Engin Sakal mit Plädoyer für die Integration

Von: nt
Letzte Aktualisierung:
13987384.jpg
Eindringlicher Appell: Der Geschäftsführer des Landesintegrationsrates, Engin Sakal, fordert bei seinem Vortrag größere politische Initiative von Menschen mit Migrationshintergrund. Foto: N.Tocay

Herzogenrath. Unter dem Motto „Politische Partizipation: Meine Stimme ist wichtig – mitwirken und mitgestalten“ hat jetzt eine politische Gesprächsrunde mit Engin Sakal, Geschäftsführer des Landesintegrationsrates NRW, in den Räumlichkeiten des Integrationsvereins e.V. Merkstein stattgefunden.

Initiiert wurde die Veranstaltung vom Integrationsrat der Stadt Herzogenrath und dem Kommunalen Integrationszentrum der Städteregion.

Vor Vertretern von Institutionen und politischen Organisationen hielt Sakal einen Vortrag über die Notwendigkeit des politischen Mitwirkens von Bürgern mit Migrationshintergrund. Er forderte: „Jeder muss sich politisch engagieren, um die Integration voranzutreiben.“ Dabei gehe es jedoch nicht nur darum, bei einer Kommunalwahl die Stimme an der Wahlurne abzugeben.

Es sei darüber hinaus wichtig, sich in die Gesellschaft einzubringen, ob durch ein Ehrenamt oder Vereinsarbeit. „Politische Partizipation heißt: Ich muss meine Gesellschaft, in der ich lebe, aktiv mitgestalten“, so Sakal. Individuen und Gruppen müssten zusammenkommen, um ihre Belange zukünftig in die Politik einzubringen. Er sehe jedoch auch den Staat in der Pflicht. „Das kommunale Wahlrecht muss für jeden, der Deutschland seine Heimat nennt, ermöglicht werden“, plädierte Sakal.

Aktuell ist es für Menschen, die in Deutschland geboren wurden oder leben, aber Drittstaatsangehörige sind, nicht möglich, an der Kommunalwahl teilzunehmen. In Deutschland herrsche eine „scheinheilige Doppelmoral“, betonte der Geschäftsführer. Es könne nicht sein, dass Menschen aus EU-Ländern nach wenigen Monaten alle Rechte zugesprochen werden und denen, die hier seit Jahrzehnten leben, nicht.

Die Individuen der Gesellschaft müssten mitbestimmen können. „Politische ausgeschlossen zu werden, hat negative Konsequenzen“, unterstrich er. Menschen, die sich nicht zugehörig fühlten, suchten ihre Zugehörigkeit in anderen Bereichen. So entstehe Extremismus. Die Gesellschaft sei in der Pflicht, sich für Gesetzesänderungen und andere Rahmenbedingungen einzusetzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert