ringen und am Boden turnt, muss er ziemlich vielseitig sein. Denn er turnt alle sechs Geräte (Reck, Barren, Sprung, Seitpferd, Boden, Ringe). In der Kür turnt er in jeder Übung sechs Teile und den Abgang. „Wenn man bei den ersten Elementen viel Kraft verbraucht hat, dann muss man am Ende wirklich alles geben, damit die letzten Teile auch noch sitzen.”

Auch wenn die Kraft nachlässt, darf man als Turner keine Angst bekommen. Obwohl das Reck ganz schön hoch ist und die Übungen richtig spektakulär sind. Ennio Carapezza: „Ich habe keine Angst, so hoch zu turnen. Wenn man zu viel oder zu wenig Schwung hat, kann man schon mal runterfallen. Aber ich habe mich noch nie richtig verletzt.”

Seinen Mut und sein Können stellte er im Vergangenen Jahr bereits beim Deutschland-Cup im Mehrkampf unter Beweis. „Das war wirklich toll, dabei zu sein.” Bei den zurückliegenden NRW-Meisterschaften verfehlte er die Qualifikation für die bundesweiten Titelkämpfe nur um 0,65 Punkte.

Eine ziemliche Enttäuschung für den Nachwuchsturner. Da bisher allerdings deutschlandweit erst zehn Jungs die Qualifikation schafften, hoffen Ennio und seine stolzen Eltern Sabine Berks-Carapezza und Domenico Carapezza, dass der Verband die scheinbar zu hoch angesetzte Norm noch mal korrigiert. Dann wäre Ennio sicher dabei.

Training an der Sporthochschule

Sechs Jahre turnt der Ennio Carapezza nun schon. Davon vier Jahre beim Spitzenteam von Toyota Köln. Dreimal in der Woche zum Training zur Kölner Sporthochschule zu fahren, war dann allerdings nicht mehr mit der Schule zu vereinbaren.

Auch wenn selbst das Training beim Würselener Turnverein eine Menge Zeit in Anspruch nimmt, bleibt dem Gymnasiasten nun doch mehr Zeit, um etwas mit seinen Freunden zu unternehmen. Auch für sein Hobby, das Modellfliegen, hat er nun etwas mehr Raum.

Hoch hinaus will Ennio Carapezza auch beruflich. Sein Traum ist nicht Olympia, sondern Hubschrauberpilot zu werden. Und für dieses Ziel lohnt sich auch das Training an Ringen, Seitpferd und Reck. Denn vielleicht sitzt er irgendwann als Sportsoldat bei der Bundeswehr im Hubschraubercockpit.
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