Energetische Sanierung: Hallenbad schließt für eineinhalb Jahre

Von: Karl Stüber
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Vor der Sanierung: Das Hallenbad soll auch farblich freundlicher gestaltet werden. Foto: Stüber
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Die Wasserrutsche bleibt erhalten. Foto: Stüber
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Bei aller Arbeit kommt der Spaß nicht zu kurz: Ralf Peters vom Gebäude- und Grundstücksmanagement, Schulamtsleiter Wolfgang Ohler und Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel starten unter Aufsicht von Bürgermeister Dr. Willi Linkens (v.l.) das Projekt mit einem (angedeuteten) Sprung ins Wasser. Foto: Stüber
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Das Lehrschwimmbecken in der Grengrachtschule dient als Ersatz. Foto: Stüber

Baesweiler. Noch tummeln sich etliche Schwimmer im Wasser des Hallenbads an der Parkstraße. Gerade in den Sommerferien nehmen Familien dieses Freizeitangebot gerne an. Aber in wenigen Wochen, genauer nach Schulbeginn, wird im Bad der Stöpsel gezogen und die beliebte Einrichtung vorübergehend geschlossen.

Es kann bis zu eineinhalb Jahre dauern, bevor es wieder geöffnet wird. In der Zwischenzeit soll die Anlage umfassend energetisch saniert und attraktiver gestaltet werden.

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, mit dem Anbau, in dem ein zusätzliches Becken untergebracht wird, schon im laufenden Betrieb zu starten. Dieses neue Becken ist als Ersatz für das jetzt noch dringend gebrauchte, aber in die Jahre gekommene Lehrschwimmbecken an der Grengrachtschule gedacht. Mit diesen vorgezogenen Arbeiten sollte das Schließen des Hallenbads auf ein Jahr begrenzt werden. Aber aus „planungstechnischen Gründen“ hat das leider nicht geklappt, wie Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel beim Ortstermin sagt.

So heißt es für Schulen, Vereine und alle anderen Schwimmer, ein paar Monate länger im Lehrschwimmbecken an der Grengrachtschule zusammenzurücken. Damit dort die Nutzer nicht wie die Heringe geschichtet werden müssen, hat die Stadtverwaltung mit den betroffenen Einrichtungen und Initiativen ein Nutzungsplan ausgehandelt, der auch Zeiten für die öffentliche Nutzung lässt.

Grundschulen bevorzugt

„Das wird nicht ohne Einschränkungen gehen“, wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU) bedauert. Aber letztlich gehe es darum, das Hallenbad an der Parkstraße für die Zukunft fit zu machen. „Die vorübergehende Schließung ist leider unumgänglich.“

Schulamtsleiter Wolfgang Ohler betont: „Vor allem die Grundschulen dürfen dabei nicht zu kurz kommen. Die Kinder sollten unbedingt beizeiten schwimmen lernen.“ Linkens lobt ausdrücklich die Einsicht in das Notwendige und die konstruktive Zusammenarbeit mit den betroffenen Nutzern des Bads.

Zu Schulbeginn Ende August wird für den erweiterten Betrieb des Lehrschwimmbeckens Ausrüstung vom Hallenbad zur Schule Grengracht geschafft. Zudem werden von den vier Schwimmmeistern zwei (genauer 1,5 Stellen nach Stunden) dort den Schwimmbetrieb begleiten. Ein Schwimmmeister soll zumindest zeitweise die Umbaumaßnahmen an der Parkstraße begleiten. Ansonsten, so Bürgermeister Linkens, wird das Personal für Hausmeisterdienste eingesetzt. „Wir bekommen alle Kollegen für die Zeit unter und beschäftigt.“

Ralf Peters vom Gebäude- und Grundstücksmanagement der Stadt hat in der Halle an der Parkstraße Pläne an die Wand gepinnt. Während des Vortrags zollen die Beteiligten zunehmend schwitzend der hohen Luftfeuchtigkeit und der erhöhten Raumtemperatur Tribut. Das Bad soll praktisch entkernt werden, ist zu erfahren. Der Bau stammt aus den 70er Jahren. Die Begutachtung hat ergeben, dass sich die Altlasten im überschaubaren Rahmen halten und fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden, wie Tomczak-Pestel betont.

Das große Becken soll mit Edelstahl ausgekleidet werden. Die Niveauregulierung (Tiefeneinstellung) wird entfernt. Aber inklusive Zusatzbecken im Anbau werden die benötigten differenzierten Wassertiefen für Schwimmer, Lernende und für Teilnehmer von Bewegungskursen erreicht. Im Erdgeschoss werden Toiletten- und Duschanlage sowie Umkleidekabinen erneuert. Dort kommen die „Individual-Besucher“ unter. Im Obergeschoss wird entsprechende Infrastruktur für Gruppen (Vereine, Schulklassen) erneuert.

Parterre wird anstelle des bisherigen Kinderplanschbeckens (Ersatz gibt es am anderen Ende der Halle) ein Raum für Geräte angelegt und Platz zum Verweilen. Dort können mitgebrachte Getränke und Verzehr konsumiert werden, weit genug vom Becken entfernt, wie es heißt.

Die beliebte Wasserrutsche bleibt erhalten, wird seitens der Verwaltung versichert. Es habe da schon besorgte Nachfragen gegeben. Erhalten bleiben auch Ein- und Drei-Meter-Sprungbrett sowie die Startblöcke. Die bei Bedarf aktivierbaren Wasserfontänen erhalten neue Standorte.

Im Eingangsbereich wird ein Ticketautomat aufgestellt, lautet der Plan. Die Preise nach Wiedereröffnung stehen noch nicht fest, betont Bürgermeister Linkens. Es sei noch Zeit genug, das zu klären. Zudem müssen sich mit dem Thema auch noch der Stadtrat befassen.

„Naturfarben“ Grün und Braun

Die Stirnwand auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite wird durchbrochen. Glaselemente werden verbaut, um die Verbindung zum Erweiterungsbau und dem Becken dort zu schaffen. Die längst ausgediente Sauna verschwindet, der dort befindliche Zugang wird zum Personaleingang.

Die „Naturfarben“ Grün und Braun sollen Einzug halten, passend zum Umfeld der Halle, die in einem Grüngürtel zwischen Tennisanlage und einer groß angelegten Spielfläche liegt.

Sowohl bei der Auswahl der Fliesen und der Trennwände, als auch der Außenverkleidung sollen diese Farben und die Dekore („Holz/ Blätter/Natur“) „mehrfach aufgegriffen werden“, beschreibt die technische Dezernentin das Design. Das Trennwanddekor wird sich in der Halle wiederfinden. Nach Ende der Bauarbeiten soll auch die Außenanlage attraktiver gestaltet werden. „Aber das macht erst Sinn, wenn das schwere Gerät nicht mehr im Einsatz ist“, wird laut Linkens das genauere Konzept noch erarbeitet.

Die Gesamtkosten am Standort Parkstraße belaufen sich auf 6,7 Millionen Euro, davon 5,2 Millionen Euro für die Sanierung. Im Rahmen des Förderprogramms Stadterneuerung wird das Projekt mit einem Gesamtbetrag in Höhe von knapp 3,9 Millionen Euro bezuschusst. Ohne den engagierten Einsatz der Verwaltung, insbesondere des Hochbau- und des Schulamtes, sowie „die konstruktive Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung und dem Städtebauministerium“ und natürlich den Fördermitteln wäre ein solches Projekt für eine Stadt wie Baesweiler nicht umzusetzen, sagt Bürgermeister Linkens.

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