Elternwille entscheidet über Zukunft der Förderschulen

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
9413099.jpg
Beschulung der Heranwachsenden gesichert: Der Elisabethschule in Alsdorf bleibt auf jeden Fall die Schließung erspart. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Mit Spannung schauen die Verantwortlichen in Herzogenrath und Alsdorf auf ihre Förderschulen. Von dem Ergebnis des Anmeldeverfahrens fürs Schuljahr 2015/16 hängt ab, ob beide Schulen selbstständig weitergeführt werden können.

Beide Kommunen rüsten sich vorsorglich dafür, dass dies nicht erreicht werden könnte, da der Gesetzgeber den Erhalt solcher Schulen von der Mindestzahl 144 an Schülern abhängig gemacht hat.

Sollte diese Marke verfehlt werden, gibt es eine Lösung: eine Verbundschule. Das bedeutet, dass beide Einrichtungen jeweils mindestens 72 Kinder zählen müssten. Dabei wird die Schule mit der geringeren Schülerzahl Teilstandort der größeren. Das wäre kein Beinbruch, weil damit die Beschulung förderbedürftiger Schüler vor Ort weiter gewährleistet wäre, was sowohl Friedhelm Krämer (Alsdorf) als auch Gabriele Persigehl (CDU) im Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur betonten. Zumal die Förderschwerpunkte je nach Handicap in der Gesamtheit erhalten bleiben.

Schuldezernent Stephan Spaltner erläuterte, dass die Problematik auf die aktuelle Änderung des Schulrechtsänderungsgesetzes zurückzuführen ist. Zurzeit werden an der Alsdorfer Elisabethschule 129 und der Herzogenrather Käthe-Kollwitz-Schule 141 Schüler unterrichtet. An der Förderschule in Würselen werden nur 60 gezählt. Keinerlei Aussicht auf Erhalt. Deshalb hatte der Düvelstädter Stadtrat bereits das Auslaufen der Einrichtung beschlossen. Zum nächsten Schuljahr können die Heranwachsenden entsprechend wahlweise in Alsdorf oder Herzogenrath angemeldet werden. Vor kurzem wurde dies in einer Informationsveranstaltung den Eltern mitgeteilt. Vertreter der Stadt Alsdorf und Herzogenrath waren vor Ort, wie Spaltner sagte.

Derzeit ist nicht absehbar, wie sich die Eltern entscheiden. Da es keine zeitliche Vorgabe für das Anmeldeverfahren gibt, hieß es seitens der Verwaltung, wurde mit den beiden Schulleitungen vereinbart, Anmeldungen bis zum 30. April entgegenzunehmen, um Planungssicherheit zu gewinnen. Dann wird klar sein, was passiert. Auf Grundlage des Ergebnisses wollen Alsdorf und Herzogenrath eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung abschließen, um beide Schulen weiter betreiben zu können.

Der dann größeren Schule wird „der Hut aufgesetzt“, dort ist die Schulleitung. Es besteht die Möglichkeit, dass entsprechend die kleinere Schule an der Leitung in Form eines Stellvertreters bzw. Konrektors beteiligt wird. Eine Auswirkung auf die Kopfzahl des (Gesamt-)Kollegiums dürfte es zunächst nicht geben. Aber die Zahl der Lehrer ist und bleibt natürlich von der Zahl der zu beschulenden Heranwachsenden abhängig.

Der kleinere Standort wird dann auch die Konzeption des größeren übernehmen (müssen). Die Einrichtung wird als so genannte gebundene Ganztagsschule geführt. Das bedeutet, dass alle Schüler verpflichtet sind, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Bildungseinrichtung teilzunehmen. Darauf müsste sich die Alsdorfer Elisabethschule einstellen, wenn sie das kürzere Streichholz zieht, was aber nicht von jetzt auf gleich gehen dürfte. Aber das ist allemal besser als eine Schließung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert