Energiekonzept stößt bei Politik auf geteiltes Echo

Von: Verena Müller
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Begehrte Wohnlage: Jenseits des begrünten Ufers sollen Wohnhäuser entstehen. Die EWV hat für die Plangebiete ein Konzept vorgestellt. Foto: vm

Alsdorf. Die Stadtverwaltung Alsdorf hatte die EWV (Energie- und Wasser-Versorgungs GmbH) damit beauftragt, ein Energiekonzept für die Plangebiete Am Weiher und Am Tierpark, also die derzeitigen Gelände von Gymnasium und Realschule, zu entwerfen.

Das Ergebnis wurde nun im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt. Das Echo fiel geteilt aus – so viel vorweg. Die EWV schlägt vor, das gesamte geplante Wohngebiet mit Fernwärme zu versorgen und bietet zusätzlich an, Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer zu bauen.

Eine Million Euro will das Unternehmen laut eigener Auskunft investieren. Das Geld muss aber wieder eingespielt werden, deshalb gehört zum Konzept eine zehnjährige Bindung. Konkret würde ein Eigenheimbesitzer einmalig 1000 Euro für den Anschluss an das auf Erdgas basierende Fernwärmenetz zahlen.

Dazu kämen der individuelle Verbrauch plus Grundpreis. Dem Mustervertrag ist zu entnehmen, dass die EWV von einem monatlichen Basisgrundpreis von 63,75 Euro brutto ausgeht; dazu kämen 8,33 Cent brutto pro verbrauchter Kilowattstunde. Die Zahlen basieren auf dem aktuellen Börsenkurs für Gas.

Umrüstung möglich?

Nach zehn Jahren würde die Bindung zwar enden, dann würde sich allerdings rein technisch die Frage fragen, ob das Haus für alternative Heizmethoden gerüstet ist. Denn: Einen Heizungskeller, der Platz für eine Holzpellets-Anlage oder Öltanks bietet, braucht ein mit Fernwärme versorgtes Haus ebenso wenig wie einen Kamin.

Und auch bei den sicherlich zu begrüßenden ökologischen (Stichwort CO2-Ausstoß), preislichen und platzsparenden Vorteilen blieb parteiübergreifend bei vielen Ausschussmitgliedern ein durch den Anschlusszwang bedingten bitterer Beigeschmack.

Die Installation einer durchschnittlichen Photovoltaik-Anlage bezifferte die EWV darüber hinaus mit 6000 Euro, normalerweise seien 40.000 Euro. Der Eigenheimbesitzer könne sie dann bei der EWV pachten.

Andere Anbieter hatte die Verwaltung laut eigener Auskunft nicht um ein Konzept gebeten. Der regionale Partner sei im Zusammenhang mit dem kommunalen Klimaschutzkonzept angesprochen worden, so die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero- Marenberg. Die Stadt Alsdorf ist mit 2,18 Prozent Anteilseigner der EWV. Der Ausschuss stimmte einer Prüfung des vorgelegten Konzepts mehrheitlich zu, entschieden ist damit noch nichts.

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