Energiesparen macht sich in Würselen bezahlt

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:

Würselen. „Eine stolze Bilanz” - so CDU-Sprecher Balthasar Tirtey - konnte das Kommunale Energiemanagement unter Federführung von Thomas Kasnitz mit dem Energiebericht 2008 in der letzten Sitzung des Ausschusses für Bau- und Gebäudewirtschaft in der auslaufenden Legislaturperiode vorlegen.

Er fand aber nicht nur bei Tirtey, sondern auch bei den Sprechern aller übrigen Fraktionen ungeteiltes Lob. FPD-Sprecherin Elisabeth Hovestadt freute sich schon auf den Bericht, den das Management vorlegen werde, wenn erst einmal die aus dem Konjunktur-Paket II finanzierten energetischen Maßnahmen umgesetzt seien. Die von der Stadt beantragten Mittel werden nämlich ausschließlich in Energiesparmaßnahmen fließen.

Es war aber nicht nur die Freude über die vermiedenen Bewirtschaftungskosten im Ausschuss groß. Bezogen auf das Referenzjahr 2001, als das Energie-Management auf den Weg gebracht worden ist, belaufen sie sich im Jahr 2008 auf rund 262.000 Euro.

Kasnitz in seinem Bericht: „Das ist ein Beitrag des Energiemanagements zur nachhaltigen Entlastung des städtischen Haushalts.” Der CDU-Sprecher lenkte den Blick vielmehr auch darauf, wie in den Bereichen Wärme und Strom bis 2008 die Emission von klimaschädlichem Kohlendioxid in beachtlicher Höhe reduziert worden ist, bezogen auf das Jahr 2001 um 19,6 Prozent beziehungsweise um 2,8 Prozent über einen Zeitraum von sieben Jahren: „Damit haben wir unser Ziel mehr als erreicht.”

Im Vergleich dazu habe die Bundesrepublik Deutschland eine Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes von lediglich 1,33 Prozent über einen Zeitraum von 30 Jahren vereinbart. Dass die Erfolge mit geringem Aufwand erzielt werden konnten, dafür sprach Tirtey dem gesamten Verwaltungsteam Dank und Anerkennung aus.

SPD-Sprecher Frank Zimmer sprach speziell den Heizenergieverbrauch an. Er konnte seit 2002 um 24,2 Prozent beziehungsweise knapp 3050 Megawattstunden pro Jahr gesenkt werden, was umgerechnet einer eingesparten Heizölmenge von rund 303000 Liter pro Jahr entspricht. Daraus ergibt sich aus den aktuellen Wärmepreisen eine Kostenreduzierung von 23,9 Prozent beziehungsweise rund 219000 Euro. Beim Wärmeverbrauch wurde in 2008 der absolute Tiefstand innerhalb des Betrachtungszeitraums erreicht. Ergründet werden müsse, so Thomas Kasnitz, worauf die auffällige Verbrauchssteigerung in der Realschule am Wisselsbach zurück zu führen sei. Ein weiterer Schwachpunkt in der Bilanz ist der Stromverbrauch. Er stieg in 2008 deutlich gegenüber 2007 an. Kasnitz führt ihn auf die intensive Nutzung der Schulgebäude zurück. Neben den verlängerten Nutzungszeiten durch die Offene Ganztagsschule spiele dabei auch die verstärkte Technisierung der Schulgebäude und der vermehrte Einsatz von elektrischen Lehr-, Arbeits- und Hilfsmitteln eine große Rolle, letzteres treffe auch auf die Kindergärten zu. Einer weiteren Analyse und Behebung bedürften die Stromsteigerungen im Lehrschwimmbecken Helleter Felder, in der Elmar-Harren-Sporthalle Krottstraße und im Kulturzentrum Altes Rathaus.

Winfried Hahn, der Vorsitzende des Sportausschusses, appellierte die Nutzer der Sportstätten für dieses Thema zu sensibilisieren. Un der Wasserverbrauch? Was ihn anbetrifft, konnte über alle bewirtschafteten Objekte der absolute Tiefstand in 2008 erreichten werden, nachdem in den Jahren 2005 bis 2007 immer wieder enorme außerordentliche Verluste in Folge von Rohrbrüchen oder Bedienfehlern zu beklagen gewesen seien, hieß es.

Thomas Kasnitz gab dem Ausschuss mit auf den Wag, dass bei der Energie- und Wassereinsparung erst Teilbereiche in Angriff genommen worden seien. Weitere Sparpotenziale im öffentlichen Gebäudebestand gelte es zu erschließen. Er rechnete eine künftige Sparsumme von insgesamt rund 500.000 Euro hoch. „Es muss Zielsetzung des kommunalen Energiemanagements sein, Schritt für Schritt Maßnahmen zu ergreifen, die mittel- bis langfristig zur Realisierung dieser Einsparungen führen.” Angesichts der aktuellen Finanzierungsprobleme müssten auch alternative Finanzierungswege eingeschlagen werden. Es müssten zum Beispiel Anlagen- oder Energieeinspar-Contracting in Anspruch genommen werden. Um weitere Einsparungen vornehmen zu können, brauche die Verwaltung auch Mittel für Investitionen, schrieb SPD-Sprecher Frank Zimmer dem Rat für die zukünftige Arbeit ins Stammbuch.Ê
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert