Ende der Grippewelle noch nicht absehbar

Von: Sebastian Maassen
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Bittere Medizin: Doch Bettruhe ist besser, als die Krankheit zu verschleppen und eine Lungenentzündung zu riskieren. Foto: stock/imagebroker

Nordkreis. Wer bislang verschont geblieben ist, hat gute Chancen, noch erwischt zu werden: Die zurzeit grassierende Grippewelle legt langsam aber sicher das tägliche Leben lahm. So auch an den Schulen in der Region.

„Von 20 Lehrkräften mussten in der vergangenen Woche fünf wegen Krankheit zu Hause bleiben“, sagt Gisela Klein, Leiterin der Baesweiler Grengrachtschule. „Nur mit massivem Organisationsaufwand haben wir es geschafft, die Ausfälle auf eine Unterrichtsstunde zu beschränken.“

An der noch jungen Gesamtschule in Kohlscheid sieht es nicht besser aus. „Wir hatten – inklusive der Lehrer, die zu Fortbildungen weg waren – teilweise bis zu zehn Kollegen von 33, die ersetzt werden mussten“, teilt Oberstudiendirektorin Barbara Onkels auf Nachfrage mit. Die Erkrankten fielen bis zu zwei Wochen aus. Auch viele Schüler seien betroffen. Zwar habe es noch keine halbleeren Klassen gegeben, über Tag würden jedoch immer wieder Kinder mit Krankheitssymptomen von ihren Eltern abgeholt. „Im Moment erholt es sich zwar etwas, doch es ist noch nicht überstanden“, sagt Onkels.

Ob es bis dahin auch die Stadtverwaltungen treffen wird? Noch habe man keinen krankheitsbedingten Mitarbeiterschwund zu beklagen, sagt Marion Wingen, Pressesprecherin der Stadt Alsdorf. Knapp 13 Prozent der Belegschaft kurierten sich derzeit aus, nicht mehr als sonst.

Und auch in Baesweiler, Würselen und Herzogenrath wird die Arbeit bisher ohne größere Einschränkungen verrichtet. „Das liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass wir stets großen Wert auf Prävention legen“, berichtet Wingen. „Es wurden Fläschchen mit Desinfektionsmittel an alle Kollegen verteilt und große Spender auf den Toiletten installiert. Außerdem informieren wir laufend über die Möglichkeit einer Grippeimpfung.“

Früh genug zum Arzt

Gerade chronisch Kranken und älteren Menschen empfiehlt auch Dr. Björn Schwick, Chefarzt der Klinik für Pneumologie im Medizinischen Zentrum (MZ) Würselen, mit dem Hausarzt über eine Grippeimpfung zu sprechen. „Auch jetzt noch, denn das Ende der Grippewelle ist bislang nicht absehbar.“

Überhaupt sei es wichtig, früh genug zum Arzt zu gehen. „Eine schnelle Behandlung verhindert in den meisten Fällen einen schweren Erkrankungsverlauf.“

Was passieren kann, wenn eine Krankheit verschleppt wird, sieht Schwick Tag für Tag. „Die Grippe als solche ist in diesem Jahr aggressiver als in den vergangenen Jahren.“ Auf das geschwächte Immunsystem setzten sich dann vermehrt bakterielle Infektionskrankheiten. „Wir sehen diese Patienten bei uns mit einem ganzen Spektrum von Erkrankungen – von der Bronchitis bis hin zur schweren Lungenentzündung. Auffallend ist, dass bis zu fünf Prozent dieser Fälle auf der Intensivstation behandelt werden müssen und dass auch jüngere Menschen so schwer erkranken, dass sie intensivpflichtig werden.“

Insgesamt beandele das MZ an seinen beiden Standorten etwa viermal mehr Patienten mit Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege stationär als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, resümiert Felix Lennertz, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat Elfi Zentis von der Alsdorfer „Glückauf“-Apotheke ein paar hilfreiche Tipps auf Lager: „Wenn möglich, sollte man nicht allzu viel unter Leute gehen und auch nicht gleich jedem die Hand schütteln. Außerdem sollte man sich regelmäßig die Hände waschen oder desinfizieren.“ Sei man einmal erkrankt, könne man nur noch die Symptome bekämpfen, erklärt die Pharmazeutin. „Ein grippaler Infekt ist eine Virusinfektion. Da hilft nicht mal ein Antibiotikum.“ Zum Glück ist der beste Rat aber am leichtesten zu befolgen – „man muss der Sache einfach Zeit geben.“

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