Endgültige Rekultivierung der Wardener Deponie steht an

Von: ms
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Details: Der Technische Leiter der Deponie, Karl Rambadt (l.), erläutert den IGM-Vorstandsmitgliedern (v.l.) Robert Pelzer, Franz-Josef Schüller, Peter Weidenhaupt, Hans Beckers und Karl-Heinz Danner die Rekultivierungspläne. Foto: Marietta Schmitz

Alsdorf. Wer hätte das gedacht? Die „Interessengemeinschaft Wardener Bürger zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren” wird schon 35 Jahre alt.

Als die Wardener im April 1975 überraschend erfuhren, dass der Kreis Aachen beschlossen hatte, am Rande ihres Ortes Richtung Kinzweiler eine Großdeponie für den gesamten Kreis anzulegen, gründete sich am 27. April 1975 im vollbesetzten Johannesheim besagte Interessengemeinschaft.

Der damalige Gemeinderat Josef Mertens wurde 1. Vorsitzender. Robert Pelzer übernahm die Geschäftsführung, die er bis heute innehat. Nachfolger von Josef Mertens wurde Franz Waldorf, der am 6. September 1999 von Franz-Josef Schüller abgelöst wurde und der IG bis heute vorsteht.

Alle Bemühungen der Interessenvertreter, die Errichtung der geplanten Mülldeponie an diesem Standort zu verhindern, scheiterten. „Es gab damals kaum eine Alternative, die durchsetzbar war”, erinnert sich Pelzer. Die Wardener setzten seit dieser Zeit alles daran, durch konstruktive Kritik und Zusammenarbeit das Beste für die Bevölkerung zu erreichen. „Diese Art der Kompromissbereitschaft im stets sachlichem und fairen Umgang mit den Behörden und den Vertretern der AWA, Abfallwirtschaft für Kreis und Stadt Aachen, hat zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit geführt, die uns alle Wege öffnete, um das Leben neben einer derart großen Deponie erträglich zu gestalten. Das ist uns gelungen”, freut sich Geschäftsführer Pelzer.

Inzwischen belegen zahlreiche Ordner den intensiven Schriftverkehr in 35 Jahren, die Pelzer zu Hause aufbewahrt. Es habe daher keine Vorgänge oder Veränderungen auf der Deponie gegeben, ohne dass diese bei den regelmäßigen Zusammenkünften mit der Interessengemeinschaft abgesprochen wurden, bemerkt der Geschäftsführer.

Ein ganz wichtiger Erfolg sei gleich zu Beginn zu verzeichnen gewesen: Die Zufahrt zur Deponie wurde nicht am Rande von Warden, sondern weiter entfernt angelegt. Hierdurch habe man enormen Verkehr von Warden ferngehalten. Dies sei auch dadurch gelungen, dass man durchsetzte, die K10 von Mariadorf Dreieck Richtung Eschweiler vor Inbetriebnahme der Deponie zu bauen.

Kontinuierlich wurde in 35 Jahren die Verfüllung der Deponie mit Müll und anderen Materialien zwecks Endverfüllung und Rekultivierung verfolgt. Der letzte Hausmüll wurde am 31. Mai 2005 angeliefert. Seit dieser Zeit wird das Restloch mit anderen Materialien, seit Jahren nur noch mit Rossasche aus der Müllverbrennungsanlage, gefüllt.

Umfangreiches Material

Jetzt steht die Rekultivierung an. Die AWA hat dazu am 25. November 2010 bei der Bezirksregierung Köln den Antrag gestellt, der im Grundsatz alle Fakten enthalte, die mit der Wardener Interessengemeinschaft abgesprochen wurden. Die Bezirksregierung hat mit Schreiben vom 15. Dezember 2010 die gesamten Antragsunterlagen Geschäftsführer Pelzer zur Stellungnahme zugeleitet. Hierzu trafen sich jetzt die Interessenvertreter im neuen Verwaltungsgebäude auf der Deponie mit dem Technischen Leiter Karl Rambadt und Deponieleiter Rolf Koch, um das umfangreiche Material zu sichten und zu diskutieren.

Denn jetzt steht die Entscheidung über die Endgestaltung der Landschaft mit weiteren gewerblichen Aktivitäten auf der Deponie am anderen Ende von Warden an. Die Pläne sehen vor, von insgesamt 33 Hektar Deponieoberfläche 25 Hektar zu rekultivieren und wieder landwirtschaftlich zu nutzen. Die restlichen acht Hektar werden als Gewerbefläche für abfallwirtschaftliche Maßnahmen ausgewiesen.

„Insgesamt stellt das Vorhaben eine erhebliche Verbesserung der derzeitigen Situation dar”, versicherte Rambadt. Das Bauvorhaben sei mit keinen zusätzlichen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden, sondern stelle eine erhebliche Verbesserung der derzeitigen Situation dar.

Hiervon konnten sich die Interessenvertreter anhand von Plänen überzeugen, nachdem alle Maßnahmen erörtert worden waren - von der Entgasung und Entwässerung der Deponie bis zur Oberflächenabdichtung, Rekultivierung und Folgenutzung. Beginn der Maßnahmen seien voraussichtlich noch in diesem Jahr.

Abschließend dankte Karl Rambadt der Wardener IG für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die dazu geführt habe, die äußerst schwierige Situation für Anwohner und Umwelt zufriedenstellend zu lösen.
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