Alsdorf - Energeticon: Von der Waschkaue zum Designpreis

Energeticon: Von der Waschkaue zum Designpreis

Von: Sigi Malinowski
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Ein nicht alltäglicher Betriebsausflug: Das Stuttgarter Atelier Brückner (vorne links im Bild Prof. Uwe R. Brückner, Kreativdirektor des Ateliers) war mit dem „One Show Merit Award“ im Gepäck zum Alsdorfer Energeticon angereist. Foto: Sigi Malinowski
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Den One Show Merit Award überreichte Architektin Alexandra Vassilakou (vorne links) an Energeticon-Geschäftsführer Harald Richter (rechts daneben) und seine Kollegin Dr. Birte Hauser (r.). Dahinter im Bild Prof. Eberhard Schlag sowie Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders (Mitte) und Prof. Uwe R. Brückner (l.). Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Als Prof. Uwe R. Brückner im Jahr 2007 in der ehemaligen Waschkaue der Grube Anna auf die vielen Körbe unter der Decke schaute, wurde er emotional gepackt. „Das ist ja der Wahnsinn“, sagte der Kreativdirektor des Stuttgarter Ateliers Brückner. Damals waren Brückner und sein Geschäftspartner Prof. Eberhard Schlag mit einer Bewerbung in Alsdorf vorstellig geworden. Was die Stadt Alsdorf und das Atelier Brückner (AtB) später daraus machten, das Energeticon, wurde preiswürdig.

Nicht irgendeinen Award brachten Brückner, Schlag und die fast komplette Belegschaft des Stuttgarter Ateliers den Alsdorfern mit, als sie am vergangenen Samstag einen Betriebsausflug in das energetische Projekt der Sonderklasse machten. Das Energeticon wurde mit nicht weniger als dem „One Show Merit Award“ in der Kategorie Design Experiences/Indoor Spaces für seine herausragende Ausstellungsgestaltung ausgezeichnet.

Seit 1973 verliehen

Für diesen Preis, der in New York durch „The One Club“ vergeben wird, hatten 20.000 Bewerber aus über 60 Ländern ihre Unterlagen eingereicht. Der prestigeträchtige Award honoriert seit 1973 die besten gestalterischen Leistungen aus Werbung, Design und anderen Formen visueller Kommunikation. Energeticon-Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Alfred Sonders sowie Geschäftsführer und Kurator Harald Richter und seine Kollegin Dr. Birte Hauser (Kuratorin) nahmen die Urkunde aus den Händen von Projektleiterin Alexandra Vassilakou (AtB) entgegen. „Wir sind sehr stolz auf diese internationale Anerkennung“, sagte Harald Richter im Namen der Hauptgesellschafter, des Landschaftsverbandes Rheinland, der Stadt Alsdorf und der Städteregion Aachen.

Richter, der die Brückner-Delegation fast eine Stunde durch das Energeticon führte, erinnerte sich ebenfalls an die Phase der Entstehung. In einem Zeitraum „vom Aufräumen bis zur Installation der letzten Schraube“. Schmunzelnd warf er in Richtung Brückner ein: „Ihr macht öfter mal Museum hier und dort. Wir hatten so etwas aber noch nie gemacht.“ Er fügte mit Blick auf die „99,5 Prozent positiven Rückmeldungen“ vonseiten der Besucher an: „Die Leute lieben es, dass man alten Gebäuden nicht die Geschichte nimmt.“

Prof. Brückner untermauerte seine Freude mit der Bemerkung: „Auch wir danken für die tolle Zusammenarbeit und haben uns damals wie auch heute sehr emotional beteiligt.“ Sein Atelier, „ist nicht gerade arm an Preisen. Aber dieser ist sicherlich ein ganz besonderer und wir sind sehr stolz, dass wir diesen mitgewonnen haben“. Der Preis käme schließlich nicht aus Holzenhausen, sondern aus New York.

Ruf reicht bis nach China

Die Bedeutung und die Reichweite des Preises drückte sich auch in folgendem Satz aus: „Wenn in China vor 600 Leuten vom Alsdorfer Energeticon gesprochen wird, dann ist das schon ein internationales Thema.“ Tatsächlich sollte sogar eine fünfköpfige Delegation aus China anreisen. Diese schaffte es aber zum größten Bedauern der Anwesenden nicht rechtzeitig, da einem Reisenden auf dem Kölner Hauptbahnhof ein Koffer gestohlen worden war. So verzögerte sich die Anreise erheblich.

Alfred Sonders stellte noch einen Aspekt heraus: „Dieser Award ist für uns so etwas wie ein Gütesiegel.“ Und: „Der Award bringt uns überregionale Beachtung.“ Mit der Erweiterung, „holen wir die Leute mit den Herzen ab“.

Prof. Eberhard Schlag ergänzte, „dass sich die Themen des regenerativen Zeitalters im Kontrast der historischen Architektur präsentieren“, und wies auch darauf hin, dass „durch ausdrucksstarke Gestaltungselemente ein Blick in die Zukunft“ gelungen sei.

Besonders gerne erinnert sich der Bürgermeister an einen Moment in der Fotoausstellung: Da erkannte eine Frau ihren längst verstorbenen Bruder wieder. Nachdem sie von einer Kellersberger Freundin kurz vorher erfahren hatte, „ein Bild Deines Bruders Jupp hängt ganz groß im Energeticon“, hatte sie sich sofort auf den Weg gemacht, um sich davon zu überzeugen. Und tatsächlich:

Neben Hunderten anderen Fotos, die alle ihre eigenen Geschichten erzählen, fand sie ihren Bruder.

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