Emir-Sultan-Moschee: Diskussion mit Gleichstellungsbeauftragter

Von: ath
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Miteinander ins Gespräch kommen, Hemmschwellen abbauen: Die Frauengemeinschaft der Emir-Sultan-Moschee unter Vorsitz von Bahriye Basogul (stehend) hatte eingeladen. Herzogenraths Gleichstellungsbeauftragte Birgit Kuballa kam gerne und erzählte von ihren Aufgaben. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Frauen unter sich - es wird geredet und gelacht: Dazwischen toben ein paar Kinder herum. Das ist international und multikulturell. Da macht auch das Frühstück der Frauengemeinschaft in der Emir-Sultan-Moschee in Merkstein keine Ausnahme.

Die Atmosphäre ist herzlich und locker. Einmal im Monat treffen sich die Frauen zum gemeinsamen Gebet, aber auch um sich auszutauschen und einander zu helfen. „Das sind alles ganz tolle Damen. Jede von ihnen kann oder hat etwas, dass sie einbringt in die Gemeinschaft, ihre Erfahrungen oder ihr Engagement, zum Beispiel im Koranunterricht”, erzählt die Vorsitzende Bahriye Basogul.

Die Mentalität, sich auf die Männer zu verlassen, gebe es so nicht mehr. „Wir sind wach und emanzipiert, wollen selber etwas unternehmen”, räumt sie mit Vorurteilen auf. Die Frauen seien jünger und aufgeschlossener als früher, viele seien hier aufgewachsen oder mit Mitte 20 hierher gekommen. Viele haben Kinder.

Gemeinsam mit dem Integrationsrat hat sie daher Herzogenraths Gleichstellungsbeauftragte Birgit Kuballa sowie deren Kollegin Ingrid Breuer vom Jugendamt eingeladen. Sie sollen vorstellen, was sie machen, Fragen beantworten und vor allem Eisbrecher spielen. Der persönliche Kontakt sei ganz wichtig, bestätigt Bahriye Basogul.

Davon gebe es noch zu wenig, so auch die Erfahrung von Birgit Kuballa. „Ich fände es schön, wenn mehr muslimische Frauen zum Frauenforum kämen oder zum internationalen Frauentag”, wirbt sie. Viele Angebote, die es in Herzogenrath gibt, seien einfach nicht bekannt genug. So ist auch sie selbst zwar vielen der Frauen aus der Zeitung bekannt, aber was genau sie macht und wie auch sie von ihrer Arbeit profitieren können, wissen die wenigsten.

Sie erzählt vom Frauenforum und vom Frauenkommunikationszentrum mit seinen vielfältigen Angeboten, vom Mädchentag und vom Müttercafé der Kontaktstelle „moliri” im Bahnhof. Ingrid Breuer ergänzt die Angebote speziell für Mütter oder Familien. Sie hat ein Babybegrüßungspaket und zahlreiche Broschüren dabei und macht auf das Angebot der Hilfen zur Erziehung aufmerksam.

Die würden derzeit kaum von Familien mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen, was vielleicht darin liege, dass die Unterstützungsangebote nicht genug bekannt seien. Schnell wird aus dem Gespräch mit den Frauen in der Moschee eine weitere Hemmschwelle deutlich.

„Für uns türkische Frauen, ist das Jugendamt etwas, das uns Angst macht”, sagt eine der jungen Frauen. Ingrid Breuer beruhigt: „Nur in Fällen, wo es wirklich notwendig ist, zum Beispiel, weil einem Kind Gewalt angetan wird, nehmen wir Kinder aus der Familie.”

Gemeinsam mit Birgit Kuballa sammelt sie Fragen und Wünsche, darunter auch den, die Arbeit des Jugendamtes und die Menschen, die dort arbeiten bei einer eigenen Veranstaltung besser kennen lernen zu können. Daran könne man sicherlich anknüpfen.

Zwei weitere Themenbereiche, die sie mit ins Rathaus nehmen, um sie an die entsprechenden Kollegen weiterzugeben, sind alles rund um Rente und Älterwerden sowie Probleme beim Übergang zur weiterführenden Schule. Die Mütter wollen ihre Kinder gerne fördern, ihnen zu einer guten Schulbildung verhelfen, wissen aber oft nicht wie.

Sprachkenntnisse fördern

Ganz wichtig sind dabei gute Sprachkenntnisse, das haben die Frauen erkannt. Sie hatten daher auch Petra Lister und Jutta Mürz vom Kolpingwerk eingeladen, das ab Mitte Februar zwei Integrationskurse in der Moschee anbieten wird. „Die Nachfrage gerade hier in Merkstein ist groß”, sagt Petra Lister.

Sie begrüßt die Bereitschaft und die Offenheit der Frauen. Immer öfter seien auch ältere Frauen dabei, die angeregt von ihren Schwiegertöchtern nun besser Deutsch lernen wollen. „Die Frauen hier sind so engagiert, sie haben es verdient, dass man ihnen hilft, weiterzukommen”, sagt Bahriye Basogul. Der Vormittag hat dazu beigetragen.
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