Ende der Diskussion um „Super-Geschäftsführer“

Von: Holger Bubel
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Alsdorf. Harmonie sieht anders aus. Aber die war nach dem Bruch der Gestaltungsmehrheit von SPD, ABU und FDP im Alsdorfer Stadtrat auch nicht zu erwarten. Ursächlich für diesen Bruch war nach Angaben der Protagonisten der Wunsch nach einem „Super-Geschäftsführer“ für die vier städtischen Gesellschaften. Hierbei hatte die ABU sich gegenüber den Genossen quergestellt, woraufhin diese „unwiderrufbar“ die politische Zusammenarbeit mit der Bürgerunion aufkündigten.

Zwar gratulierten vor der 26. (Sonder-)Sitzung alle Ratsmitglieder dem Bürgermeister noch artig zum 49. Geburtstag. Aber das war es denn auch mit den Nettigkeiten. Zumindest von Seiten der ABU und der CDU. Die Fraktion der Grünen hingegen zeigte sich ungewohnt harmonisch mit der SPD, ausblieben die üblichen Verbal-Scharmützel roter und grüner Ratsmitglieder.

In der Sitzung galt es Schlimmeres zu vermeiden und einen für alle tragbaren Beschluss der „Neugliederung der Mehrheitsbeteiligung“ hin zu bekommen – und zwar ohne einen „Super-Geschäftsführer“ zu installieren. Die Vorlage beinhaltete die Zurückstellung des in den Workshops durch die Verwaltung vorgestellten Konzepts und stattdessen die Einstellung eines technischen Geschäftsführers in die Stadtentwicklungsgesellschaft GSG-GS an der Seite des jetzigen Geschäftsführers Günther Jansen, vornehmlich um ihn bei dem Projekt Kubiz zu unterstützen.

„Dieser Beschlussvorschlag ist der kleinste gemeinsame Nenner“, ergriff Friedel Wirtz (Grüne) als erster das Wort. „Es gab viele Aspekte, die für die Umgestaltung nach dem Konzept sprachen. Allerdings muss man auch die Art und Weise zur Beschlussfindung kritisieren. Die Neuordnung der Gesellschaften mit nur einem, neuen Geschäftsführer sollte zu schnell beschlossen werden.“ ABU und CDU warf Wirtz vor, sich einer aktiven Mitarbeit in den vorausgegangenen beiden Workshops verschlossen zu haben. „Der Beschluss, wie er jetzt vorliegt, stellt uns nicht zufrieden. Wir stehen da, wo wir vorher standen“, sagte Wirtz.

Einmal den ersten Stein angestoßen, griff auch Franz Brandt, Fraktionsvorsitzender der CDU, in eine Diskussion ein, die eigentlich in einer Beschluss findenden Ratssitzung „nicht vorgesehen ist“ (eine Anmerkung von den sonst äußerst diskussionsfreudigen Grünen). „Ich bin überrascht, was die Grünen hier vom Stapel lassen“, sagte Brandt. Das in den Workshops vorgestellte Konzept sei für ihn nicht nachvollziehbar, mit Berufung auf einen Artikel dieser Zeitung („Super-Geschäftsführer wird beerdigt“, vom 16. März) auch nicht die Äußerungen Bürgermeister Sonders, dass das Konzept einzig am Widerstand der zweit- und drittgrößten Fraktionen gescheitert sei: „Das ist scheinheilig. Auch in Ihrer Partei war nicht jeder dafür.“

Detlef Loosz, SPD-Fraktionsvorsitzender, befand das in den Workshops vorgestellte Konzept „nach wie vor als richtig“. Die Kürze der Zeit, in der diese beschlossen werden sollte begründete er, dass damit auch die Lösung für die GSG-GS erledigt gewesen wäre: „Was mich jetzt nur stört, ist, dass der Ansatz ganz fallen gelassen werden soll“, sagte Loosz. Er forderte von der Verwaltung, dass sie mögliche Synergieeffekte zwischen den Gesellschaften prüfen solle. „Wir haben ja jetzt Zeit“, fügte er an.

ABU-Vorsitzender Bernd Mortimer sah das anders: „Nicht die Verwaltung, sondern wir als Rat müssen bei unseren Gesellschaften die Synergien einfordern. Man braucht keinen Super-Geschäftsführer für dessen Installierung eine Zeitkulisse ohne Notwendigkeit aufgebaut wurde.“

„Der Zeitpunkt für dieses Konzept war genau der richtige. Eine Verschlankung und Effizienzsteigerung der Arbeit unserer Gesellschaften hätte geschehen können“, konterte Bürgermeister Sonders und nutzte die Gelegenheit, seinem Ärger – auch über die in den Medien kolportierten „Vermutungen“ über einen in den Startlöchern wartenden bürgermeisterlichen Wunschkandidaten für den hoch dotierten Job als Geschäftsführer sowie Zahlen – Luft zu machen: „Es wurde gar nicht über die Sache an sich diskutiert, sondern einem Phantom hinterhergejagt. Man hat sich auf eine Person eingeschossen, die es gar nicht gab und Sachfragen völlig außer acht gelassen. Es wurden Summen von 240 000 Euro für den neuen Geschäftsführer genannt, von einem Dienstwagen und einer neuen Sekretärin war die Rede. Das ist alles Quatsch, Dass ist alles in den Gesellschaften vorhanden. Ich bin enttäuscht darüber, wie das hier abgelaufen ist.“

Letztlich beschlossen die Ratsmitglieder, einen neuen technischen Geschäftsführer für die GSG-GS einzustellen, die quartalsmäßig dem Rat Rechenschaft über synergetische Maßnahmen zu erstatten habe. Außerdem sollen die unterschiedlichen Gesellschaftsverträge harmonisiert werden.

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